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Fortress Obrovac, Kroatien - August 2016

Kroatien 2016 – 09. August – Der erste Lost Place & Winnetou

In der zweiten Nacht begnügt sich mein Körper mit sagenhaften 9,5 Stunden Schlaf. Die gestrige Kohlenhydrat-Völlerei ruft das schlechte Gewissen auf den Plan – in Ermangelung einer Joggingstrecke muss ich den angefressenen Fettpölsterchen mit einer Runde Schwimmen im Meer zu Leibe rücken.

Die Frau versucht sich im Laufen, findet aber auch keinen Laufweg, die einzige Möglichkeit verläuft direkt auf (!) der Fahrbahn der berühmt berüchtigten Jadranska Magistrale, in jedem Fall ein Himmelfahrtskommando und eigentlich nur jedem zu empfehlen, der mit seinem Leben abgeschlossen hat.

Etwas verspätet entern wir das Frühstücksbuffet und werden mit einem Gruß aus der Küche überrascht. Eigentlich handelt es sich bei dem nett angerichteten Teller um simples Rührei mit Speck, jedoch ist die Ausarbeitung dessen perfekt, und die Köchin freut sich sichtlich, uns damit zu überraschen. Wie bereits erwähnt, in einem 15-Zimmer Hotel ist alles etwas familiärer. 🙂

Endlich, die ersten Geocaches

Die Tagesplanung ist wie immer spontan, wir entschließen uns für unsere erste Cachingtour in diesem Urlaub. Insgesamt vier besondere Plätze, allesamt im kroatischen Hinterland liegen vor uns.

Fortress Obrovac, Kroatien - August 2016

Sehr filigran, hab’s lieber mal festgehalten!

Die Tour beginnt mit dem beschaulichen Örtchen Obrovac. Obrovac liegt im Canyon des Flusses Zrmanja und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Oben auf dem Berg bietet die Ruine einer alten Festung einen traumhaften Panoramablick und beherbergt zugleich den ersten Geocache unserer Reise.

Obrovac selbst ist ein verschlafener Flecken Erde, Touristen findet man kaum, lediglich Kanufahrer passieren den Ort mit stoischer Regelmäßigkeit. Auch jetzt merkt man dem Ort noch an, dass auch dort vor 20 Jahren noch erbitterter Krieg herrschte.

Danach geht die Fahrt weiter nach Zaton Obrovački. Von dort aus führt eine vier Kilometer lange, zweieinhalb Meter breite Stichstraße zu einem atemberaubenden Lost Place direkt am Fluss Zrmanja (Ich lade später noch ein Video von der Fahrt zum Lost Place hoch, hatte bisher noch keine Zeit zur Bearbeitung).  Bei dem Gebäude handelt es sich um ein verlassenes Wasserwerk. Absperrungen am Objekt gibt es keine, obwohl dort Gruben bis 20 Meter Tiefe ungesichert und nahezu unsichtbar vorzufinden sind. Ich kraxle wild drauflos, wir schießen viele Bilder und sammeln Eindrücke die kaum ein anderer Kroatien-Tourist je zu Gesicht bekommen wird.

Auf zum Rio Pecos

Zrmanja Plateau, Winnetou, Kroatien - August 2016

Gern genommener Winnetou-Drehort, et voilá: Rio Pecos, Mechiko!

Das nächste Ziel steht ganz im Zeichen von Winnetou und Old Shatterhand. Das Thermometer zeigt 34 Grad im Schatten und wir parken den Skoda in der kroatischen Einöde, um uns auf einen Fussmarsch zum Zrmanja Plateau zu machen. Schatten gibt es dort in Ermangelung von Bäumen keinen. Das Zrmanja Plateau ist der berühmteste Drehort der Karl May Filme und ein absolut beeindruckender Flecken Erde. Einerseits ist man sofort 50 Jahre in der Zeit zurückversetzt, zum anderen erinnert die wüstengleiche, felsige Vegetation eher an den Grand Canyon als an Dalmatien. Den dort versteckten Cache finden wir leider nicht, stattdessen belegen nach unserem Besuch gut 100 neue Fotos Platz auf der Speicherkarte unserer Kamera. Patschnass geschwitzt und um unvergessliche Eindrücke reicher starten wir gut eine Stunde später erneut den Reisewagen, das Navi auf „Novigrad“ programmiert.

