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Sonntagsarbeiten…

Was macht man an einem verregneten Sonntag? Ich bin grade dabei, das Chaos auf meinem Schreibtisch zu bändigen, ein paar längst überfällige Arbeiten anzugehen und einige Versprechungen einzulösen.

Anfragen wie „Du wolltest doch schon lange mal…“ ständig mit „Ja, bin ich noch nicht dazu gekommen!“ zu beantworten, macht unausgeglichen und ein stetig wachsendes schlechtes Gewissen. Darum wird heute…

  • gebloggt
  • Fotos sortiert
  • E-Mails bearbeitet
  • wie erwähnt der Schreibtisch aufgeräumt & aussortiert
  • und dabei Musik gehört

Aktuell genieße ich dazu die ruhigen und wohligen Klänge einer allseits bekannten Punkband. Das Video zu Helena von den Misfits ist übrigens Fanart und ein kompositiver Leckerbissen. Schon wieder so gut, dass es mich vom Arbeiten abhält… 😀

Nun denn, ich will mal endlich produktiv werden. Was macht ihr an solchen Sonntagen?

BMW E32 735i nauticgrün

King of my castle.

Wir schreiben das Jahr 1999. Ein Jahr, in dem die Welt noch in Ordnung war. Ich konnte noch einen 7er BMW mein Eigen nennen, und im nachträglich reingefummelten Sony 10-fach CD-Wechsler lief King of my castle von Wamdue Project.

BMW E32 735i nauticgrünDamals war man noch mit standesgemäß rotzigem Kennzeichen unterwegs und mit 211PS als Fahranfänger ausreichend motorisiert – daheim im Bavarian Wood war dies, in Verbindung mit 3,5 Litern Hubraum, eine durchaus konkurrenzfähige Motorisierung.

Heute, bald 20 Jahre und gute 800.000 zurückgelegte Kilometer später haben mich diverse Fahrzeuge durch meine Lebensabschnitte begleitet. Die Musik ist geblieben. Manchmal wünsche ich mir die Zeit zurück, in der man mit offenen Scheiben und dieser Musik durch die Stadt fahren konnte! 😀

Zimmer mit Ausblick

Mein stets insolventer und doch liebreizender Freund Michel hat mich soeben dezent darauf hingewiesen, dass seit meinem  letzten Eintrag hier im Blog bereits ein Monat ins Land gegangen ist.

Die Albanien-Tour ist ein klein wenig ins Wanken geraten, schuld ist ein nicht korrekt angeschlossenes Abflußrohr, exakt 2,85 Meter unterhalb unseres Eingangsbereichs. Entweder wendet sich noch alles zum Guten, oder ich werde in Kürze einen Minibagger bestellen und wir uns finanziell ruinieren. Mal sehen – trotzdem gebe ich mich noch nicht geschlagen, diesen Sommer doch noch die salzige Luft der südosteuropäischen Küstenlinie schnuppern zu dürfen.

Da ich mich schon wieder mal den ganzen Abend auf Youtube tummle, will ich den Michel – wie schon öfters – mit einem Song überraschen. Ich versuche ja seit Jahren sein persönlicher Matuschke zu sein, ganz oft klappt das sogar. 🙂

Heute im Angebot: Room with a view von Tony Carey


Tony Carey Room With A View 1989 – MyVideo

Der Song wurde 1989 veröffentlicht, und meine erste richtige Begegnung mit dem Lied war auf dem Weg nach Budapest, irgendwo hinter Bratislava auf der alten Strecke Richtung Györ – eine Autobahn gab es dort damals noch nicht. Früher führte der einzig brauchbare Weg aus der Slowakei nach Ungarn noch über Rohovce, Dunajska Stred und Medvedov.

Die Fahrten mit meinem Bruder nach Budapest sind meine persönliche, schöne und lebensprägende Erinnerung an diesen Song (Wie auch einiges von Tracy Chapman, Billy Idol, der Spider Murphy Gang, Status Quo undsoweiterundsoweiter…).
Meinem Bruder danke ich sowieso viel zu wenig dafür, wie er mein Leben mit ganz vielen kleinen Dingen ganz arg positiv geprägt hat – Joe, solltest du mal zufällig wieder hier mitlesen, DANKE! 🙂

Andere Leute haben andere Erinnerungen – wie Ihr auch in den Benutzerkommentaren zum obigen Video nachlesen könnt:

dieses Lied von Tony Carey ist ein Lied zum Träumen, auch wenn Träume nur Träume sind und bleiben, doch manche Träume werden wahr. Mein Traum ist nicht nur ein Traum gewesen, mein Traum ist wahr geworden. Als ich noch ein Kind war habe ich schon von Canada geträumt. Und nun nach fast 50 Jahren hat sich mein Traum erfüllt. Meine Ex hat mir denn Traum erfüllt, weil die sich von mir scheiden lassen hat, und darum bin ich meiner Ex auch sehr dankbar über diese Scheidung, vielen Dank Frau Ex.

