Europe in 10 days – Libya included…

Mal sehen, wie fang ich das hier jetzt am geschicktesten an. Nächstes Jahr steht ja – rein theoretisch – unser Singapur-Trip an. An die 18.000 Kilometer im Auto sitzen wird sicher spaßig, aber ich würde mich noch wohler fühlen wenn ich vorher zumindest einen Aufwärmtrip gefahren hätte. Gut, in 3 Wochen geht es an die Adria, aber im Normalfall steige ich wegen 660km nicht mal aus, das zählt also gar nicht.

Nun, *rumdrucks* jetzt habe ich da in Facebook kürzlich den Tom wiedergefunden, er kommt aus dem gleichen Ort wie ich, wir haben uns geschätzte 15 Jahre nicht mehr gesehen, und irgendwie würd ich schon gern mal wieder Hallo sagen. Da es aber direkt fad ist, ihn daheim zu besuchen habe ich überlegt ihn an seiner Arbeitsstätte aufzusuchen. Ihr habt es vielleicht schon an der Überschrift erkannt, der Gute arbeitet in Libyen. So wirklich weiß er auch noch nichts von seinem Pech dass ich auf nen Kaffee (oder ein Bierchen) bei ihm vorbeischauen will, auch weiß ich noch garnicht ob ich a) Willkommen bin und die Sache b) überhaupt funktioniert, aber einen Budgetplan kann ich ja mal aufstellen. Meist kommt danach sowieso die erste Ernüchterung… 🙂

Was auf den ersten Blick so nach Afrika, Wüste und furchtbar weit weg klingt entpuppt sich auf den zweiten Blick als durchaus machbare weil übersichtliche Reiseroute. Das Ganze zuerst in Kürze:

  • Wald (Deutschland) nach Salerno (Süditalien) per Auto
  • Salerno (Süditalien) nach Tunis (Tunesien) per Schiff
  • Tunis (Tunesien) nach Tripolis (Libyen) per Auto

In Zahlen ausgedrückt sind das 1.357 km vom Startpunkt bis zum Hafen in Salerno, dann geschätzte 20 Stunden auf der Fähre, danach nochmal 947 km von der tunesischen Hauptstadt in die libysche Hauptstadt. Und dann natürlich wieder zurück.

Streckenabschnitt 2, also den Teil mit dem Schiff kann sich ja wohl jeder vorstellen. Das Blaue auf der Karte ist das Wasser, auch Mittelmeer genannt, keine Ahnung wie der Kapitän da fahren wird, Hauptsache er geht am Hafen von Tunis vor Anker. Dort beginnt Streckenabschnitt 3 von Tunis nach Tripolis.

Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher dass man nicht über Nalut nach Libyen einreisen muß, denn es gibt noch einen Grenzübergang weiter nördlich in Ra’s Ajdir. Da geht nämlich eine staatliche Küstenstraße – gut ausgebaut – direkt bis nach Tripolis rein. Von daher könnte sich Streckenabschnitt 3 auch noch um ein paar Kilometer verkürzen was mir ob der Gesamtreisezeit sehr gelegen käme.

Stellt sich die nächste Frage, nämlich die des Fahrzeuges. Definitiv sicher ist, dass mein Alltagsauto für die Reise ausfällt. Einerseits aus unzähligen Gründen, andererseits weiß ich dass ich ohne Blessuren nicht auf die Fähre komme – wer die Auf- bzw. Abfahrtswinkel von Mittelmeerfähren kennt weiß was ich meine. Da für unseren Singapur-Trip sowieso noch ein Auto angeschafft werden muss, müssen wir noch ausknobeln ob wir damit gleich die Jungfernfahrt machen, oder ob ich dafür ein günstiges Auto kaufe. Aktuell würde mir da ja ein alter 3er oder 5er BMW vorschweben, damit werde ich jetzt auch die Kosten kalkulieren.

Was brauchen wir also alles?

  • 2-Monats Vignette Österreich: 23 Euro
  • Mautgebühren Italien: ca. 90 Euro einfach = 180 Euro
  • Tunnelmaut Divers: 60 Euro
  • Zollformalitäten Tunesien / Libyen: 200 Euro
  • Fähre für zwei Personen + Auto: 860 Euro
  • Spritkosten für ca. 5.000km: ca. 600 Euro

Die Kosten der Fähre sind tatsächlich ein Wahnsinn. Von Salerno nach Tunesien verkehrt eigentlich nur die Grimaldi Lines, und bei den 860 Euro ist KEINE Kabine dabei, nicht einmal ein Pullman-Sitz, sondern stinknormale Deckübernachtung. Das sieht dann so aus, dass man sich irgendwo ein Eck sucht in dem man Isomatte und Schlafsack ausbreitet. Mit Kabine reden wir von ca. 1.400 Euro für Hin- und Rückfahrt.

Meine flüchtige Kalkulation beläuft sich also auf 1.923 Euro, geteilt durch zwei Personen wären wir bei roundabout 960 Euro pro Person. Okay, dazu kommen noch die Verpflegungs- und Übernachtungskosten, aber Essen muß ich ja daheim auch was und schlafen kann ich zur Not im Zelt. Wobei, wenn es natürlich selbst im zivilisierten Tripolis Schlangen oder Skorpione geben sollte, würde ich doch ein gemauertes Zimmer vorziehen.

Jetzt muß ich nur noch rausfinden was man sich in Libyen so tolles anschauen kann, zumindest für den tunesischen Teil weiß ich schon einiges, und auch die Strecke durch Italien ist – zumindest ab Rom – recht kurzweilig. Mal sehen was draus wird, auf jeden Fall mag ich die Idee… 🙂

Ach ja, und natürlich kenne ich den Spruch ;-):

When preparing to travel,
lay out all your clothes and all your money.
Then take half the clothes and twice the money.

Europe in 10 days – Libya included…
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3 Gedanken zu „Europe in 10 days – Libya included…

  • 27. Mai 2010 um 09:53
    Permalink

    Der Weg ist das Ziel!

  • 4. Juni 2010 um 21:45
    Permalink

    Wow, da hast Du Dir was vorgenommen 🙂

    Wäre es nicht billiger, via Palermo nach Tunis überzuschiffen? Das hätte neben dem Preis auch den Vorteil, dass komplette Italien kennenzulernen – zumal es ab Salerno wirklich traumhaft wird. Dazu kommt, dass die A3 von Salerno bis Reggio Calabria, sowie die Autobahn von Messina bis Palermo mautfrei ist.
    Für die Fähre von Villa San Giovanni nach Messina zahle ich 140 Euro hin und zurück – für Lkw versteht sich. Pkw ist wesentlich billiger.

    Das fahren durch Italien ist easy, die Autobahnen sind gut ausgebaut – mit Ausnahme von ca. 60 Kilometer zwischen Bologna und Florenz.

    Zu der Übernachtung auf der Fähre – Ihr seit nicht die einzigen, die sich irgendwo ein Plätzchen suchen werden. Viele übernachten auf irgendwelchen Sesseln u.s.w.
    Erwartet vom Service nicht zu viel. Mit Grimaldi bin ich zwar noch nicht gefahren, aber ich kenne Moby und Tirrenia. Von aussen Top, von innen Flop.

    Viel Spass auf Eurer Tour…

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