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Haus Immobilie Trennung

Trennung – Und was passiert mit dem Haus?

Folgender Situation ist sicher jeder schon einmal begegnet, bei Freunden, Nachbarn, Bekannten im Ort oder schlimmstenfalls sogar selbst. Mit dem Lebensgefährten oder Ehepartner wurde eine Familie gegründet und zur Komplettierung des privaten Glücks eine Immobilie gekauft oder gebaut.  Alles scheint paradiesisch, und einige Zeit später wabert plötzlich die Situation einer Scheidung oder Trennung über den Betroffenen.

Was passiert dann mit dem Haus?

Haus Immobilie TrennungSofern nicht einer oder beide Partner eine absolute finanzielle Sorglosigkeit an den Tag legen, stellt sich unweigerlich die Frage, was mit der gemeinsamen Immobilie passiert. Wer bleibt wohnen? Muss das Haus verkauft werden? Was sagt die Bank? Sind wir jetzt bankrott? Wer zieht den Kürzeren?
Auch die Tatsache, dass das gemeinsame Haus und die dort investierten finanziellen Mittel einen enormen Teil der persönlichen –gemeinsamen- Altersversorgung decken sollen, spielt hier eine eklatante Rolle.

Immobilienscout24, der Online-Marktführer in Sachen Immobilien hat genau zu diesem Thema eine sehr umfangreiche, auf realen Befragungen beruhende Studie veröffentlicht, die sich jeder noch so glückliche Immobilienbesitzer zu Gemüte führen sollte.

Gleich vorweg eine interessante Zahl: 75% der Befragten haben mögliche Konsequenzen bei einer Trennung nicht durchdacht. Ich erinnere mich hier an unsere eigene Situation. Auch wir haben den Sachverhalt nicht mittels Ehevertrag oder schriftlicher Vereinbarung fixiert. Gedanken gemacht haben wir uns zwar schon, letztendlich aber unter der Prämisse „da würden wir uns schon einig werden!“ ad acta gelegt. Es stellt sich bei allen die Frage, wie gewichtig und aufrichtig diese beiderseitige Aussage im Ernstfall wäre.
Die Studie verrät außerdem, dass junge Paare und Eheleute hier eher zu einer vertraglichen Regelung greifen als Ältere. Wohl auch, weil die junge Generation ähnliche Probleme schon bei den Eltern oder Bekannten erlebt hat.

Wie machen das denn Andere?

Nun mag eine Trennung oder Scheidung im ersten Moment wie ein Todesurteil für die gemeinsam genutzte Immobilie klingen, die Praxis die sich in der Studie widerspiegelt zeigt jedoch, dass sich auch in diesem Fall viele Möglichkeiten bieten, ohne dass ein Rosen- bzw. „Ziegelkrieg“ heraufbeschworen werden muss.

Die Befragung beleuchtet unter anderem sehr detailliert Szenarien wie:

  • Eine gemeinsame Weiternutzung der Immobilie
  • Ein Partner zieht aus / wird ausbezahlt
  • Verkauf der Immobilie
  • Vermietung der Immobilie

Jedes Szenario hat seine Vor- und Nachteile und hängt immer von den persönlichen und finanziellen Lebensumständen der Betroffenen ab. Deshalb werden alle Möglichkeiten genau hinterfragt, das Für und Wider abgewogen und auch mit gesetzlichen Fakten untermauert.

Was in der Studie nicht beleuchtet wird, ist die vor allem im Hinblick auf einen Immobilienverkauf bzw. eine –vermietung zum Tragen kommende Thematik des Wohn-Riester.
Seit einigen Jahren gibt es die Möglichkeit, den Riester-Sparvertrag zur persönlichen Altersvorsorge als sogenanntes Wohn-Riester zu nutzen, um die staatlichen Förderungen auch für gewisse Umbau- und Erhaltungsmaßnahmen bzw. schnelleres Entschulden der Immobilie einzusetzen.
Dies klingt im ersten Moment verlockend, ist jedoch mit vielen gesetzlichen Hürden verbunden. Deshalb sollte im Falle eines Immobilienverkaufs oder der Vermietung unbedingt geklärt werden, inwieweit ein Wohn-Riestervertrag damit förderschädlich wird, und ggf. Rückforderungen fällig werden.

Kurzum: Wenn ihr ein Haus / eine Immobilie Euer gemeinsames Eigen nennt, werft mal einen Blick auf den Artikel – Immobilien und Scheidung: Wie trennt sich Deutschland?