Da war ja was mit Urlaub – Kroatien im September

Der Blick aufs Datum verrät, bis Weihnachten sind es noch vier Wochen, und der letzte Urlaub in Kroatien liegt auch schon wieder 8 Wochen zurück. Mir kommt es eher vor wie 4 Monate, so unwirklich erscheint die Erinnerung an die paar Tage Erholung an der kroatischen Adriaküste. Ich hatte mir ja vorgenommen, diesmal wieder richtig viel über den Urlaub zu schreiben. Das hat zumindest halbwegs geklappt und somit findet Ihr anbei den Reisebericht für Kroatien im September 2012, damit das Geschreibsel nicht ungelesen auf meiner Festplatte verrottet.

Sonntag, 16.09.2012
Morgens so gegen halb acht Uhr beginnt die wilde Fahrt. Ziel der Reise ist der Campingplatz von Medulin in Kroatien, ca. 10 Kilometer von Pula entfernt, also am südlichsten Zipfel der Halbinsel Istrien. Wer den Blog schon länger liest, kann sich eventuell noch an unsere Fahrt im September 2010 erinnern.

Um gleich im Vorfeld Eure gespannte Erwartung zu dämpfen. Das hier wird wahrscheinlich kein bahnbrechender Reisebericht werden, denn Ziel der Unternehmung ist das süße Nichtstun. Also keine Formel 1 Berichte (ist ja auch gerade kein Rennen, und Monza fand bereits letztes Wochenende statt), keine halsbrecherischen Unternehmungen, sondern simples Ausspannen brachte uns dazu, unsere Zelte in Deutschland für einige Tage abzubrechen.

Die Fahrt verlief wie erwartet unspektakulär, einzig die Reiseroute war diesmal eine leicht andere. Kurz nach passieren des Grenzübergangs in Kiefersfelden verließen wir die Autobahn an der Ausfahrt Kufstein Süd, um den Österreichern die 8 Euro für Ihre Wochenvignette nicht zu gönnen. Stattdessen führte uns die Fahrt einmal quer durch Österreich über diverse Land- und Bundesstraßen. Wer nicht auf Teufel komm raus in kürzester Zeit in den Süden will, dem ist unsere Route nur ans Herz zu legen. Vorbei an Kitzbühl und durch den Felbertauerntunnel (der übrigens auch schon 10 Euro Gebühr kostet) ging es in Richtung Plöckenpass.

Plöckenpass September 2012 - Österreich
Rast am Plöckenpass – Ein Bild vom Auto muß sein!

Selbiger stellt eine recht moderate Alpenquerung da und ist auch für automobile Angsthasen geeignet. Zwar gibt es einige Kehren und ein ca. 15 Kilometer langes Streckenstück mit einer Breite von ca. 4,80 Metern, trotzdem gilt der Pass als einfach zu befahren. Nach Tolmezzo landet man kurz vor Udine auf der italienischen Autobahn. Diese führt über Triest direkt nach Slowenien. Dort befährt man übrigens ca. 2 Kilometer slowenische Autobahn, die sich die dortige Regierung mit 15 Euro Maut pro Woche bezahlen lässt. Meiner Meinung nach eine verärgerte Geste darüber, dass 90% der Urlauber Slowenien ausschließlich als Transitland in den verdienten Kroatienurlaub nutzen. Ich spare mir die Diskussion, wieso das in Deutschland immer noch nicht auf die Beine zu stellen ist, und bei uns Urlauber aller Herren Länder kostenlos unser sowieso schon arg malträtiertes Straßenverkehrsnetz nutzen dürfen.

Poserbus - Grenze Slowenien Kroatien September 2012
Der Poser-Bus. Leider waren die Fenster abgedunkelt und wir konnten keinen der Poser erkennen.

Kroatien wiederum setzt bei der Verkehrsinfrastrukturrefinanzierung wie auch Italien auf das klassische Mautsystem. Also kein Pickerl, sondern grenzübergangähnliche Hütten an denen Geld verlangt wird. Ob der hervorragenden Autobahnen dort zahlt man die ca. 5 Euro für 120 Kilometer gerne.

