29.06.2011 – Tag 6: Dubrovnik

Für diesen Tag muß ein Wort als Überschrift reichen, obwohl wir natürlich viel viel mehr gesehen haben. All denen von Euch, die keine Lust haben den folgenden Text zu lesen, kann ich nur sagen: Wenn Ihr irgendwie die Gelegenheit habt, Dubrovnik zu besuchen, dann macht das!

Der interessierte Leser mag sich die nun folgenden Zeilen zu Gemüte führen:

Auf den Ausflug nach Dubrovnik habe ich mich schon lange gefreut, da ich schon von vielen Leuten gehört habe, wie schön und unvergesslich die dortige Altstadt sein soll. Irgendein Mensch (ich weiß nicht mehr wer) hat Dubrovnik schon vor vielen Jahren als “Paradies auf Erden” bezeichnet.

Pünktlich um 9:45 Uhr (vorher mussten wir mehrere Runden ums Frühstücksbuffet drehen) ging es also auf ins Paradies. Vor uns lagen ca. 180 Kilometer. Da niemand so genau wußte, wie weit die schon vor einigen Tagen beschriebene kroatische Autobahn A1 in Richtung Dubrovnik fertiggestellt ist, habe ich einfach mein Glück versucht. Nach ca. 35 Autobahnkilometern wurden wir unsanft von der Selbigen bugsiert und standen wieder auf der Landstraße – was bedeutete dass wir immer noch gute 130 Kilometer Landstraße vor uns hatten. In Kroatien bedeutet das selbst mit Messer zwischen den Zähnen und fehlendem Überlebenswillen gut zwei Stunden Fahrt – mehr als 60 km/h im Stundenschnitt sind beim besten Willen nicht drin. Dafür entschädigt die Landschaft entlang der Küste für die strapaziöse Fahrt. Einige Kilometer vor dem Ortseigang von Dubrovnik stach uns bereits ein großes Schiff ins Auge. Da es tatsächlich schon kilometerweit gut sichtbar war, wußte ich, das Schiff muß richtig (!) groß sein. Zehn Minuten und einer verwirrenden Fahrt durch den nur für Taxis geöffneten Bereich des Hafens, der mir mehr als ein Augenrollen meiner smarten Beifahrerin einbrachte, standen wir vor keinem geringeren Schiff als der Voyager of the Seas. Jeder von Euch der sich für Kreuzfahrten interessiert wird wissen wovon ich spreche. Neben der Voyager of the Seas stand noch ein anderes Schiff, davon habe ich gerade den Namen vergessen, vielleicht taucht der weiter unten auf einem der Bilder auf. Die Fotos sind mit dem iPhone aufgenommen, da ich dummerweise vergessen hatte, den Akku der Digicam zu laden.

Übrigens könnt Ihr ab sofort auf die Bilder klicken, und sie vergrößern sich dann automatisch, probiert es aus!

Skoda Octavia RS Combi und Voyager of the Seas - Dubrovnik, Kroatien, Juni 2011
Direkt hinter der Voyager of the Seas war ein Parkplatz frei! 🙂
Voyager of the Seas - Kreuzfahrtschiff in Dubrovnik, Kroatien, Juni 2011
Die Größe dieses Schiffes lässt sich in Worten nicht beschreiben...
Kreuzfahrtschiff Voyager of the Seas - Dubrovnik, Kroatien, Juni 2011
Die "Voyager of the Seas" - man beachte die Größe der Reisebusse im Verhältnis...

Die nächsten 45 Minuten verbrachte ich wie ein kleines Kind vor einer überdimensionalen Carrerabahn. Dieses Schiff, oder treffender bezeichnet, diese schwimmende Stadt ist derart pompös in seinen Ausmaßen dass es schier unmöglich ist, den kompletten Dampfer auf ein Foto zu bekommen. Glücklicherweise konnte ich mein Auto direkt hinter der Voyager parken, sodaß auch hier ein Foto möglich war. Mein Dampfer und eines der größten Schiffe dieses Planeten gleichzeitig auf einem Bild! 🙂

