Warum “ritzen” sich Jugendliche?
Vor einigen Tagen habe ich in der Stadt ein junges Mädchen mit fragwürdigen Narben an den Armen gesehen. Ein kurzer Blick ins Internet ergab für mich alten Mann eine neue Erkenntnis: Dieser Vorgang nennt sich “Ritzen” und schwankt irgendwo zwischen Hip-Sein und psychischer Krankheit wegen Depression o.ä.
Da ich ja stets gerne was dazulerne, und ich mich wirklich gefragt habe, wieso sich jemand absichtlich SOLCHEN Schmerz zufügt, habe ich im Folgenden ein paar Infos recherchiert, vielleicht gibt es ja mehr Leute die sich darüber informieren wollen. Für mich ist es quasi unvorstellbar, sich mit dem Messer/Rasierklinge Schmerzen zuzufügen. Ich zucke beim Zwiebelschneiden schon immer zusammen, wenn ich auch nur in die Nähe meines Fingers komme. Dass ich dabei auch noch Erleichterung oder Linderung fühlen könnte, will mir nicht in den Kopf.
Interessant ist schonmal, bei welchen Erkrankungen es zu selbstverletzendem Verhalten kommen kann. Selbstverletzendes Verhalten kann auftreten bei: Borderline-Persönlichkeitsstörung (siehe auch Parasuizid), Depressionen, Essstörungen wie Anorexia nervosa, Bulimie oder Adipositas, Missbrauchserfahrungen, Deprivationen (Entzug von Zuwendung und ?Nestwärme”), Traumatisierungen, während der Pubertät, Kontrollverlust, Körperschema-Störungen (Body Integrity Identity Disorder), Zwangsstörungen (OCD: Obsessive-Compulsive Disorder), schweren Zurücksetzungen und Demütigungen, psychotischen oder schizophrenen Schüben und ähnlichen seelischen Störungen sowie bei geistiger Behinderung und Autismus. (Quelle: Wikipedia).
Je mehr man darüber liest, umso klarer wird der tiefere Hintergrund dieser Krankheit. Ritzen ist nicht nur eine simple Selbstverletzung, Betroffene sprechen von einer wahren Sucht, die immer schlimmer wird. Jedes Ritzen soll noch spektakulärer und tiefer sein als das Letzte, bis der Betroffene irgendwann in eine Ohnmacht fällt und im schlimmsten Fall nicht mehr aufwacht. Auf Spiegel Online gibt es einen Artikel, der sich damit beschäftigt, WIESO sich Menschen absichtlich diesem Schmerz aussetzen.
Schön zu sehen, dass einige Jugendliche (meist mit psychologischer Unterstützung) den Absprung schaffen, und von dieser Krankheit loskommen. Dabei nutzen die Betroffenen immer öfter die Vorzüge des Web 2.0, und verbreiten Ihre Botschaften im Internet, bieten sich als Hilfe für andere Betroffene an, Gründen Gruppen die sich gegenseitig unterstützen und mehr.
Zurück zu meiner Begegnung in der Innenstadt, hin zum Fazit meines geistigen Ergusses: Stempelt jemanden mit selbstverletzendem Verhalten nicht automatisch als Krank ab, sondern beschäftigt euch ruhig ein paar Minuten mit den Hintergründen. Hier findet Ihr noch weitere Infos:
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