In Novigrad angekommen parken wir das Auto nach einigen unmotivierten Versuchen von Carlos (unser Navi-Ansager), uns in die Irre zu führen, in einem Wohngebiet am Fuße des Novigrad Fortress. Selbiges ist trotz Hauptsaison menschenleer. Der Grund scheint wie immer der gleiche zu sein: Die Kroaten verfügen über unzählige Burg- und Festungsruinen. Was für die Einheimischen anscheinend nichts besonderes zu sein scheint, ist für uns Lost Places Fans ein Eldorado! So nutzen wir die Einsamkeit und erklimmen ohne Touristenstrom den Berg von Novigrad. Mir gehen langsam die Superlative aus, aber auch diese Festung ist groß, in vielen Teilen nachvollziehbar erhalten, und bietet einen traumhaften Blick. Auch dort wäre ein Geocache versteckt, wir müssten dazu 20 Meter nach unten klettern. Unser körperliches Befinden und die Tatsache dass bei 35 Grad unser Kreislauf wohl im Auto geblieben ist, beschließen wir dass uns Ausblick und Location Geschenk genug sind. Ein Cachelog weniger auf unserer Liste, aber die Eindrücke bleiben.

Novigrad, Sibenik, Kroatien - August 2016

Panoramablick vom Novigrad Fortress

Da langsam aber sicher die eigentlich ausreichend geplanten Getränkereserven zur Neige gehen, treten wir den Rückzug ins Hotel an, schwimmen nochmals ausgiebig im Meer und speichern etwas Sonne im Körper.

Schlechtes Essen gab’s auch

Das Abendessen muss extra erwähnt werden: In einem tags zuvor entdeckten Restaurant gibt es für mich erneut gebackene Calamari, die Frau entscheidet sich für Spaghetti Milanese. Beides ist derart fürchterlich dass ich lange überlegen muss, ob ich überhaupt Trinkgeld gebe. Da der Kellner nichts dafür kann, was der Koch verbricht, ich aber trotzdem ein Exempel statuieren möchte, verbleiben nur 5 Knoten (umgerechnet ca. 80 Cent) in der Rechnungsmappe.

Mittlerweile zeigt die Uhr 21:08, ich sitze auf der Hotelterrasse, trinke ein eiskaltes Karlovačko, tippe diesen Bericht und lasse mich im Sekundentakt von diesen ekelhaften Moskitos stechen. Langsam sollte ich eine Hochrechnung beginnen, ob die Tube Fenistil bis zum Urlaubsende reicht!

Bilder des Tages

Ufersteg, Chiemsee, Januar 2016

Das Bayerische Meer – Kurzurlaub am Chiemsee

chiemsee-01-2016Es ist immer das Gleiche! Man fährt in den Urlaub, macht Hunderte Bilder, schwört sich schon vor der Abreise, die Urlaubserlebnisse niederzuschreiben und im Blog zu veröffentlichen, und was passiert? Richtig – Erstmal ganz lange nichts! 🙂

Nun, genau 4 Monate liegt der Kurzurlaub an den Chiemsee mittlerweile zurück, letzte Woche habe ich dann wenigstens mal die Fotos von der Kamera aufs Laptop überspielt. Grund genug, Euch noch an den drei interessanten Urlaubstagen teilhaben zu lassen, zumindest in Kurzform – um hier überhaupt mal wieder ein Lebenszeichen von mir zu geben, und um ein paar Bilder in die Weiten des Internet zu streuen. Also, folgendes hat sich an den letzten Januartagen des Jahres 2016 im beschaulichen Südbayern zugetragen…

Tag 1 – Anreise, Chiemsee & Wassermühle

Nach einer kurzen Anreise (von Nürnberg zum Chiemsee ist es nicht wirklich weit) wurde erstmal das Basislager bezogen. Die Wahl fiel auf das Hotel Farbinger Hof in Bernau, dank HRS ein ***S-Schnäppchen. Im Hotelzimmer angekommen wurden erstmal die interessantesten Geocaches lokalisiert, für die folgenden Tage war die Besichtigung einiger Lost Places geplant, idealerweise in Verbindung mit kniffligen Geocaches.

Ufersteg, Chiemsee, Januar 2016

Chiemsee. In Schwarzweiß. Eigentlich ist er blau.

