SPANTAX – Spanish Air Taxi Lineas Aereas

Irgendwann – lasst es zwei Wochen her sein – habe ich in einem Forum etwas über Flugzeuge gelesen. Ich glaube es war einer der großen Flugzeugabstürze der letzten Wochen, der dort diskutiert wurde. Irgendjemand lies dann das Wort “Spantax” fallen. Ich konnte erst nichts mit dem Wort anfangen, tief im Hinterstübchen meinte ich mich aber zu erinnern, dass Spantax der Name einer Fluggesellschaft war, und zugleich hatte ich alles andere als positive Assoziationen mit dem Wort.

Meine Aufmerksamkeit galt sofort dem Google Suchschlitz und die zu Tage geförderten Suchergebnisse sollten mich in meiner Vermutung bestätigen. Eigentlich ist die Story nicht unbedingt einen Blogeintrag wert, aber der Wikipedia Eintrag zu Spantax liest sich wirklich kurzweilig und ist – trotz der beschriebenen Lebensgefahr – zum Lachen! Ich glaube dass man den Werdegang dieser Firma durchaus kinoreif verfilmen könnte, alleine nachdem ich den Wiki-Artikel gelesen habe, hätte ich schon das halbe Drehbuch im Kopf.

Hier also der Plot und die lustigsten Episoden der Fluggesellschaft Spanish Air Taxi Lineas Aereas [Wiki-Artikel].

Diese Fluggesellschaft wurde in Deutschland speziell aus zwei Gründen bekannt: Einerseits besaß oder betrieb sie zeitweilig eine bemerkenswerte Vielfalt an unterschiedlichen Flugzeugtypen, darunter die mit 14 Exemplaren größte europäische Flotte der Convair Coronado. Andererseits war sie zwischen 1965 und 1982 in eine Reihe schwerer Unglücke und bedeutsamer Pannen verwickelt, die ihr speziell in Deutschland einen schlechten Ruf einbrachten.

“Bedeutsamer Pannen”? Klingt vielversprechend…

Zeitweilig wurde der Erwerb einer Concorde erwogen, mit welcher Passagiere aus Skandinavien hätten befördert werden sollen. Die Maschine sollte dabei die britischen Inseln nördlich umkurven und während des Fluges westlich der Küste von Irland in Überschall-Geschwindigkeit die Kanarischen Inseln ansteuern.

Kurzzeitiger Größenwahn? Eine Concorde für den innereuropäischen Flugverkehr kaufen, soso…

Einen herben Rückschlag erlebte Spantax, als zum Herbst 1983 die drei Pauschaltouristik-Unternehmen TUI, ITS und NUR ankündigten, die Verträge mit Spantax nicht mehr zu verlängern, da infolge der Unfall- und Pannenserie deutsche Touristen das Vertrauen in die Sicherheit der Airline verloren hatten. Lediglich Clipper-Flugreisen in Stuttgart nahm danach als letzter deutscher Reiseanbieter Spantax-Flüge nach Spanien noch ins Programm auf.

Unfall- und Pannenserie? Was war passiert? Schauen wir also mal genauer, wie oft Piloten der Spantax während Ihrer Arbeit ins Klo gelangt haben:

  • 1965: Absturz – 32 Tote
  • 1970: Absturz – 5 Tote
  • 1972: Absturz kurz nach Start: 155 Tote
  • 1973: “Abschuss” einer anderen Maschine – dort 68 Tote
  • 1982: Startunfall – 50 Tote

Vor allem der letzte tragische Unfall erinnert im Detail an einen schlechten Hollywood-Film der 80er Jahre:

Am 13. September 1982 kam es während des Starts einer geleasten McDonnell Douglas DC-10 in Málaga bei einem Flug nach New York zu starken Vibrationen durch Platzen des rechten Reifens am vorderen Fahrwerk. Die Vibrationen irritierten den Piloten, der daraufhin einen Startabbruch einleitete. Dabei geriet die Maschine über das Ende der Start- und Landebahn hinaus, querte eine Autobahn und kam an der Böschung einer Eisenbahnlinie zum Stehen. Dabei zerbrach sie in drei Teile und brannte schließlich aus. 50 der 394 Insassen kamen ums Leben.

Interessant sind auch die – teilweise glimpflich verlaufenen – Pannen der Spantax:

Der erste Panne: :D Bei einem Demonstrationsflug von Palma de Mallorca nach Hamburg mit 128 Passagieren (Journalisten und Vertreter von Reiseunternehmen) flog der Chef von Spantax höchstpersönlich. Im Anflug auf Hamburg verwechselte er die nur 1.360 Meter lange Werkspiste der Hamburger Flugzeugbau GmbH in Finkenwerder mit der 3.000 Meter langen Landebahn 05 des Flughafens Hamburg-Fuhlsbüttel! Der Pilot landete und kam nur wenige Meter vor dem Ende der für den Jet eigentlich viel zu kurzen Piste zum Stehen. Alle Passagiere blieben unverletzt und wurden mit Bussen zum Flughafen gefahren. Der Chef hob mitsamt Jet erneut ab, um zur eigentlichen Destination in Fuhlsbüttel zu gelangen.

Dieser Zwischenfall brachte ihr unter Linienpiloten den Spottnamen “Finkenwerder-Airlines” ein, weil sie als einzige Liniengesellschaft jemals Finkenwerder angeflogen hat.

Dann war da noch der vergeßliche Spantax-Pilot im April 1978. Der Pilot hatte beim Landeanflug !!vergessen!!, das Fahrwerk auszufahren – die Maschine landete bäuchlings auf der Landebahn und eine der Tragflächen fing sofort Feuer. Nur durch ein rein zufällig in der Nähe befindliches Löschfahrzeug konnte damals eine Katastrophe verhindert werden.

Diese und noch weitere Informationen gibt es im Wikipedia-Artikel zur Fluggesellschaft Spantax – der Wiki-Autor kann wirklich kurzweilig schreiben :-)

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2 Kommentare

UliOktober 25th, 2011 at 19:51

Hallo, Jaja, die Spantax. Über die wurden böse Wtze gemacht. Bei uns im Süden hieß sie:
“They never come back-airlines”
Ein anderer Witz: Warum tragen alle Spantax-Passagiere Namensschilder ? Damit man sie hinterher besser identifizieren kann !
Dabei ließen sie ihre Maschinen von der SWISSAIR warten.
Vermutlich war sie nicht besser und schlechter, als die damaligen Fluggesellschaften, halt etwas unglücklicher. Zu dieser Zeit gab’s auch zweifelhafte deutsche Airlines (Paninternational)

Flugzeug ExpertinJanuar 29th, 2012 at 17:29

Nieeeemals mit Spantax fliegen!!! Meine Oma ist mit der geflogen,da hat es geregnet und……..ES HAT REINGEREGNET!!! Beschissene Airline sag ich nur! meine anderen Oma und Opa sind nach Gran Ganaria geflogen (mit Hapag lyoid).Dort auf dem Flugplatz stand eine Spantax.Dort haben ein paar Männer aus eine anderen Spantax die Teile von der in der anderen eingefügt! :O……………einfach nur SCHLECHT!

Ps: UND GEFÄHRLICH…………

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