Toskana-Roadtrip: Die Ausflüge Tag 5-8

Ich bin ja noch Teil 2 unserer Italien-Ausflüge schuldig, Die Anreise und die Ausflüge Tag 1-4 könnt Ihr ja bereits nachlesen. Bevor ich aber mit dem nächsten Ausflug loslege, bin ich Euch noch ein Bild vom ersten Ausflug schuldig geblieben. Bei unserer Anreise in die Felsnekropolen von Sovana sind wir an Scansano vorbeigefahren. Ich weiß nicht wie alt dieser Ort mittlerweile ist, laut Wikipedia gab es dort bereits im 13. Jahrhundert eine Kirche.

Das folgende Foto ist bei ca. 80km/h aus dem Handgelenk durch die Seitenscheibe aus dem fahrenden Auto geschossen, also erwartet nicht sooo viel von der Bildqualität. Trotzdem ein schönes Dorf, im Nachhinein ärgert es mich dass wir dort nicht gehalten haben.

Scansano - Toskana - September 2011

Nun aber weiter mit Teil 2 der Toskana-Ausflüge, wir beginnen mit…

Tag 5: Ausflug nach Portoferraio auf Elba
Für diesen Tag stand ein Ausflug auf die Insel Elba auf dem Programm. Insel bedeutet gleichzeitig dass ausnahmsweise das Standardtransportmittel Auto wenig Sinn macht. Ein Schiff musste her. Wer mich kennt der weiß dass eine Fortbewegung dieser Art nicht unbedingt zu meinen ersten Präferenzen gehört, aber gut. Wer die Insel sehen will, der muss aufs Boot.
Das folgende Bild zeigt nicht die zu diesem Zeitpunkt vorherrschende Nervosität die ich empfand, unmittelbar bevor ich mein Leben in die Hand eines italienischen Seelenverkäufers gelegt habe, der pro Person 32,80 Euro dafür bekam, uns von Piombino nach Portoferraio zu schippern.

Hafen von Piombino - vor der Moby Baby - nach Portoferraio - September 2011

Im Hintergrund seht ihr die Fähre, die Moby Baby, laut Internet bunt bemalt, um damit von technischer Nachlässigkeit bei der Schiffswartung abzulenken. Objektiv betrachtet war die Überfahrt natürlich ein Witz, absolut ruhige See, und man hat kaum etwas davon mitbekommen, dass man sich auf einem Schiff befindet.

Auf Portoferraio angekommen – die Überfahrt dauerte 60 Minuten – wollten wir eigentlich einen Bootsausflug mit einem Panoramaboot machen. Es gibt dort ein unterseeisches Deck mit Panoramafenstern durch die man die örtliche Meeresfauna betrachten kann. Ich gebs zu, da hab ich gekniffen – der Kahn war derart klein und die Panoramafenster waren nicht in einem “Deck”, sondern lediglich in den Kufen des Bootes angebracht. Schwer zu erklären, aber das hat echt nicht vertrauenserweckend ausgesehen. Zähneknirschend war damit Alternativprogramm angesagt und wir haben uns die Festung und Altstadt von Portoferraio angesehen. Im Garten der Burg hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Spiaggia von Portoferraio und das Mittelmeer:

Aussicht Spiaggia Portoferraio und Mittelmeer - Toskana - September 2011

Die Rückfahrt aufs Festland nach Piombino verlief ebenso komplikationslos, allerdings haben wir uns auf dem Sonnendeck des Schiffs einen Fetzen-Sonnenbrand geholt. Ende September hatten wir die >30 Grad irgendwie unterschätzt. Fenistil und Apres Sun Lotion am Abend war die Rettung. Hier noch ein Blick auf das Panorama des Hafens von Portoferraio beim Ablegen:

Hafen Panorama von Portoferraio auf Elba - September 2011

Tag 6: Livorno
An diesem Tag wußten wir nicht so recht, was wir anfangen sollten. Einen festen Plan hatten wir nicht, am Pool rumgammeln war aber ob der Tatsache dass wir schon einmal in der Toskana sind, zu verschwenderisch. Nach kurzer Rücksprache mit Higgins (siehe Erklärung bei der Anreise) führte uns dieser Tag in die Hafenstadt Livorno (ca. 15 Kilometer südlich von Pisa). Dort angekommen galt es, einen Parkplatz in Citynähe zu finden. Bereits kurz nachdem wir die Stadtgrenze überschritten hatten, habe ich innerlich mit den Außenspiegeln meines Autos abgeschlossen. So viele Motorroller auf einem Fleck kenne ich nur aus Youtube-Videos die eine Überwachungskamera einer belebten Kreuzung in Neu-Delhi zeigen. Pro Ampelschaltung waren da mindestens 40 Roller die rechts und links an einem vorbeisausten, sich vordrängelten, dabei am Auto abstützten und manchmal fast stürzten. Hier ein Bild von der gegenüberliegenden Straßenseite:

Viele Motorroller in Livorno, Toskana - September 2011

Im Stadtzentrum von Livorno-City angekommen führte uns der Weg zuerst in den Hafen, dort hatten wir nämlich bei der Hinfahrt ein paar Kreuzfahrtschiffe gesehen. Diesbezüglich hatte ich ja schon im Juni in Dubrovnik richtig Glück, dort lag seinerzeit die Voyager of the Seas vor Anker. Diesmal war es zwar “nur” die MSC Sinfonia, jedem Kreuzfahrtinteressierten wird dieses Schiff jedoch trotzdem ein Begriff sein:

MSC Sinfonia im Hafen von Livorno - September 2011

Der Rest des Tages war recht schnell vorbei und bestand aus Shopping, Souvenierkäufen und einem Besuch bei McDonalds. Das schmeckt übrigens wie überall!

Tag 7: Rocca di San Silvestro
Für den letzten richtigen Urlaubstag hatten wir uns die stillgelegte Kupfermine von San Silvestro vorgenommen, inklusive des alten Bergdorfs “Rocca di San Silvestro” das sich auf der anderen Bergseite befindet. Die Führung begann mit einer 40-minütigen Stollenbegehung und einer Führerin die nur italienisch sprach, uns jedoch zu Beginn mit einem deutschen Audioguide austattete. Danach folgte eine 20-minütige Zugfahrt durch einen stillgelegten Stollen, auch recht spannend. Da es überall dunkel war und der Blitz meiner Kompaktkamera nicht der Beste ist, gibt es hier keine Bilder. Nach der Zugfahrt stand uns noch ein 30-minütiger Fußweg auf den Rocca di San Silvestro bevor, dort oben ist das eben angesprochene verlassene Dorf:

Rocca di San Silvestro - September 2011

Auf dem Foto sieht das Dort wirklich unspannend aus, vor Ort erhält man als zahlender Deutscher ein Büchlein, in dem 24 Stationen des Dorfes detailliert erläutert sind, vom Eingangstor über das Wachhäuschen, den Friedhof, die Kirche, die Latrine, den Turm, etc. Der Erhaltungszustand ist trotz der Tatsache dass es sich bei vielen Teilen des Dorfes um Ausgrabungen handelt, beachtenswert. Wer die Gelegenheit hat, in die Toskana zu fahren sollte sich das unbedingt ansehen.

Leider war das Wetter an diesem Tag nur bedingt auf unserer Seite, kurz nachdem wir mit der Besichtigung begonnen hatten, donnerte und blitzte es, ausgesehen hat das dann so:

Rocca di San Silvestro - Gewitter - September 2011

Das Gewitter schwappte tatsächlich über den Hügel drüber den Ihr auf dem obigen Foto sehen könnt. Kurzum: Als wir den ersten Schritt in die Überdachung im Tal gesetzt haben, begann es fürchterlich zu schütten. Erstaunlicherweise waren wir die 30 Minuten Fußweg trocken ins Tal gekommen.

