Toskana-Roadtrip: Die Ausflüge Tag 1-4

Wie bereits in meinem letzten Eintrag – der Anreise in die Toskana – erwähnt, hatten wir uns für die italienischen Tage einiges vorgenommen. Jeden Tag stand eine andere Stadt auf dem Ausflugsplan. Aufgrund meiner momentan wieder viel zu knappen Zeit gibt es diesmal nicht so viel Text, dafür aber mehr Bilder von den Ausflügen. Here we go…

Tag 1:
Der aufmerksame Leser wird feststellen dass ja Tag 1 für die Anreise draufging. Die könnt Ihr ja schon hier nachlesen.

Tag 2: Felsnekropolen von Sovana
Gleich nach dem Frühstück schwangen wir uns ins Auto, laut Navi lagen 142 Kilometer Fahrtstrecke bis zum Eingang in die Felsnekropolen von Sovana an. Eine Nekropole hat übrigens nichts mit unseren osteuropäischen Nachbarn zu tun, sondern ist schlicht und einfach eine Totenstadt. Noch flapsiger: Ein verlassener Friedhof, zumeist derart alt dass er nicht mehr eindeutig als solcher zu erkennen ist. Die Nekropolen von Sovana stammen aus der Zeit der Etrusker und sind das einzige erhaltene Tempelgrab aus dieser Zeit. Wikipedia sagt, die Gräber seien ca. 2.400 Jahre alt.
Ein Archäologe würde hier wahrscheinlich stundenlang onanierend im Kreis laufen, ich fand diese Stätte irgendwie langweilig. Einerseits ist nicht mehr viel zu sehen, zum Anderen hielten es die überheblichen Italiener nicht für notwendig, Ihre Informationen in einer anderen Sprache als italienisch an die zahlenden Besucher auszugeben. Ich war ja schon überrascht dass der Handzettel nicht in Latein geschrieben war.

Trotzdem konnten wir wenig damit anfangen, und haben uns nach ca. 2 Stunden wieder ins Auto geschwungen, um ziellos ins Hinterland nach Pitigliano zu fahren. Dieses Dorf ist auch schon über 1000 Jahre alt, und da der historische Teil der Stadt komplett auf einem Felsen steht, auch noch recht hübsch anzusehen.

Pitigliano - Toskana, September 2011, Stadtpanorama

Nach Pitigliano traten wir über eine andere Route (mit unzähligen toskanischen Kuhdörfern deren Namen ich mich nicht gemerkt habe) die Heimreise ins Headquarter nach Campiglia Marittima an.

Tag 3: Pisa
Wir hatten ja schon kurzzeitig überlegt, Pisa ausfallen zu lassen. Die meisten Pisa-Besucher haben uns erzählt, dass dort neben dem berühmten Schiefen Turm (weil er berühmt ist schreibt man schief übrigens groß 😉 ) nicht viel geboten sei. Neugierig waren wir trotzdem, somit machten wir uns auf den 90 Kilometer nahen Weg nach Pisa.
Dort angekommen fanden wir tatsächlich einen Parkplatz der nur 500 Meter vom Domplatz entfernt war. An dieser Stelle ein Hoch auf die Nebensaison, es war zwar einiges los, aber man hatte nicht das Gefühl, von Touristen überrannt zu werden. Bevor ich mich in Details verliere: Pisa war schöner als gedacht, und ist tatsächlich einen Tagesausflug wert. Nun lasse ich ein paar Bilder und deren Überschriften sprechen:

Domplatz Pisa - Toskana - September 2011

Der “berühmte” Domplatz in Pisa. Ich muß zugeben, trotz der Tatsache dass ich immer davon überzeugt bin, zumindest in der Theorie recht polyglott informiert zu sein, war mir bis dato nicht bewußt, dass der Schiefe Turm direkt am Domplatz, neben Dom und Kathedrale steht. Ich dachte immer der Turm steht irgendwo in der Prärie. Wer zufällig mal nach Pisa kommt und angeben will, dem sei gesagt dass der Schiefe Turm seinerzeit nichts anderes war als der Glockenturm des Doms. Damals wußte noch keiner dass das Grundfest nicht hält und das Ding einmal da steht wie ein Matrose auf der Reeperbahn in der Früh um halb 5.

Der Dom von Pisa - Toskana - September 2011

Nach den ersten Fotos begann die Diskussion, welche Gebäude wir denn nun von innen sehen möchten. Die Einwohner Pisas (wie heißen die eigentlich? Pisaer? Pisaner? Piss…?) machen das mit den Eintrittspreisen ganz schlau, denn auch dort ist nur der Tod umsonst. Man kann entweder eine (1) Sehenswürdigkeit für 5 Euro besichtigen, zwei für 6 Euro oder alle Fünf für 12 oder 15 Euro. Der Bimmelturm kostet nochmal 15 Euro extra wenn man von oben runter schauen will! Wir haben uns schlußendlich für das 2er-Set für 6 Euro pro Person entschieden. Und als mich der Bigliettabzwicker fragte, was wir denn anschauen möchten zeigte ich einfach auf die drei größten Gebäude, weil ich mir dachte da hol ich das Meiste raus. Im Nachhinein hat sich dieser Bauerntrick ausgezahlt, denn nun hatten wir Eintritt in den Dom und das Camposanto Monumentale (mal wieder eine Grabstätte, aber das wußte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht).

