Kroatien Tag 5 – 04.06.2015 Krk die Zweite und fernöstliche Temperaturen

Der heutige Tag steht bei mir ganz im Zeichen der ersten kroatischen Hitzewelle im Jahr 2015. Gerade im Moment, es ist 21:50 Uhr und ich tippe diese Zeilen am Hotelbalkon, liegen noch exakt 30 Grad Celsius an. Aber von vorne…

Der Tag beginnt mit dem ersten Augenaufschlag um mittlerweile 8:15 Uhr, trotz bester Vorsätze schaffe ich es nicht, zeitig aufzustehen. Nach dem üblichen und nur sprichwörtlich zu interpretierenden Kampf um die Reste des kärglichen Frühstücksbuffets komme ich nur langsam in die Gänge und wir sitzen erst um 10:30 Uhr im Auto. Die Temperatur zeigt bereits jetzt 30 Grad und die Wolken haben Urlaub. Eigentlich traumhafte Voraussetzungen um einen Urlaubstag am Strand zu verbringen und ein paar kalte Bierchen zu schlürfen. Wir jedoch schonen unsere Leber und machen uns an die Abarbeitung des heutigen Programmpunktes Nummer 1 – die Suche eines verlassenen Dorfes in der Tiefe der kroatischen Mischwälder. Der Weg dorthin führt uns erneut nach Krk, die 35 Knoten Benutzungsgebühr der Brücke sind obligatorisch.

Auf dem Blog von Tobias Seidel habe ich den Tipp aufgeschnappt, unbedingt die erste Kreuzung nach der Brücke links abzubiegen, dort gelangt man zum alten Fähranleger der Insel. Gesagt getan, schlängeln wir uns einen schmalen Weg hinunter in Richtung Normalnull. Dort angekommen werden wir mit einem imposanten Blick auf die Krk-Brücke belohnt, für mich jedoch nur minder spannend, da ich das Motiv bereits in Tobias Blog gesehen habe. Außerdem ist dort ein ziemlicher Trubel – neben dem Fähranleger befindet sich ein schicker Strand in einer noch schickeren Bucht, die hauptsächlich von (vielen!) Einheimischen frequentiert wird.

Zurück im Auto quälen wir uns den selben Weg zurück, diesmal senkrecht bergauf, und fahren bis zum letzten mit dem Auto erreichbaren Punkt, in dessen Nähe wir das verlassene Dorf Dolovo vermuten (das gewohnte “wir hätten übrigens da rechts gemusst”, verbunden mit der Suche nach einer geeigneten Wendemöglichkeit und deren Ausführung verkneife ich mir hier absichtlich, ich müsste diese Schilderung inflationär gebrauchen).
Das Auto erfolgreich in der gleissenden Sonne geparkt – Wolken sind ja wie erwähnt nicht vorhanden – machen wir uns auf den Weg in den Wald. Anfangs noch ein Feldweg, wird der Pfad recht bald immer schmäler und endet in einem Pfad hüfthohen Dickichts. Nach gut 10 Minuten erblicken wir die ersten Steinmauern und befinden uns nur wenige Schritte später am Ortsanfang von Dolovo. In einem der wenig noch erhaltenen Häuser finden und loggen wir unseren zweiten Cache des Tages. Auf dem Weg zurück zur Diva habe ich meinen ersten Satz Klamotten bereits komplett durchgeschwitzt.

Die Hitze in Kombination mit einer für diese Breiten unüblich hohen Luftfeuchtigkeit und meinem nicht gerade zufriedenstellenden Allgemeinzustand führen dazu, dass die heutige Tour für mich zur Tortur wird. Den tieferen Sinn unseres nächsten Zwischenstops frage ich gar nicht erst nach (ein ernstgemeintes “Sorry” dafür), sondern folge schweißgebadet den Anweisungen des Navigationssystem. Nach kurzer Zeit stehen wir auf dem Parkplatz des Sandy Beach – wohl einer der wenigen und zugleich der größte echte Sandstrand der Insel Krk. Dort gibt es – ihr mögt es vermuten – ein altes Gemäuer, in dem sich ein weiterer Geocache versteckt. Schnell die halbe Wand der Basilika zerlegt, den Cache geloggt und ab in die Strandbar um das Flüssigkeitsdefizit auszugleichen.

An diesem Punkt des heutigen Ausflugs war der Tag für mich eigentlich gelaufen. Stinkend, durstig und übelst schwitzend sitze ich in dieser Strandbar und bereue erstmals kurzzeitig, dass ich mir für den Urlaub heißes Wetter gewünscht hatte. Da wir aber nun schon mal auf dieser Insel sind, noch nicht wirklich etwas spannendes erlebt haben und erst drei Caches loggen konnten, drehe ich kurz darauf den Zündschlüssel erneut, mit dem Ziel, eine alte römische Villa auf einer Klippe zur Adria hin anzugreifen.

Als hätte ich heute nicht schon genug Flüssigkeit ausgedünstet, liegt nun gut eine Stunde Fußmarsch in felsigem Gelände bei wolkenlosem Himmel und mittlerweile 35 Grad vor uns. Hätten wir im Vorfeld gewusst was hier auf uns zukommt – wir wären direkt zurück ins Hotel gefahren. Geschätzte zwei Liter Schweiß, einen Zeckenangriff, kraxeln über wirklich gefährliche Klippen und (wenigstens das!) ein erfolgreiches Cachelog später sind wir zurück am Auto, haben beide die Schnauze voll und füttern das Navi mit der Adresse unseres bescheidenen Etablissements.

Dort angekommen kämpfe ich erfolgreich gegen meine fortgeschrittene Dehydrierung und wir springen kurz danach ins kühlende Meer. Den restlichen Abend verbringen wir “as usual”. Nun, die Uhr zeigt 22:26, sind hier immer noch 30 Grad und ich bereite mich langsam aber sicher auf den kommenden Tag vor. Dieser soll laut Wetterbericht noch etwas wärmer werden als heute, auf unserem Programm stehen die Plitvicer Seen und im Anschluß daran ein verlassenes Haus in der Nähe von Plitvice. Morgiger Vorteil: 250 Kilometer im klimatisierten Auto! 🙂

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