Da sieht man mal dass sich Träume auch noch nach einem halben Jahrhundert erfüllen können. 😉

Welche Lieder waren in Eurem Leben ganz besonders? Und welche Geschichte verbindet ihr damit? Schreibt mir einen Kommentar wenn ihr mögt. 🙂

Beat it!

Es ist durchaus sinnvoll, einem Blogeintrag eine Überschrift zu verpassen, so auch diesem. Da Michael Jackson gerade mein Trommelfell malträtiert und dabei eine seiner ansprechenderen Kompositionen zum Besten gibt, habe ich mich kurzerhand für den Namen des Songs als Headline entschieden.

Heute ist einer der Abende, an denen ich auf Teufel komm raus irgendwas schreiben möchte – am liebsten ein ganzes Buch, oder zumindest den Anfang davon – aber in meinem Kopf befindet sich Gedankenmatsch vom Allerfeinsten – keine Chance auch nur einen tiefsinnigen Satz zu fassen und diesen zu Papier – bzw. Editor zu bringen.

Smooth Criminal. Läuft mittlerweile…Beat it ist ja nicht gerade ein abendfüllendes Stück Liedgut. Wusstet ihr eigentlich dass die Textzeile die Michael Jackson in Smooth Criminial ständig wiederholt „Annie, are you ok?“ lautet? Hört bei der nächsten Gelegenheit einmal genauer hin!

Eigentlich wollte ich schon lange die Playlist wechseln und mir etwas Schottisches anhören. Vorhin haben wir noch die erste Staffel von Broadchurch weitergeschaut, und dabei bekomme ich immer richtig Lust auf das Wild Theme (Local Hero)…dieses Lied verbinde ich nach gutem Islay Single Malt am meisten mit Schottland. Übrigens ist Local Hero eines meiner Top-5 Lieblings-Songs seit gut 25 Jahren…(Telegraph Road ist übrigens auf Platz1 – Gute 15 Minuten lang und in den letzten 3 Jahrzehnten mindestens 2.000 Mal gehört!).

Dummes Gesicht im Aufzug? Kann ich!

Dummes Gesicht im Aufzug? Kann ich!

Also gut, ich kann nicht an Telegraph Road denken oder darüber schreiben ohne es anzuhören. Währenddessen ist genug Zeit, mal zu überlegen, wie lange ich in meinem Leben schon mit diesem Lied verbracht habe. Seit 10 Jahren höre ich den Song sicher 3x die Woche. Macht 3x52x10 = 1.560 Mal. Multipliziert mit 15 Minuten macht das 390 Stunden bzw. 16,25 Tage. Durchgehend. Und ich habe immer noch keinen Song gefunden der Telegraph Road toppt. Klickt einfach oben auf den Link, nehmt Euch 15 Minuten Zeit, hört, staunt und genießt!

I can hear your heartbeat. Mei, so schön konfus dieses Geschreibsel. Aber ihr ward eingangs gewarnt, für Zusammenhängendes reicht es heut nicht mehr…dafür noch zu Platz 2 meiner All-Time-Music-Toplist. „In the silence of a high street, In the wisper in the night, From the darkness of the empty hours, To the early morning light…“ genau meine Welt und genau der richtige Moment, das Road to Hell and Back Album von Chris Rea im Compact-Disk Spieler des Kraftfahrzeuges mitzuführen. I can hear your hearbeat heißt knapp 11 Minuten pure Virtuosität an der Gitarre, ab Minute 5:08 beginnt ein Solo, sich hinziehend bis zum Ende des Tracks und nahezu unvergleichlich schön. So schön dass man eigentlich im Auto die Repeat-1 Taste aktiviert haben sollte.

Die Reise durch meine audiophilen Favoriten könnte nahtlos und ungebremst weitergehen, allerdings will ich meine Perlen nicht inflationär zum Besten geben, zum Anderen reichen die beiden oben genannten Songs durchaus für einen ganzen Abend/Tag – bewußter Konsum sollte an erster Stelle stehen – übrigens nicht nur bei der Musik!

