26.06.2011 – Tag 3: Split und Krka Nationalpark

Nach dem faulen Vortag steht heute der erste Ausflug aus dem Programm. Der Wind ist weiterhin unser stetiger Begleiter weshalb wir guter Hoffnung sind, dass weiter im Norden und Landesinneren ein anderes Klima vorherrscht. Zum Glück müssen wir uns wegen der Temperaturen nicht beschweren, wir haben immer zwischen 25 und 30 Grad, und tatsächlich flaut der Wind ab, je mehr wir nach Norden kommen.

Die Strecke ins ca. 50 Kilometer entfernte Split legen wir über die alte Küstenstraße zurück. Diese erstreckt sich vom Norden Kroatiens bis in den kompletten Süden – also kurz hinter Dubrovnik. Wer vor dem Bau der schon angesprochenen Autobahn A1 nach Dubrovnik fahren wollte, mußte zwangsläufig genau diese Route wählen. Auch haben sich alle Warnungen bezüglich der Durchschnittsgeschwindigkeit auf dieser Strecke bestätigt – mehr als 50 Kilometer pro Stunde kann man hier unter keinen Umständen zurücklegen. So dauert die Fahrt nach Split – na wer rechnet mit? – richtig, eine Stunde. Für Split haben wir einige Sehenswürdigkeiten vorgemerkt, die praktische Ausführung scheitert tatsächlich am geeigneten Parkplatz. Wer mich kennt weiß dass ich grundsätzlich überall parke wo mein Auto Platz hat, allerdings war dies im Zentrum von Split einfach nicht möglich. Nach einigem Suchen – vielmehr haben wir das Navi suchen lassen, der Osteuropa DVD sei Dank – fanden wir dann doch noch einen Parkplatz, direkt am Yachthafen. Der Platz hatte den Vorteil dass wir von dort aus einige hübsche Boote und Yachten bestaunen konnte, der Nachteil war die Entfernung zum Zentrum – knapp 5 Kilometer.
Aus dem Yachthafen lief just in diesem Moment die Ocean Emerald aus, eine von vier Yachten der Norman Foster 40 Signature Series. Ich bin zwar kein Profi in Sachen Luxusyachten, dieses Designkunstwerk hässliche Schiff brennt sich jedoch nach einmaligem Betrachten derart in die Hirnwände dass ich sofort wieder wußte, welcher Pott vor uns schwamm.

Ocean Emerald - Norman Foster 40 Signature Series in Split, Kroatien

Die bekannte "Ocean Emerald"

Diese Tatsache in Verbindung mit wolken- und windlosen 32 Grad haben uns dazu bewogen, die Stadtbesichtigung von Split spontan ausfallen zu lassen. All das was wir in der darauf folgenden Querung der Stadt mit dem Auto noch von Split gesehen haben, lässt mich jedoch nicht traurig sein. Split scheint mittlerweile eine typische Großstadt in Südosteuropa geworden zu sein. Von kroatischem Flair keine Spur. Vielleicht haben wir aber auch die falschen Ecken der Stadt gesehen, man weiß es nicht.

Durch die kurzfristige Planänderung ist sodann der Nationalpark Krka in den Fokus gerückt. Von der dortigen Flora und Fauna haben mir im Vorfeld bereits einige Leute berichtet, die schon dort waren, und mir alle sagten, „das mußt du unbedingt gesehen haben“. Nachdem das Navi eine Zielentfernung von 88,8 Kilometer berechnet hatte waren wir auch schon unterwegs.

Im Nationalpark Krka angekommen – die Anfahrt erinnerte etwas an einen billigen Horrorfilm, die letzten zwei Kilometer der Zufahrt führten über eine zugewachsene Straße ohne Schilder und Begrenzungen ins Hinterland – standen wir auf dem Parkplatz vor den Krka Ferienhäusern und Ferienwohnungen und sahen außer einem Schild N.P. Krka erstmal nicht viel.

Fünf Kunar (oder wie wir sagen „Knoten“) ärmer und um eine leere Blase reicher machten wir uns auf dem Weg zum Eingang, um dann erneut 190 Knoten auszupacken – 95 Knoten Eintritt für eine Landschaft die kein Kroate selbst geschaffen hat. Mal sehen was uns dort erwartet.

Um das Ganze nicht zu langatmig werden zu lassen: Ich mußte mich tatsächlich überwinden und ein öffentliches Verkehrsmittel nutzen, denn die berühmten Krka-Wasserfälle sind nur mit einem Bus zu erreichen – der Fahrpreis ist aber bei den 95 Knoten Eintritt pro Peson mit drin. Nach der 10-minütigen Busfahrt haben wir den ca. 2,5 Kilometer langen Rundwanderweg erkundet – danach die gleiche Fahrt mit dem Bus in rückwärtiger Richtung – rein ins Auto – 110 Kilometer zurück ins Hotel (der A1 sei Dank innerhalb von 1 Stunde) – ab an den Strand – danach Suppe, 2 Rumpsteaks, 4 Kuchen, 1 Pudding, 2 Bier – und jetzt sitze ich auf dem Balkon und tippe diesen Text. Es stürmt übrigens schon wieder derart, dass die Badetücher von der Wäscheleine fliegen und nichtmal eine halbvolle Flasche Wasser auf dem Balkontisch stehenbleibt – zumindest stimmt die Temperatur nach wie vor, es ist halb elf Uhr Abends und wir haben 26 Grad.

Anbei nun ein paar Bilder des heutigen Tages und mein Dank an alle die sich tapfer durch meinen unkonventionellen Reisebericht lesen.

Krka Wasserfälle im Nationalpark Krka, Kroatien, Juni 2011

Die berühmten 17 Wasserfälle im Nationalpark Krka

17 Wasserfälle im Nationalpark Krka in Kroatien, Juni 2011

Aufgenommen von der unten verlaufenden Holzbrücke mit Sicht auf alle 17 Wasserfälle

Türkises Wasser in See im Krka Nationalpark, Kroatien, Juni 2011

Das Wasser ist wirklich so türkis wie auf dem Bild!

Rückfahrt aus dem Krka Nationalpark über die kroatische A1 in Richtung Dubrovnik

Die Rückfahrt führte uns wieder über die nagelneue (und immer leere) Autobahn A1

Kommentare oder Fragen zu Text und Fotos sind natürlich erwünscht! 🙂

3 Gedanken zu „26.06.2011 – Tag 3: Split und Krka Nationalpark

  1. Znarf

    Hallo Sascha,

    sehr gute Fotos auf den letzten beiden Tourenbeschreibungen in Kroatien.
    Die Krka Wasserfälle sind wirklich phantastisch. Weiter so !

    Ich freue mich auf deine Herbstreise nach Korsika.
    Übrigens: dort ist eine Rundfahrt ums Cap Corse ein absolutes Muss.
    Auch Bonifatius im Süden, mit den Höhlen sind ein wichtiges Ziel, sowie eine Fahrt quer durch Korsica.
    Es ist auch eine Überlegung wert, einen Abstecher mit dem Schiff nach Sardinien zu unternehmen.
    Grüsse
    Znarf

  2. Pingback: Kroatien 2016 - 10. August - Nationalpark Krka, das volle Programm - whoopster.

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