Zurück zum Thema – Medulin war schnell erreicht, wie erwartet hatte der Campingplatz noch ein freies Mobilhome für uns, das wir ungesehen bezahlt haben und nicht enttäuscht wurden. Unglaublich wie viel Platz man auf geschätzten 10 Quadratmetern schaffen kann, noch dazu auch gegen Saisonende in einem hervorragenden und sauberen Zustand.

Skoda Octavia RS 2012 in Kroatien - September 2012
Mobilehomes: Hinten kroatisch, vorne tschechisch.

Nach einem überaus üppigen und aufgrund des Knoblauchgehalts ungeheuer nachtragenden Grillteller war damit Urlaubstag 1 auch schon beendet.

Montag – Mittwoch
Montag und Dienstag standen ob des sonnigen und durchaus warmen Wetters ganz im Zeichen des dolce vita. Frühstücken – am Strand liegen und jede Stunde kurz ins Meer springen – Abendessen; So sehen Tage aus an denen man gar nicht wirklich wach wird, weil man einfach gaaar nichts tun muss. Zwischendrin darf es jedoch nicht fehlen, einige Anrufe aus der Firma zu beantworten und das Camping-WLAN dahingehend auszureizen, einige Kunden-Mails zu bearbeiten. Dieses “Always-On” gehört irgendwie in der heutigen Zeit mit dazu, und gibt sowohl Arbeitgeber als auch mir ein gutes Gefühl. So weiß ich zumindest dass die Kunden gut versorgt sind, und meine Abwesenheit keine größeren Probleme verursacht.

Der Mittwoch war in den einschlägigen Wetter-Applikationen bereits als Regentag angekündigt. Der Morgen überraschte uns jedoch mit einem – ich liebe den Meteorologen-Jargon “Sonne-Wolken-Mix” und moderaten Temperaturen.

So stand vormittags ein Besuch in der Hafenstadt Pula auf dem Programm. Die Stadt Pula ist tatsächlich interessanter als von mir vermutet. Im Nachhinein ärgere ich mich ein wenig, mich nicht im Vorfeld genauer über die Stadt informiert zu haben. Dort angekommen zeigte sich Pula als quirlige Kleinstadt mit viel Historie, wie einige Bilder belegen.

Amphitheater in Pula im September 2012 - Kolosseum Kopie
Das Kolosseum. Fast. Ist “nur” Pulas Amphitheater.

Wer also einen Urlaub in Kroatien plant, der darf Pula keinesfalls ignorieren. Ich würde einen halben Tag als ausreichend ansetzen, sofern Weibsvolk dabei ist, wird unter einem ganzen Tag nicht viel gehen, da es doch ein paar ganz hübsche Einkaufsstraßen gibt.

Mit etwas Glück ist irgendwann auch die Hafenstraße fertig gebaut, das war zumindest jetzt im September 2012 eine 500 Meter lange Großbaustelle die zudem für ein mittleres Verkehrschaos gesorgt hat (so wie ich das sehen konnte geht wohl eine Ausfallstraße der Stadt die im Navigationssystem als sinnvoll erachtet wird, genau durch den abgesperrten Bereich).

Werft im Hafen von Pula, Kroatien, September 2012
Nicht zu unterschätzen ist die Werft im Hafen von Pula. Der Kahn ist recht lang.

Zum Thema Navigation fällt mir ein dass wir diesmal weder eine passende Karte fürs Navi hatten, noch eine altmodische Straßenkarte. Wir wussten lediglich eine Himmelsrichtung, die uns dank einer mittlerweile ausgeprägten Europaerfahrung zum Glück als Navigationspunkt ausgereicht hat.

