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Der Innenhof des Kloster Krka im Nationalpark

Kroatien 2016 – 10. August – Nationalpark Krka, das volle Programm

Heute besuchen wir erstmals auf unseren Kroatien-Erlebnisfahrten einen Ort zum zweiten Mal – der Nationalpark Krka mit seinen einzigartigen Naturphänomenen. Das Flussgebiet von Krka und sein Verlauf wurden 1985 offiziell zum Nationalpark erklärt. Das Gebiet ist bekannt für seine umfangreiche Flora und Fauna, und zählt zu den ornithologisch wertvollsten Orten Europas.

Unser erster Besuch im Nationalpark Krka liegt mittlerweile fünf Jahre und zwei Monate zurück, entsprechend gespannt treten wir die 63km kurze Fahrt an. Wer übrigens meinen Bericht zu Krka aus 2011 auch lesen mag, den findet ihr hier.

Nationalpark Krka

Wasserfälle Nationalpark Krka, Kroatien

Sieht noch so aus wie vor 5 Jahren! 🙂

Mittlerweile hat sich einiges im Park getan, und die geschäftstüchtigen Kroaten verstehen es, die Touristen erfolgreich um ihre Kunars zu erleichtern. Statt 95 Kunar (2011) werden mittlerweile 150 Kunar Eintrittspreis pro Person fällig. Der Parkplatz ist auf mehr als die doppelte Größe gewachsen und die historischen orangefarbenen Zastava-Busse aus Yugoslawien-Zeiten sind mittlerweile topmodernen, vollklimatisiertent Linienbussen gewichen.

Der Andrang am Eingang ist enorm, erst nach gut 15 Minuten Wartezeit sind wir umgerechnet 45€ ärmer und halten unsere Tickets in Händen. Die Parkverwaltung scheint im Umgang mit unüberschaubaren Menschenmassen routiniert, innerhalb von 2 Minuten sitzen wir im Bus und die Fahrt zum Ausgangspunkt des Rundganges in Skradin beginnt.

Diesen – den bekanntesten – Teil des Parks haben wir wie erwähnt bereits 2011 besichtigt, in der Nebensaison mit nur einer handvoll weiteren Touristen. Diesmal ist der Andrang unbeschreiblich! Wir schieben uns innerhalb von 75 Minuten einmal um den Rundweg, und beschließen dass das Fotomaterial von damals für uns noch aktuell genug ist. 😉 Stattdessen wollen wir in diesem Jahr auch noch die anderen Stationen des Nationalparks besuchen. Ein kurzes Gespräch mit einem Parkguide verrät uns, dass die Eintrittskarten am Kauftag für alle Stationen des Parks gelten, die Stationen jedoch so weit auseinanderliegen, dass definitiv ein Auto notwendig ist (gleich vorweg: Der Besuch aller Stationen inkl. Fahrt zurück zum Ausgangspunkt umfasst ca. 90 Kilometer). Wir entscheiden uns für die eingehende Besichtigung der folgenden weiteren Ziele:

Roški slap

Roski Slap, Kroatien, Nationalpark Krka, August 2016

571 Stufen für dieses Bild!

In Roški slap angekommen laufen wir um den dortigen See (dauert ca. 25 Minuten) und finden einen Wegweiser zu einer Karsthöhle auf einem Berg, deren Zugang mit einer unscheinbaren Treppe beginnt. Die angebrachten Schilder interpretieren wir im ersten Moment falsch. 20 Minuten und 571 (!!!) Stufen später stehe ich alleine in einer imposanten Höhle, lese ein paar Schautafeln und knipse einige informative Bilder, um dann die auf halbem Weg zurückgelassene EBH wieder einzusammeln. Nach dem Abstieg brennen die Unterschenkel, aber die Höhle und der Ausblick waren den Aufstieg definitv wert.
Das spontan erweiterte Tagesprogramm erweist sich straffer als geplant, weshalb wir zügig zum nächsten Haltepunkt aufbrechen.