Als erstes ging es direkt zum Chiemsee, ins Wasser gucken. Das Wetter war uns nicht wohlgesonnen, abgesehen von den Temperaturen hingen die Wolken tief, es wollte nicht einmal richtig hell werden. Von optimalen Fotobedingungen waren wir so weit entfernt wie vom Nordkap. Kaum vorstellbar dass dieser Ort in den Sommermonaten DER Urlaubs- und Party-Hotspot am Chiemsee sein soll…

Das ein oder andere Bild vom Chiemsee-Ufer fand doch seinen Weg auf die Kamera, der Großteil davon jedoch nicht wirklich aussagekräftig und die eben beschriebenen Wetterbedingungen widerspiegelnd. Den am Ufer versteckten Geocache haben wir nicht gefunden, genau so wenig den im Vereinsheim des Segelclubs. Vielleicht hat ja so ein Cache auch Saison…

Geocache in verlassener Wassermühle

Winziger Einstieg: Gut wenn man seinen Minion dabei hat.

Da im Januar die Tage kurz sind, und die Uhr schon Richtung 1600 zeigte, machten wir uns auf den Weg zum nächsten Cache, der zugleich als Lost Place angekündigt wurde. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine verlassene und nicht mehr genutzte Wassermühle – mittlerweile in einem fragwürdigen Zustand. Nach Erreichen des baufälligen Gebäudes habe ich kurzfristig in den Zustand „Mimose“ gewechselt, weshalb die Conny die Ehrenrettung in die Hand nahm, durch die Zuflussöffnung in die Mühle gekrabbelt ist, und dort unter dem Dachstuhl erfolgreich den Cache ausfindig machen konnte.

Da sich die Suche etwas hingezogen hatte (wir hatten den Cache außen vermutet, und mussten dann erst knobeln, wer innen sucht), verschwand der Tag, und die Dämmerung begleitete uns in die Nacht. Die Szenerie war gefühlt gespenstisch, in etwa so wie in den französischen Horrorfilmen, kurz bevor der einsiedelnde Bauer mit der Sense ums Eck kommt, um jegliche Eindringlinge zu Mett zu verarbeiten. Im Nachhinein ein schönes Bild:

Dunkel. Einsam. Schaurig. Schön.

Dunkel. Einsam. Schaurig. Schön.

Zurück im Hotel waren all unsere Tetris-Kenntnisse der Kindheit gefragt, um die gustiösen Speisen passgerecht im Magen zu platzieren. Fazit: Essen saulecker, aber wer keine Speisen aus Zeiten in denen noch alles mit Schmalz ausgebacken wird, gewöhnt ist, dessen Körper hat seine liebe Not, das eingeflöste Mahl zu verarbeiten. Junge Junge…

Tag 2 – Lost (and found)

Der zweite Tag stand im Zeichen des Hotel Geiger in Berchtesgaden, ein Lost Place Leckerbissen der Kategorie „Verlassenes Hotel“. Um das Haupt-Event herum wollten wir noch einige andere Lost Places besichtigen und dabei gleich ein paar weitere Caches loggen.

Kurmittelhaus Becker - Bayerisch Gmain - Januar 2016

Ich kaufe ein L und ein H und möchte lösen!

Gefreut haben wir uns auf unseren ersten Anlaufpunkt, das Kurmittelhaus Becker in Bayerisch Gmain. Das ehemalige Kurhaus steht prominent mitten im Ort und ist mittlerweile durch Bauzäune hermetisch abgeriegelt. Gut, wir hätten einen Zugang gefunden, damit wären wir auch mit ziemlicher Sicherheit problemlos ins Innere des Gebäudes gelangt, aber wie erwähnt ist die Lage der Immobilie wirklich prominent. Nackt durch die Nürnberger Innenstadt laufen wäre wohl unauffälliger. Also haben wir es bei einer ausführlichen Aussenbesichtigung belassen, Fotos aus dem Inneren des Gebäudes sind ja dank anderer Urbexer mittlerweile bekannt – Hier gibt es bspw. mehr Bilder.
Es ist fraglich wie lange das Gebäude noch steht, eine Rettung ist wohl ausgeschlossen. Angeblich soll das Kurgebäude einer Wohnanlage weichen.

Bad Reichenhall - Panoramablick vom Schroffen

Reichenhall. Gar nicht mal so schön.

