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Verlassene Aluminiumfabrik Lozovac, Kroatien - August 2016

Kroatien 2016 – 11. August – Verlassene Aluminiumfabrik und viel Verkehr

Nachdem der gestrige Tag sehr laufintensiv war, und sich zeitlich keine Gelegenheit zu einem Strandbesuch ergeben hat, sollte Tag 5 ein Split-Tag werden, also halb Activity und halb Strandfaulenzen. Gleich vorweg: Zum zweiten Teil kam es nicht! 😉

Der Grund dafür ist bereits in der Anfahrt zu unserem ersten Lost Place zu finden. 2 Stunden 17 Minuten für 63 Kilometer spiegelt genau das wieder, was eine Fahrt auf der Jadranska Magistrale ausmacht: Sie ist unberechenbar, elend langsam und alternativlos! Ist die Straße erst einmal dicht, gibt es nicht wirklich eine passable Umfahrungsstrecke. Zumindest kennen wir nun jeden Stein zwischen Vodice und Šibenik beim Vornamen.

Aufgegebene Aluminiumfabrik in Lozovac

Verlassene Aluminiumfabrik Lozovac, Kroatien - August 2016

Tor zur – Pförtnerhäuschen offen. Das haben wir uns schwerer vorgestellt!

Entschädigt hat uns dafür der erste Lost Place des heutigen Tages, eine verlassene Aluminiumfabrik in der Nähe von Lozovac. Die Fabrik steht seit ca. 10 Jahren leer, recht viel mehr an Informationen über die Hintergründe verrät auch das Internet nicht – lediglich die Tatsache dass die Fabrik in den 1930er bis 1940er Jahren eine wichtige Produktionsstätte zur Erreichung der Deutschen Rohstoffsicherungspolitik gewesen sein soll. Einige Infos dazu kann man hier nachlesen.

Das Gelände ist wirklich riesig, mit vielen leerstehenden Hallen, Produktions- und Verwaltungsgebäuden. Während unseres Rundgangs finden circa 150 Bilder ihren Weg auf die Speicherkarten, außerdem nehme ich einen Rundgang mit der Videokamera auf. Das Bildmaterial in Serie betrachtet ist nicht sehr aussagekräftig, da jedes Motiv für sich spricht, und einer individuellen Bearbeitung bedarf. Einige Motive entfalten ihre Wirkung nur monochromatisch, andere wiederum spielen ihre Stärken mit möglichst starken Kontrasten aus. Ein paar davon findet Ihr weiter unten im Bilderbereich, bewertet das einfach selbst. 🙂

Nachdem wir das Gelände wieder verlassen konnten, ohne von Wachschutz oder Polizei aufgegriffen zu werden, führt uns der zweite Stopp am diesem Tag an ein verlassenes Haus am Meer, welches einen Geocache für uns bereithält. Auf dem Weg dorthin treffen wir auf ein Ehepaar aus den Vereinigten Staaten, die mit dem eigenen Auto unterwegs sind – der SUV hat tatsächlich die Kennzeichen und Zulassung von New York!

Die Zwillingskirchen aus dem 6. Jahrhundert

Doppelbasilika in Kroatien, August 2016

Kopierte Kirche. Die Grundrisse lassen es noch erahnen!

Danach führt uns der Weg in den Hafen von Šibenik, um dort ein altes Fort zu besichtigen. Leider hat sich hier ein Recherchefehler eingeschlichen, das Fort liegt auf einer Insel, und wir haben kein Boot dabei. Stattdessen fahren wir direkt weiter zu einer archäologischen Ausgrabungsstätte. Dort wurde 1969 eine Doppelbasilika aus dem 6. Jahrhundert wiederentdeckt, ausgegraben und als Point of Interest der Nachwelt zur Verfügung gestellt. Den dortigen Cache loggen wir ebenfalls erfolgreich. Danach stauen wir uns zurück in Richtung Hotel, gabeln dabei noch Getränke in einem Plodine Markt auf und stillen unseren Hunger mit Calamari Fritti bzw. Pizza Margherita mit Zwiebeln.

Ungewohnt früh, es ist 19:12 Uhr, sitze ich auf der Hotelterrasse und tippe diesen Bericht, während meine EBH die Bilder und Videos unserer Kameras überspielt und vorsortiert. Viel wird heute nicht mehr passieren, für morgen stehen dann zwei Geocaches an, der Nachmittag soll (diesmal wirklich) für Baden, Sonnen und Tretboot fahren genutzt werden.

Bilder des Tages

Theater am Hambuger Hafen

Hamburgs Musicaltheater

Bei unserem bisher letzten Hamburg-Besuch im August 2015 habe ich mir neben der Besichtigung der legendären Hamburg Cruise Days auch ein paar Gedanken über die Hamburger Theaterszene gemacht.

Schlendert man an den St. Pauli Landungsbrücken entlang, fällt der Blick früher oder später auf zwei imposant in Szene gesetzte Musicalhäuser – eines firmiert mit dem Konterfei von König der Löwen, direkt links daneben prangt die Werbung zu Das Wunder von Bern.