Der Rest des Mittwochs passt in einen Satz: Zunehmend kalt und regnerisch. An einem Campingplatz sind die Möglichkeiten bei Regen arg begrenzt, weshalb ich endlich ein Buch fertiglesen konnte, nur um dann festzustellen dass ich Depp zwei Bücher dabei habe, und nun mit dem nächsten anfangen muss. 🙂

Donnerstag und Freitag
Von Mittwoch auf Donnerstagnacht ergoss sich über den Campingplatz ein nicht enden wollender Platzregen. Bereits beim Abendessen hat es derart geschüttet, dass das Wasser durch das halbe Restaurant peitschte sobald nur die Tür aufging. Tagsüber hatte Petrus ein Einsehen und wir konnten damit zumindest noch eine kurze Radtour ins Hinterland unternehmen. Abends brachten wir noch unsere Leih-Fahrräder zurück weil wir uns kurzfristig entschlossen hatten, bereits am Freitag zurück in die Heimat zu fahren.

Fazit des Kroatien-Kurztrips Ende September: Zum Baden eigentlich schon zu kalt, und in der Sonne gammeln funktioniert wirklich nur wenn keine Wolke am Himmel ist. Ansonsten ist es eigentlich schon zu kalt dafür. Die südlicheren Länder wie Türkei oder Ägypten wären hier die passendere Alternative, allerdings muss man dazu schon wieder in einen Flieger steigen. Und das mag ich immer noch nicht.

Italienischer Autogrill im September 2012
Wie liebevoll die Italiener Ihre Raststätten bezeichnen.

Die Rückreise verlief von Pula bis München Bombe. Trotz der Tatsache dass wir auch auf der Rückfahrt die österreichischen Autobahnen erfolgreich vermieden haben, um stattdessen Motorradfahrer am Plöckenpass zu ärgern waren wir schon nach 5 Stunden in München. Von dort nach Nürnberg brauchten wir dann derer nochmal 3. Auch etwas das ich nie verstehen werde: Je breiter die Autobahn und je deutscher die Autofahrer umso langsamer geht die wilde Fahrt vorwärts.

Ihr seht bzw. habt gelesen – so wirklich ultraspannend war der Trip nicht, aber was als Erholung geplant war hat sich auch als Erholung entpuppt. Mission completed. Ich hoffe die Bilder haben Euch gefallen und vielleicht habt Ihr ja jetzt auch Lust bekommen, Euch den Norden Kroatiens mal näher anzuschauen. Eine Reise wert ist es in jedem Fall! Und falls Ihr immer noch nicht überzeugt seid, lest doch auch noch den Bericht von 2010, dort ging es ebenfalls nach Kroatien, allerdings inklusive einem Abstecher zur Formel 1 nach Italien. 🙂

Da war ja was mit Urlaub – Kroatien im September
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3 Gedanken zu „Da war ja was mit Urlaub – Kroatien im September

  • 30. November 2012 um 23:23
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    Nächstes Jahr fliegen wie Türkei.

  • 27. Februar 2016 um 23:30
    Permalink

    Was mich besonders beeindruckt ist dass in so einem kleinen Land so viele unterschiedliche Orte gibt, die sie einfach bezaubern werden. Zum Beispiel die Plitvicer Seen sind phänomenal, smaragdgrün, frisch und mit Gebirgen umgeben Und dann bis du in zwei Stunden Fahrt auf dem Hotelstrand, in einer völlig anderen attraktiver Umgebung. Es ist immer etwas los und man hat trotzdem das Gefühl, als die Zeit gestoppt ist. Vom modernen Hotelstrand kann man durch die Straßen der mittelalterlichen Stadt spazieren und du bist schon auf einem anderen Platz. Schauen sie sich die Internetseite Ferienwohnung Kroatien http://www.ferienwohnungkroatien.com an, vielleicht bekommen sie ein Angebot wo anzufangen, um dieses faszinierende Land zu entdecken.Die Geschichte und die Gegenwart sind auf eine natürliche Weise miteinander verwoben und alles ist mit Grün und natürlichen Schönheiten umgeben, was man einfach schwer beschreiben kann. Und als Sahnehäubchen auf dem Kuchen ist da das azurblaue und saubere Meer, traumhafte Strände und wunderschönes Wetter. So, wer würde dies widerstehen? Im Herbst ist alles gleich schön und interessant und man kann auch Geld sparen, wenn es nicht so überfüllt ist.

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