Impressionen aus Bad Reichenhall
In meinem Episode “Altötting und Ruhpolding – Ein Klo in hellblau” habe ich Euch versprochen, auch noch etwas über den Kurort Bad Reichenhall zu berichten. Um der hellblauen Villeroy & Boch Toilette genügend Freiraum zu geben war es mein Ziel, die Impressionen aus Bad Reichenhall in einen eigenen Beitrag zu verpacken.
So waren wir also am Sonntag morgen – gleich nach dem Frühstück auf der wunderschönen Balkonterrasse des Hotel zur Post in Ruhpolding – unterwegs nach Bad Reichenhall – es ging planmäßig auf Kurbesuch von Muttern. Bereits die knapp 30 Kilometer lange Anfahrt auf der B305 über Schmelz und den Thumssee war ein Erlebnis. Die Straßen und Landschaften sind genau so, wie man es sich von Oberbayern vorstellt – kurvig, grün, erholsam.

In der Kurstadt angekommen wurden wir erst von einem fiesen Gewitterschauer überrascht, zeitgleich mit dem Finden eines geeigneten Parkplatzes war das Wetter jedoch wieder freundlich gestimmt. Da es zum Mittagessen noch zu früh war, haben wir uns erst aufgemacht, und einige Sehenswürdigkeiten von Bad Reichenhall angesteuert. Los ging es mit dem sogenannten Gradierhaus von Bad Reichenhall. Das Gradierhaus wurde 1912 im Kurpark von Bad Reichenhall erbaut und dient als Sole-Inhalatorium. An den Wänden hängen tausende Reisigbuschen, von oben plätschert Sole auf die Büschel und zerstäubt dabei. Sinn und Zweck dieses Baus ist u.a. auf Qype erläutert:
Bereits auf dem Weg zum Gradierhaus spürt man die veränderte Luft. Den eigentlichen Effekt erzielt man aber erst wenn man durch das Gradierhaus geht. Die Wasserverdunstung bewirkt eine Abkühlung und Befeuchtung der Luft und das Atmen fällt leichter. Über die zigtausende Schwarzdorn-Reisigbündel zerstäubt die Sole in feinsten Nebel. Die Luft ist mit Sole-Teilchen angereichert. Beim Einatmen gelangt die Sole mit der gesunden Luft in die Atemwege und wirkt dort befeuchtend, reinigend und heilsam.
Ein halbstündiger Spaziergang an der Seite wo die Sole nicht rieselt sondern feinstzerstäubt in der Alpenluft schwebt, hat die intensivste Wirkung. [Qype-Eintrag lesen]

In unmittelbarer Nähe des Kurparks befinden sich die ganzen Kurbauten, unter anderem auch das Bad Reichenhaller Kurmittel und Badehaus, das berühmte Cafe Spieldiener oder die Kurbuchhandlung.

Beim Flanieren durch die Fußgängerzone hat man stets den Eindruck, man befände sich in der Zeit der 70er bzw. 80er Jahre, die Bauten, die Leuchtreklamen, irgendwie scheint sich der Flashback nach Ruhpolding hier in Bad Reichenhall fortzusetzen.
Unmittelbar in der Fußgängerzone liegt auch das ehemalige Hotel Steigenberger – mittlerweile aufgekauft durch die Hotelkette Radisson hat das Bauwerk nichts von seinem elitären Charme verloren.

Nach einem superleckeren Wiener Schnitzel im Kneitinger Bräu, dem obligatorischen Verdauungspaziergang und einer Einkehr im Cafe Spieldiener sind wir am späten Nachmittag die Heimreise angetreten. Zurück nach Hause sind wir ganz stoisch der B20 gefolgt, und bei Landau an der Isar prompt in einem dicken Sommergewitter gelandet. Innerhalb von Sekunden waren die Straßen überschwemmt, das Wasser schoß aus Kübeln vom Himmel und durch den zusätzlich einsetzenden Hagel war an Weiterfahren nicht mehr zu denken.
Das Drama war so schnell vorbei als es angefangen hatte, bereits eine halbe Stunde später hatten wir schon wieder 28° und strahlenden Sonnenschein.

Ich kann nur immer wieder betonen dass ein Ausflug in die nähere Umgebung auch richtig viel Spaß machen kann. Was jucken mich die Strände der Bahamas oder Bermudas (Monaco Franze Insider)
, wenn das Paradies vor der Haustür ist. Setzt Euch einfach mal ins Auto und fahrt ins Alpenvorland, fördert die heimische Wirtschaft und genießt die wundervollen Plätze die es hier gibt.
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