Frank Zappa reloaded

Kennt Ihr das wenn man eigentlich keine Zeit hat, weil man noch Unmengen an Dingen zu erledigen hat, und sich dann plötzlich in der hintersten Ecke von Youtube wiederfindet?  Ich meine die Ecke mit der Musik, die man Offline niemals hören würde, allein schon weil der Bandname oder der Titel komisch klingt. Nur irgendwie schaffen es die Jungs von Youtube mit Ihren Videovorschlägen immer wieder, jegliche Grenzen des klaren Verstands zu überschreiten und trotzdem auf ein Bewegtbild zu klicken, bei dem man sich während der rechte Zeigefinger zur Maustaste wandert schon fragt, was man da eigentlich macht.

So geschehen heute Abend. Ich weiß gar nicht mehr welche verschlungenen Wege ich bereits zurückgelegt hatte, um folgendes Video vorgeschlagen zu bekommen: Ariel Pink’s Haunted Graffiti – Kinski Assassin

Zumindest meinen Gedankengang, der mich dazu bewog, neugierdehalber drauf zu klicken, bekomme ich noch zusammen.
Ariel (Atom, das Auto) Pink (die Sängerin) Haunted (hat mich an Haunted Hill erinnert) Graffiti (lustigerweise dachte ich an Pink Floyd) Kinski (der Klaus) Assassin (Assassins Creed).
Gleichzeitig stieg schon die Vorfreude, den Ersteller des Videos belehren zu können, dass Klaus Kinski keineswegs ermordet wurde. Tja, was soll ich sagen, weit gefehlt! Vielleicht habt Ihr ja oben im Video bereits auf PLAY gedrückt, falls nicht, dann macht das bitte mal.

Nachdem ich 10 Sekunden vom Video gehört hatte, fühlte ich mich komplett in die 80er zurückversetzt und habe allen Ernstes überlegt, ob da jemand einen Frank Zappa Song falsch beschriftet und hochgeladen hat.
Zwei Google Suchanfragen später hat sich bestätigt dass es sich nicht um Frank Zappa handelt, sondern um eine relativ junge Band aus den US of A. Ariel Pink’s Haunted Graffiti ist ein Liveprojekt von Ariel Pink, der seit gut 10 Jahren Musik macht, und in der Zeit bereits knappe 20 Alben veröffentlicht hat. Das aktuelle Album Mature Themes ist vom Stil her schon etwas mehr in Richtung Mainstream als die puren Lo-Fi Vorgänger und echt hörenswert. Hier geht’s zur Webseite für mehr Infos.
Ob des absolut verstörenden (im positiven Sinne) Sounds und der teilweise recht bizarren Texte bin ich erstaunt über das Label, das hier bereitwillig mitspielt und ein Album nach dem anderen abgenickt hat.

Ich bezeichne mich als jemand, der richtig viel Musik hört, und das hauptsächlich fernab vom Mainstream. Mich begeistert ungarischer Gothic Metal (Stichwort Emily had a dream) genauso wie die typischen deutschen B-Artisten (B weil sie auch kaum einer hier kennt) wie Anthonys Garden, ein Folk Duo gegründet von keinem geringen als Ecco Meineke, oder die Mexikaner von Manà.
Da frage ich mich, wieso schafft es kein etablierter Radiosender, und kein großes Magazin, egal ob Print oder Online, die alternative Musik in Deutschland mehr zu etablieren?
Richtig dick im Geschäft sind doch irgendwie nur die Amis, die von überreichen Produzenten „entdeckt“ werden, und über viel Vitamin B und noch mehr Geld durch die Radiostationen gereicht werden.

Grund genug, hier wieder mehr über alternative Musik zu schreiben. Apropos alternative Musik, sprecht mal die Conny auf die Deutschen Alternative Charts an, die läuft Amok! 😉

Damit ich jetzt noch irgendwie die Kurve zurück zu Frank Zappa kriege: Falls es Euch interessiert, lest mal ein paar Songtexte von Zappa, und vergleicht Sie mit einigen von Ariel Pink’s Haunted Graffiti. Nene, kopiert ist da nichts, aber die Ähnlichkeit des Stils im Sinne von absolut bizarren, einem normalen Menschen niemals einfallenden Texten ist frappierend!

Habt Ihr auch einen musikalischen Geheimtipp in petto? Dann hinterlasst doch einen kurzen Kommentar, mit Name oder einem Youtube-Link, und alle freuen sich. J