Burnum

Versteckt inmitten des dalmatinischen Hinterlandes befindet sich eine Perle römischer Geschichte. Ein vor 2000 Jahren erbautes römisches Militärlager wurde bei archäologischen Ausgrabungen wiederentdeckt, für die Nachwelt ein wenig aufgehübscht und mit Infotafeln versehen. Der durchschnittliche Kroatientourist nutze seine bezahlte Eintrittskarte leider nicht für diesen Teil des Nationalparks, inklusive unseres Skodas befinden sich bei unserer Ankunft zwei (2) Autos auf dem Parkplatz.

Wasserfall Manojlovac

Manojlovac Wasserfälle im Krka Nationalpark, Kroatien, August 2016

Sissi & Franz waren da vor roundabout 100 Jahren auch schon!

Einen ähnlichen Besucherandrang finden wir beim Wasserfall in Manojlovac vor. Es handelt sich dabei um den höchsten und zweifellos schönsten Wasserfall der Krka. Die Anfahrt und der Fussmarsch in den Park werden durch eine wirklich atemberaubende Aussicht belohnt. Für mich noch eine Nummer schöner als der Blick in den Pueblo Canyon am gestrigen Tag und momentan mein Natur-Highlight in Kroatien! Übrigens waren seinerzeit auch das österreichische Kaiserpaar Franz und Sissi hier zu Besuch, woran noch heute eine in Stein geschlagene Gedenktafel erinnert. Wer den Nationalpark Krka besucht sollte sich unbedingt die Zeit nehmen, und bis nach Manojlovac fahren!

Kloster Krka

Als letzten Haltepunkt der Krka Rundfahrt steuern wir das Kloster Krka an. Nicht wirklich wissend was uns erwartet,stehen wir plötzlich vor einem orthodoxen Mönch der uns die Klosterkirche und die fast 2000 Jahre alten Klosterkatakomben zeigt. Da wir die einzigen Besucher sind, erhalten wir eine individuelle Einzelführung, können Fragen stellen, und werden trotz Fotografierverbot vom Mönch aufgefordert, gerne Bilder zu machen.

Kloster Krka, Nationalpark Krka, Kroatien, August 2016

Malen nach Zahlen: Die Pinselei ist aus dem Jahre 1988

Um in die Katakomben zu gelangen, führt uns der Mönch durch den Küchentrakt eines Flügels in das Klassenzimmer der Klosterschüler. Dort gelangt man über eine kleine Tür im hinteren Eck des Raumes in die Katakomben. Dort finden wir die Gebeine von 1500 Jahre alten Orthodoxen vor, die begraben wurden, noch bevor deren Religion im römischen Reich frei ausgelebt werden durfte. In den darauf folgenden Jahrhunderten wurden die Katakomben als geheimer Treffpunkt zum Gebet genutzt.

Der Mönch stellt sich offen unseren Fragen und erklärt uns zum Schluss, dass er heute nur für den offiziellen Mitarbeiter des Naturparks eingesprungen ist, der heute seinen freien Tag genießt. Alles in allem ein sehr interessanter Besuch, mit einer lebendigen Geschichte.

Nahrung für alle!

Die Uhr zeigt mittlerweile 17:15 und vor uns liegen noch 70km kroatischer Nebenstraßen, also höchste Zeit, in Richtung Basislager aufzubrechen. Unterwegs wird der Skoda noch mit 40 Litern Diesel gefüttert, und wir machen Halt in einem typisch kroatischen Restaurant. Für mich gibt es Cevapcici mit Reis und Bratkartoffeln, meine Teilzeit-Vegetarierin genehmigt sich gebackenen Schafskäse mit Semmeln in Ei gebacken. Beides ist absolut lecker, auch wenn die Semmeln wohl etwas an Spongebob erinnern. 🙂

Zurück im Hotel präsentiert sich das kroatische Wetter von seiner unschönen Seite und beschert uns für die kommende Nacht Wind, Regen und Gewitter. Wir werden sehen was der morgige Tag bringt und machen unser Aktivprogramm vom Wetter abhängig.

Bilder des Tages

Hier noch 10 Bilder, die den heutigen Tag und seine Eindrücke zusammenfassen.