Wandern ist auch was für die Jüngeren

[Trigami-Review]

Wandern war für mich in der Vergangenheit immer ein Synonym für Rentnerprozessionen, die sich zum 74. Mal an der Aussicht auf Ihrer persönlichen Wanderstrecke ergötzen, und sich dabei über die neuesten Krankheiten und Wehwechen austauschen. Wandern, für mich das Superlativ von “Spazierengehen” war für mich absolut undenkbar, sodaß sogar der Weg zum 100m entfernten Zigarettenautomaten mit dem Auto erledigt wurde.

Wie gesagt: In der Vergangenheit war das so. In der Zwischenzeit kann ich mich mehr und mehr fürs Wandern begeistern. Aktuelle Studien belegen zudem, dass das Wandern vor allem für die jüngeren Generationen immer mehr an Bedeutung gewinnt. Man kann klar sagen, Wandern ist In!

Bei mir kam die Freude am Wandern ganz langsam. Je öfter Streß ich in der Arbeit hatte, umso mehr konnte ich als Ausgleich die Zeit bei mir daheim im Bayerischen Wald an der frischen Luft genießen. Und plötzlich hatte ich auch ein Auge für die Landschaft, Flora und Fauna.

Als erstes stand dann der bayerische Wald aus Wanderziel auf dem Programm. Praktisch wenn man hunderte Kilometer Wanderwege direkt vor der Haustür hat. Den letzten Wellness-Urlaub in Österreich habe ich dann erstmals mit dem Erkundschaften von Wanderwegen in Österreich begonnen. Und ich muß sagen, Wandern in Österreich hat seinen besonderen Reiz. Gegenüber dem Bayerischen Wald – hier kann ich am besten vergleichen – bietet Österreich eine größere Vielfalt. Von leichten Wanderungen im Mittelgebirge bishin zu anspruchsvollen Alpintouren ist für Jeden etwas dabei.

Im letzten Frühjahr sind wir – meine Freundin, ein befreundetes Pärchen und ich – nach Österreich aufgebrochen. Geplant war ein Wellnessurlaub, also Füße hoch, sich von hinten bis vorne bedienen lassen, die einzige geplante Bewegung sollte der Gang von der Liege in den Whirlpool sein.
Doch dann kam es irgendwie ganz anders. Nachdem wir morgens den örtlichen Supermarkt um einige Fressalien erleichtert hatten kam uns die spontane Idee, noch etwas die Gegend zu erkunden. Da keiner von uns ortskundig war ließen wir uns vom Navigationssystem zu einigen interessanten Punkten lotsen. Keine zwei Stunden später (hätten wir nicht alle 10 Minuten irgendwo angehalten um Fotos von der traumhaften Aussicht zu schießen wären wir nur 30 Minuten gefahren) standen wir vor der Rosengartenschlucht in Imst.
In Turnschuhen. Ohne Wanderkleidung. Ohne Regenschirm. Aber irgendwie wollte plötzlich jeder “da rauf”. Das Wetter war alles andere als einladend, meine Füße taten bereits beim Anblick des Aufstiegs weh, trotzdem sind wir hochgelaufen. Und wir haben es nicht bereut. Kurz vor dem Gipfel haben wir uns zur Hasenfußtaktik entschlossen und umgekehrt. Im Nachhinein war das eine weise Entscheidung, kurz nachdem wir (trocken) im Auto saßen fing es an wie aus Eimern zu schütten.
Während des Aufstiegs und der Rast auf einer der vielen Bänke am Wegesrand sind wir einigen – hauptsächlich jungen – Wanderern begegnet die allesamt begeistert waren. Diese Begeisterung zum Wandern ist seit diesem Ausflug auch auf uns übergeschwappt.

Hier einige Bilder unseres Wanderausfluges zur Rosengartenschlucht:

Unmittelbar nach der Rückkunft aus Österreich haben wir beschlossen, im nächsten Urlaub den Fokus nicht auf Wellness zu legen, sondern uns noch mehr mit dem Wandern an sich zu beschäftigen. Wir haben als nächstes Ziel die Region Oberösterreich bzw. Salzburg ins Auge gefasst. Hauptsächlich deshalb weil diese Destinationen aufgrund ihrer geographischen Lage noch mehr den bayerischen Mittelgebirgsflair mitbringen als beispielsweise die Region Kärnten oder das südliche Tirol. Oberösterreich ist da eher was für die Einsteiger im Wandern, Touren in diesem Gebiet traue ich mir als Bürostuhlhengst und leidenschaftlicher Raucher problemlos zu. Außerdem verstehen sich die Österreicher hervorragend darin, das Wandern mit dem leiblichen Wohl zu verbinden und bietet Tipps zu Wanderungen für kulinarische Schmankerljäger an.
Damit Ihr einschätzen könnt welche Wandertouren für EUCH das richtige sind, gibt es einen kostenlosen Wandertypen-Test.

Ich kann euch wirklich nur ans Herz legen, probiert die Sache mit dem Wandern selbst aus. Und ganz wichtig: Seht die Sache nicht so verbissen! Wir stecken uns keine großen Tagesziele. Wandern soll Spaß machen, wir gehen so lange wie wir Lust dazu haben, machen regelmäßige Pausen, kehren ein, und drehen auch mal um – auch wenn wir das auf der Wandertafel verzeichnete Ziel nicht erreicht haben.
Mein Tip: Macht bei den ersten Touren nicht den Fehler und verabredet euch mit leidenschaftlichen Wanderern. Im schlimmsten Fall werdet ihr dermaßen durch die Fauna gescheucht dass ihr kein zweites mal mehr die vermeintlichen Strapazen des Wanderns auf Euch nehmen wollt !

Wandern ist auch was für die Jüngeren
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2 Gedanken zu „Wandern ist auch was für die Jüngeren

  • 17. Januar 2014 um 11:04
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    Toller Artikel ! Gehe auch sehr gerne Wandern wenn ich mich vom Stress im Alltag enntspannen will. Man hält sich auch gut fit beim Wandern und mit der frischen Luft kann mal kräftig durchatmen. Eine gute Lösung zur Erholung.

  • 14. Oktober 2014 um 11:49
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    Ich finde wandern auch soooo entspannend 🙂 Könnte den ganzen Tag in Meran und Umgebung umherwandern und die wahnsinnig schöne Gegend von Südtirol bewundern 🙂

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