Weiter ging die Fahrt ins nahe Bad Reichenhall zum ehemaligen Gasthof Schroffen. Ebenfalls als Lost Place ausgewiesen und mit einem Geocache versehen, mussten wir dem Schroffen natürlich einen Besuch abstatten. Den Cache haben wir trotz 30-minütiger, intensiver Suche nicht gefunden, der verlassene Gasthof hat uns dafür mit einem tollen Blick über Bad Reichenhall entschädigt. Der Schroffen selbst ist gar nicht mehr so „Lost“ wie noch vor einigen Monaten. Der Gebäudekomplex wurde mittlerweile zu einer Flüchtlingsunterkunft umgebaut. Die vorbereitenden Arbeiten schienen abgeschlossen zu sein, bezogen war das Objekt noch nicht. Stattdessen gibt es omnipräsente Hinweise, dass Hausfriedensbruch nach StGB bestraft wird, und ein Betreten strengstens verboten sei. Zudem war eine Kameraüberwachung installiert – die Objektschützer waren also zumindest gut unterhalten, während wir erfolglos nach dem Cache gesucht haben. Bilder vom Gasthaus und den Nebengebäuden findet Ihr u.a. hier.

Hotel Geiger - Berchtesgaden - Januar 2016

Das erste Hotel am Platz. Damals. Ehrlich!

Zurück im Auto wurde das Navi auf Berchtesgaden programmiert, schnurstracks, und ohne große Erwartungen ging die Fahrt in Richtung Hotel Geiger. Nachdem wir in Ermangelung eines Parkplatzes bereits drei Mal am Hotel vorbeigefahren waren, bot sich auf dem Parkplatz der Polizeiinspektion Berchtesgaden (übrigens ein tolles historisches Gebäude) eine adäquate Haltemöglichkeit. Von dort aus sind es gut 5 Minuten Fußweg bis zum ehemaligen Hotel Geiger. Selbiges hat übrigens einen eigenen, sehr ausführlichen Wikipedia-Artikel, in der die Geschichte und architekturgeschichtliche Bedeutung detailliert erläutert wird. Darum von mir nur die „Hard facts“: Eröffnet 1866, geschlossen 1997, der ehemalige Betreiber verbaut jetzt Kühlanlagen auf Bohrplattformen, die Gästeliste des Etablissements umfasst Persönlichkeiten wie Thomas Mann, John F. Kennedy, Elvis Presley, The BeeGees und Fürst Albert von Monaco, um nur einige zu nennen.

Hotel Geiger Berchtesgaden Januar 2016

Warum liegt hier eigentlich Stroh?

Wie der Großteil interessanter Lost Places ist leider auch das Hotel Geiger von dummdreistem Vandalismus geprägt. Hinzu kommt eine erweiterte Baufälligkeit des Gebäudes. Zwar sind alle Zugänge offen, auf eine Besichtigung der oberen Etagen haben wir jedoch verzichtet. Zum Einen ist es immer lästig, wenn man sich sämtliche Fluchtwege abschneidet, In flagranti erwischt wird und in Erklärungsnot kommt, zum Anderen hatten wir schlichtweg Bedenken, bei einem unüberlegten Schritt durch die Decke zu brechen. Trotzdem sind viele einmalige Bilder entstanden, und die gewonnenen Eindrücke nimmt mir maximal eine Amnesie oder eine Demenz. Weitere Bilder zum Hotel Geiger findet Ihr über Google oder bspw. auf bgland24.de.

Im Anschluss wollten wir noch die Erholungsmöglichkeiten des Hotels in Anspruch nehmen und haben den kontrollierten Rückzug angetreten. Ganz langweilig über die Autobahn A8, gewürzt mit einem kurzen Halt am Autobahnparkplatz „Chiemsee“. Ich bin bestimmt schon 50x dort vorbeigefahren und hatte nie die Zeit oder die Muse, dort rauszufahren. Mei, man sieht den Chiemsee, das Wasser reicht bis an die Mauer des Parkplatzes heran, bei Hochwasser gerne auch mal darüber hinaus.

Autobahn A8 - Parkplatz Chiemsee

Der Chiemsee von der Autobahn aus gesehen – mit renitenten Möwen!

Tag 3 – Northbound

Der dritte und zugleich unser Abreisetag ist schnell erzählt. Am letzten Urlaubstag packt mich das Heimweh, das bin ich so gewöhnt. Der letzte Tag dient in den Neumeierschen Reiseverläufen immer der Rückreise. Da frühstückt man, setzt sich ins Auto und fährt heim – wenn das eigentlich nur drei Stunden dauert ist das komisch, ich bin aber dann trotzdem nicht mehr in Ausflugs- oder Sightseeing-Stimmung. Ein Kurzbesuch in diversen Outlets (wir haben unter anderem ca. 6 Kilo Schokolade im Lindt-Outlet gekauft, mit der Abarbeitung dessen kämpfe ich immer noch) und eine katastrophale Verkehrssituation haben die Rückfahrt dann trotzdem zu einem 6-stündigen Erlebnis gemacht. Ein paar Caches konnten wir auch noch erfolgreich loggen – in einem verlassenen Wald haben wir ein altes Hexenhaus gefunden, und kurz vor daheim noch einen Holzkasten an einem Baum, in dem Travelbugs und weitere Memorabilien getauscht werden können.