Abends stand dann noch Campiglia Marittima auf der ToDo-Liste. Das war unser eigentlicher Urlaubsort, unser Ferienhaus war etwas außerhalb. Campiglia Marittima ist nachgewiesen einer der schönsten Orte in der Toskana, und so wollten wir natürlich den vielgepriesenen “unvergesslichen Blick in die Toskana” nicht verpassen.  Über Campiglia Marittima kann man alles Wichtige in Wikipedia nachlesen. Mir wird der vollständig mit dem Auto befahrbare Ortskern in Erinnerung bleiben – dort ist relativ viel Verkehr, obwohl das Stadttor keine 2 Meter breit ist. Ich kam nur durch Einklappen der Seitenspiegel überhaupt rein und auch nur weil ich mich verfahren hatte, und das Tor unvermittelt auftauchte, nachdem ich bereits gute 500 Meter durch eine steile Einbahnstraße gefahren war.

Ortskern von Campiglia Marittima, Toskana - September 2011

Der letzte Abend war dann leider bereits dem Einpacken gewidmet, da am nächsten Tag die Heimreise unausweichlich bevorstand.

Tag 8: Heimreise
Die Heimfahrt war aus fahrerischen Aspekten ein schierer Traum. Von Campiglia Marittima zurück nach Nürnberg lagen genau 974 Kilometer vor uns, für die wir exakt 8 Stunden gebraucht haben. Der Skoda hatte somit in den letzten 14 Tagen kaum eine Verschnaufpause. Die Woche vor dem Toskana-Urlaub war ich quer durch die Republick unterwegs, somit waren bei der Ankunft in Nürnberg ziemlich genau 5.000 Kilometer mehr auf dem Tacho.

Skoda Octavia RS Combi TDI - Toskana - September 2011

Rückblickend betrachtet war die Toskana ein gut gewähltes Reiseziel. Von den Sehenswürdigkeiten haben mir weder meine Bekannten noch die einschlägigen Reiseführer zu viel versprochen. Trotzdem gefällt mir die slawische Landschaft, beispielsweise in unserem Kroatien-Urlaub im Juni 2011 irgendwie besser.
Ich habe noch keine Ahnung was als nächstes Urlaubsziel ansteht. Schweden reizt mich ja schon lange, alternativ lasse ich mich vielleicht auch zu einer kurzen Flugreise überreden, wobei ich da noch nicht wüßte, was ich wirklich anschauen möchte. Und für die USA ist das Budget noch etwas dünn. Seid gespannt und lest fleißig mit, ihr werdet es erleben! 🙂

Wenn Euch der Toskana-Reisebericht gefallen hat, würde ich mich freuen wenn Ihr regelmäßig hier im Blog reinschaut. Ansonsten freue ich mich natürlich auch über Eure Kommentare im Blog!

Toskana-Roadtrip: Die Ausflüge Tag 5-8
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3 Gedanken zu „Toskana-Roadtrip: Die Ausflüge Tag 5-8

  • 22. Februar 2012 um 08:30
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    Hey,
    das klingt echt danach, als hättest Du einen tollen Urlaub gehabt und viel Erlebt.
    Tolle Fotos! =) LG Hannah

  • 2. Juli 2012 um 18:56
    Permalink

    Die Toskana ist ein wirklich schönes Reiseziel, dein Bericht hat mir einige Sehenswerte Regionen gezeigt die ich in unseren nächsten Trip einplanen werde. Vielen Dank und liebe Grüße, Mike

  • 5. Februar 2015 um 14:00
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    Es scheint, Sie hatten einen faszinierenden Urlaub, herzlichen Glückwunsch! Diese Region ist wunderbar. Was ist Ihr nächstes Ziel?

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