Nahezu jeder von war bereits zu einem Musicalbesuch dort, oder kennt zumindest jemanden, der schon eines der beiden Musicals erleben durfte. Die wenigsten dürften sich bisher Gedanken über die Musicalgebäude, ja die Musicalszene an sich, gemacht haben.

Theater am Hambuger HafenDas weltbekannte Musical König der Löwen spielt im ehemaligen Buddy Musicaltheater, der offizielle Name lautet mittlerweile Theater im Hafen Hamburg. Im Jahr 1994 für das Musical „Buddy“ um den Rock ‘n‘ Roller Buddy Holly entworfen und gebaut, wurde es im Jahr 2001 von Stage Entertainment übernommen und umgebaut. Dort wird seit Dezember 2001 ohne Unterbrechung 8x täglich Der König der Löwen aufgeführt, mittlerweile weit mehr als 5.000 Mal.

Direkt daneben befindet sich das Theater an der Elbe, gebaut in den Jahren 2011-2014. Aufgeführt wurde dort bisher nur ein Musicalstück, nämlich Sönke Wortmanns Das Wunder von Bern.

Musical-Urgesteinen ist sicherlich auch das Theater Neue Flora in Altona ein Begriff. Genau wie die beiden anderen Theaterstätten betreibt auch hier die Stage Entertainment GmbH ein Theater-/Musicalhaus, in dem bereits viele namhafte Musicals aufgeführt wurden. Startschuss war hier bereits im Juni 1990, seit Dezember 2015 wird dort Disneys Aladdin zum Besten gegeben. In der Vergangenheit beheimatete die Neue Flora die Protagonisten nicht minder bekannter Musicals wie Tarzan, Das Phantom der Oper, Titanic, Tanz der Vampire oder Dirty Dancing.

Taucht man noch weiter in die Hamburger Theaterszene ab, stellt man recht schnell fest, wieso Hamburg nicht umsonst gerne auch Theater- bzw. Musicalstadt genannt wird. Nicht weniger als 50 namhafte aktive Theatergebäude sind dort beheimatet. Eine schöne Übersicht bietet übrigens die offizielle Internetseite von Hamburg.

Kurzum: Hamburg ist viel mehr als der Hafen, St. Pauli, das Miniaturwunderland oder das glamouröse Blankenese. Die Perle des Nordens kann und bietet derart viel, dass es nicht umsonst meine Lieblingsstadt ist. Falls Ihr also plant, dort ein Musical zu besuchen, dann stürmt nicht unter Zeitdruck in die Vorstellung und reist danach wieder überstürzt ab. Beschäftigt euch bewusst mit der zweitgrößten Stadt Deutschlands – Hamburg hat über 1,7 Millionen Einwohner, somit leben dort 2,1% der deutschen Gesamtbevölkerung. Für die einfacher gestrickten: Statistisch gesehen befinden sich in einer Menschenansammlung mit 1000 Personen genau 21 Einwohner Hamburgs! 😉

Ohne groß nachzudenken, fallen mir unzählige Dinge ein, die Ihr in Hamburg unbedingt machen solltet:

  • Eine Hafenrundfahrt (ruhig die große Variante, der Containerhafen ist gigantisch)
  • Einen Spaziergang über die Landungsbrücken (müsst ihr unweigerlich, wenn ihr eine Hafenrundfahrt startet)
  • Den Fischmarkt besuchen (dazu muss man nicht unbedingt um 4:00 Uhr früh hin, wer allerdings das echte Flair erleben will, dem sei dies ans Herz zu legen
  • Einmal Freitag um 22 Uhr St. Pauli erleben
  • Eine Stadtrundfahrt machen (Es gibt tolle Hop-on Hop-off Busse, mit denen Ihr absolut flexibel seid)
  • Die Alster befahren / umlaufen / genießen
  • Die Kreditkarte einpacken und in der Mönckebergstraße shoppen gehen
  • Das geniale U-Bahn System nutzen (ich liebe die Hamburger U-Bahn, probiert es aus)
  • Ein Musical besuchen (natürlich!)
  • Ins Miniaturwunderland gehen (am besten außerhalb der Ferien)
  • Die alte Speicherstadt zu Fuß (wichtig!) erkunden
  • Die neue HafenCity bestaunen
  • Falls der Reisetermin passt: Den Hafengeburtstag oder die Hamburg Cruise Days ansehen
  • Ein Bier in der Privatbrauerei Gröninger trinken

Und das Beste – um alles was ich jetzt spontan aufgezählt habe, zu erleben, braucht ihr kein Auto. Vieles ist fußläufig (und damit auch viel authentischer und echter), oder mit dem Stadtrundfahrten-Bus bzw. der U-Bahn zu erreichen.

Wann immer ihr Hamburg als Reiseziel wählt – denkt an meine geschriebenen Worte und ich bin mir sicher ihr werdet viel Spaß erleben! 🙂