Alles in Allem war die Reise ans Bayerische Meer eine ereignisreiche Kurzreise, und hat mir gezeigt, dass man die Region um den Chiemsee definitiv auch mal im Sommer anschauen muss.

Burgruine Ledenice

Kroatien Tag 2 – 01.06.2015 Ruinen, Gemütslabyrinth und Zeckenalarm

Nach gefühlten 12 Stunden Schlaf erwache ich mit einem traumhaften Meerblick und der freudigen Erkenntnis dass die Uhr erst 6:55 Uhr zeigt – zumindest einigermaßen als Early Bird im Urlaub unterwegs zu sein macht Spaß!

Der Gang zum Frühstücksbuffet liefert den nachhaltigen Beweis dass tatsächlich nur zwei Zimmer unseres vermeintlichen 4-Sterne Etablissements belegt sind, nämlich durch die EBH und mich, und ein Ehepaar mittleren Alters das, den Duschgeräuschen nach zu urteilen, direkt neben uns nächtigt.
Entsprechend karg fällt das Frühstück aus, zwar steht jedem von uns eine Bedienung zur Verfügung, jedoch scheint das Hotel keine unnützen Waren horten zu wollen. So gilt es, fünf Brötchen auf vier Esser zu verteilen, darüber hinaus fristen noch drei einsame Croissants ihr Dasein auf der Buffett-Anrichte. Trotz allem gesättigt (am Nachbartisch sitzen entweder schlechte Esser, oder sie waren schlichtweg zu langsam) geht es danach ins Auto und ab zum ersten Ausflugsziel.

Auf dem Programm steht eine alte Burgruine aus dem 16. Jahrhundert. Selbige ist mal wieder in keiner Karte verzeichnet, entsprechend interessant gestaltet sich das Ausfindigmachen des nähesten Zugangs. Nachdem sich die Diva wild schnaufend den ersten Bergpass hinaufgequält hat, tauschen wir das Auto gegen die Wanderschuhe und machen uns auf den Weg Richtung Gipfel. Mein Schnupfen ist noch immer gegenwärtig, was den Aufstieg nicht einfacher macht – da meine hypochondrische Wenigkeit jedoch sowieso den halben Tag mit Jammern beschäftigt ist, entschließe ich mich diesmal zu schweigen und den Tritt vorzugeben. Zwei durchgeschwitzte T-Shirts und ca. 30 Minuten später ist uns beiden klar: Von dieser Seite aus gibt es keinen Weg zum Gipfel (nebst dortiger Burgruine)! Leicht enttäuscht treten wir den Rückweg an und versammeln uns am Fahrzeug zur weiteren Lagebesprechung.

Ein Blick in die Openstreetmap (was wäre das Leben ohne Internet und 3G-Verbindung) verrät uns, dass unser Navigationssystem nur eingeschränkt brauchbar ist, und blitzschnell ist ein anderer Zufahrtsweg ausfindig gemacht. Also zurück ins Auto und die Diva den nächsten Berg hochgescheucht. Dort angekommen ist die Ruine in Sichtweite und maximal 80 Höhenmeter von uns entfernt. Den Geocache IN der Ruine finden wir trotz intensiver Suche leider nicht, der Aufstieg wird uns aber mit einem traumhaften Panoramablick über die Kvarner Bucht belohnt.

Nachdem die Sonne mittlerweile sprichwörtlich unerbittlich wird und sich mein T-Shirt anfühlt als wäre ich gerade dem Pool entstiegen, entschließen wir uns, für die weitere Tagesplanung ins Basislager zurückzukehren.

Dort angekommen verbreitet sich mittlere Panik, da sich an Gattins Knöchel eine renitente Zecke festgebissen hat (späteres Googlen ergibt, dass man dabei von einem Stich spricht, nicht vom landläufig bekannten Biss). Dank der Tatsache dass ich seinerzeit 4 Semester Medizin in Vancouver studiert habe und die richtigen Operationsmaterialien im Reisegepäck verstaut sind, trenne ich Zecke und Gattin fachgerecht (und komplett), töte Erstere und verstaue sie in einer Tüte – etwaig folgende Entzündungen können damit beim Arzt problemlos mit dem Hinweis „Das war die hier!“ quittiert werden.