Innenhof des Camposanto Monumentale in Pisa - September 2011

Der Innenhof des Camposanto Monumentale. In Natura sah das noch ein Eck schöner aus, der weiße Fleck am Himmel ist nämlich kein Pixelfehler sondern der Mond, der dort um 13 Uhr ziemlich kräftig vom Himmel strahlte. Auf der Digicam sind auch noch ca. 100 Bilder von den anderen Räumlichkeiten des Camposanto Monumentale, wen es interessiert, dem lege ich diesen Artikel (auch die Einzelnachweise recherchieren) ans Herz, da bleibt kaum eine Frage offen.

Camposanto Monumentale Pisa - Geisterbild, Geist eines Toten

Zu diesem Bild muß ich hinzufügen, innerhalb des kompletten Camposanto Monumentale läuft man direkt über die Gräber bzw. Gruften der damaligen Besserverdiener.  An einer Stelle – ich stand genau über einem ca. 800 Jahre alten Grab – war es nicht möglich, ein scharfes Foto zu schießen. Bei den über 1.000 Fotos die wir in diesen 7 Tagen geschossen haben bin ich sicher dass wir den Autofokus im Griff hatten. Sobald ich mich auf dieses Grab gestellt habe, kam lediglich unscharfes Gewäsch dabei heraus, das obige Foto ist dabei noch am Besten. Entweder habe ich einen Geist gestört, oder es lag an meinem Superman T-Shirt…

Danach spazierten wir noch durch Pisa und an der alten Piazza gab es noch lecker Mittagessen. Die Souveniers in Pisa sind wie überall exorbitant teuer, eingekauft haben wir natürlich trotzdem, man will sich ja im Urlaub auch wie ein Touri fühlen! 😉

Tag 4: Volterra
Für Heute stand Volterra auf dem Programm. Volterra sagt Euch nichts? Dann habt Ihr wahrscheinlich nicht den Film “New Moon: Bis(s) zur Mittagsstunde” gesehen. Darin fährt der Vampir Edward in die italienische Stadt Volterra, die einer mächtigen Vampirfamilie gehört, mit dem Ziel, sich von den Selbigen töten zu lassen. Warum? Wegen einer Frau natürlich…
Da dieses ominöse Volterra im Film atemberaubend ausgesehen hatte, mußten wir da natürlich hin um nachzusehen, ob auch alles so war wie im Film gezeigt. Ihr denkt es Euch sicher schon, genau: Nix wars, es lebe die Computertechnik. Aber zumindest das alte Rathaus mit der Uhr gibt es noch, den dazugehörigen Brunnen haben wir jedoch vergeblich gesucht.

Viel interessanter war jedoch das Teatro Romano in Volterra, selbiges wurde zu Zeiten des Kaisers Augustus gebaut, also vor ziemlich genau 2.000 Jahren. Das Theater bot damals Platz für ca. 2.000 Personen, dahinter wurde in späterer Zeit eine Thermenanlage gebaut. Irgendwann scheinen die dann einen schlechten Hausmeister eingestellt zu haben, zumindest haben beide Gebäude schon bessere Zeiten gesehen:

Volterra - Teatro Romano - Toskana - September 2011

Das Bild ist quasi von der Tribüne aus aufgenommen. Ganz vorne also die halbkreisförmige Tribüne, dahinter das Ding mit den Säulen war die eigentliche Bühne, ganz hinten auf dem Bild etwas schwer zu erkennen war dann die Thermenanlage. Das schaut auf dem Foto jetzt alles etwas mickrig aus, aber achtet mal ca. in der Bildmitte auf das große weiße Wohnmobil am Straßenrand. Auch hier wollten die geschäftstüchtigen Italiener 4 Euro Eintritt, dafür gab es diesmal auch einen deutschsprachigen DIN A4-Zettel der etwas mehr über die Geschichte des Teatro Romano verriet. Nach Teatro und Therme machten wir noch die komplette Altstadt unsicher. Ganz oben auf dem Berg von Volterra steht der Torre del Porcellino, ein mächtiges, burgähnliches Gebäude. Dies ist so monumental dass es auch heute noch als Gefängnis genutzt wird. Eine Besichtigung ist deshalb nicht so einfach möglich.
Summa sumarum ist Volterra trotz meiner flapsig geschriebenen Einführung wirklich einen Ausflug wert, wir haben uns gut einen halben Tag dort aufgehalten – und nicht umsonst zählt Volterra in der einschlägigen Literatur zu den schönsten Orten der Toskana.

Teil 2 der Ausflüge, also Tag 5 – 8 folgt in Kürze, es erwarten Euch unter anderem noch eine Fährüberfahrt, mal wieder ein großes Kreuzfahrtschiff und eine stillgelegte Kupfermine (von innen!). Ich würde mich freuen wenn Ihr wieder mitlest. Über Eure Kommentare, Anmerkungen und Ergänzungen freue ich mich ebenso! 🙂

Toskana-Roadtrip: Die Ausflüge Tag 1-4
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