Nachdem der Schreck verdaut und der Tag noch jung ist, beschließen wir, ein in der Gegend bekanntes Steinlabyrinth zu suchen. Selbiges kann durchlaufen werden und soll angeblich gut für die Gesundheit sein. Man kann sich unter anderem resistent gegen Erkältungen machen, Herzprobleme ausmerzen und potenzsteigernd soll das Ganze auch noch sein. Bevor der letzte Satz zu Ende gelesen ist, sitze ich auch schon im Auto, die Diva vorsichtig darauf vorbereitend, dass gleich ein weiterer, immenser Berganstieg bevorsteht. Der Rest der Geschichte deckt sich mit der von Vormittag: Hinfahren (abenteuerlich!), Aussteigen und mehrere Kilometer laufen, Schwitzen wie ein Isländer in Bangkok, Rückfahrt ins Basislager (nicht mehr so abenteuerlich da wir den Weg bereits kennen), Hunger!

Das Aktivitätsarmband zeigt ca. 10 Kilometer Laufweg an und ca. 800 zurückgelegte Höhenmeter. Das Abendessen schmeckt vorzüglich (Gemüsesuppe, Truthahn in Champignonsoße, Eis), das Mineralwasser (kein Witz!) am Hotelbalkon ebenso. Beim Tippen dieser Zeilen schleicht sich langsam die Müdigkeit in meine geschundenen Knochen. Die Gattin schläft bereits, die Zecke ist immer noch tot. Morgen steht Opatija auf dem Programm, oder Rijeka, oder Senj – nichts genaues weiß man nicht!

Geocaching-Tour zum Flughafen

Vor vierzehn Tagen stand mal wieder eine Geocaching-Tour auf dem Programm. Nachdem wir ja die benachbarten Stadtteile bereits grob abgegrast hatten, stand diesmal zusammen mit Tom und Christine der Nürnberger Norden auf dem Programm. Nachdem wir uns erst in bitterer Kälte eine Stunde quer durchs Knoblauchsland gefroren hatten ging der Weg in Richtung Flughafen Nürnberg.

Dort angekommen haben wir alle aktiven Caches in der Gegend gesucht und allesamt erfolgreich geloggt. Ein wirklich interessanter Cache befindet sich auf Ebene 13 (oder wars 15?) in einem der Parkhäuser am Terminal. Ohne Hilfsmittel ist dieser Cache unmöglich zu bergen. Unter Zuhilfenahme sämtlicher Schlüssel und Taschenmesser und der ständigen Angst dass eines der Utensilien im Nirvana verschwindet konnten wir den Cache dann doch noch erfolgreich bergen. Gut versteckt und mit den Fingern nicht greifbar wären wir fast auf dem Parkdeck erfroren, von der fehlenden Feinmotorik in den Fingern die dafür dringend benötigt wurde ganz zu schweigen. Für die Geocaches soll man ja wenn möglich im Internet nicht zu viele Hinweise geben, deshalb gibt es nur dieses Foto. Damit wird vielleicht ansatzweise klar womit wir es zu tun hatten:

Geocache am Nürnberger Flughafen im Januar 2013

Neben der Tatsache dass es dort einige interessante Geocaches gibt, ist der Flughafen ja auch immer ein Zentrum des Kommens und Gehens. Auch am Sonntag haben dort geschätzte 100 Reiseterminals offen, in denen Kunden lang geplante Urlaube buchen können, oder einfach Last-Minute verreisen.
Ich als bekennender Flugängstler würde ja lieber zu Fuß nach Sizilien laufen als in einen dieser Blechvögel zu steigen. Manchmal packt mich aber doch der Mut, und ich würde am liebsten sofort losfliegen. Für diese lichten – und sehr seltenen – Momente bräuchte ich sowas wie Ultra-Last-Minute. Ich dachte ja bisher immer, bei Last Minute läuft man mit gepackten Koffern in die Terminalhalle, zeigt am erstbesten Schalter auf ein Last Minute Ziel und hockt 20 Minuten später im Flieger und wird mit Tomatensaft und überteuerten Spirtuosen bedient. Weit gefehlt!

Das kurzfristigste Last Minute Angebot das mir untergekommen ist, hatte 36 Stunden Vorlaufzeit. Spontan ist anders, und wird es mir mit meinem Flugproblem nicht unbedingt leichter machen. Vielleicht sollte ich doch noch mal nachfragen, welche Tropfen dem B.A. Baracus vom A-Team immer eingeflöst wurden…