Danach ging es weiter in die Altstadt von Dubrovnik. Natürlich waren wir nicht die einzigen, die sich an diesem Tag Dubrovnik als Ausflugsziel vorgenommen hatten, entsprechend abenteuerlich war die Parkplatzsituation in der Nähe der Altstadt. Nach erfolgloser Parkplatzsuche standen wir plötzlich vor einer Tiefgarage, in der augenscheinlich noch richtig viel Platz war. Der Blick auf die Preistafel gab die Erklärung: 170 Knoten (das sind ca. 25 Euro) – dafür konnte man ganze 4 Stunden sein Auto abstellen. Dank meinem flotten Getriebe war der Rückwärtsgang in Sekundenbruchteilen eingelegt – soviel zum Thema Touristenabzocke. Ungefähr 20 Meter weiter war dann glücklicherweise ein freier Parkplatz direkt an der Straße, zwar kostete dort die Stunde Parken auch noch 30 Knoten, viel billiger ist dies aber in unmittelbarer Nähe zur Altstadt in Dubrovnik wohl einfach nicht möglich. Zwei Minuten nachdem der Parkautomat gierig einen 100 Knoten Schein geschluckt hatte, standen wir auch schon im Eingangstor zur Altstadt von Dubrovnik.

Blick über die Historische Altstadt in Dubrovnik, Kroatien, Juni 2011
Die Dächer der Altstadt Dubrovniks leuchten wirklich in der Nachmittagssonne, da hat der Reiseführer nicht zuviel versprochen.
Blick über die Altstadt Dubrovniks hin zum Meer - Kroatien, Juni 2011
Blick über Dubrovniks Altstadt hin zum Meer
Blick in die Gassen der Altstadt Dubrovnik - Kroatien, Juni 2011
Klickt auf das Bild damit es sich vergrößert - ein Blick in die typischen Hang-Gassen der Altstadt Dubrovniks

Um auf die knapp 2 Kilometer lange Stadtmauer zu gelangen waren pro Person erneut 70 Knoten fällig. Im Reiseführer habe ich gelesen dass die Kroaten die Preise saisonabhängig gestalten – Viel Touristen = hoher Preis, wenig Touristen = niedrigerer Preis. 147 Knoten ärmer (Pinkeln kostet 7 Knoten) standen wir bei 30 Grad und flottem Sonnenschein auf der Stadtmauer. Über den Rundgang brauche ich nicht viel zu erzählen, das muß man einfach gesehen haben. Ich finde dafür wirklich keine Worte, die Altstadt Dubrovnik ist einfach atemberaubend schön. Nach dem Wehr-Rundgang waren wir noch in der Altstadt Essen, danach war es auch schon an der Zeit, die Rückreise anzutreten. Vor uns lagen erneut 180 Kilometer, dass wir uns auf die Autobahn nicht verlassen können wußten wir ja schon von der Hinfahrt.

Wie auf dem Hinweg führte uns der Weg auch diesmal wieder ca. 10 Kilometer durch Bosnien-Herzegowina. Bei der Teilung Jugoslawiens nach dem Krieg forderten die Bosnier eine direkte Landverbindung zum Meer – diese wurde auf einem 10 Kilometer Streifen ca. 60 Kilometer nördlich von Dubrovnik geschaffen. Die Passage der Grenzübergänge war eine Sache von Sekunden, das tat der Durchschnittsgeschwindigkeit richtig gut.

Makarska Riviera Richtung Dubrovnik, Juni 2011
Auch auf dem Rückweg blieb stets Zeit für Fotos, natürlich nur bei voller Fahrt und durch die Seitenscheibe, Fotopausen waren im Zeitplan nicht berücksichtigt...

Aufgrund des kurzen Autobahnstücks wollte ich eigentlich den direkten Weg über die Landstraße nehmen, also die Küstenstraße via Ploce und Makarska hoch, zurück nach Brela. Allerdings war die Ortsdurchfahrt in Ploce aus unerfindlichen Gründen gesperrt und wir wurden direkt in Richtung “A1” geleitet. Da ich wußte dass die A1 frühestens 50 Kilometer weiter nördlich beginnt, hatte ich mich gleich aufs Schlimmste eingestellt. Vor mir fuhr ein Deutscher in einem VW T4 – hinter dem ich lustigerweise auch schon auf der Hinfahrt nach Dubrovnik gefahren bin. Rein zufällig haben wir in Dubrovnik zeitgleich die Rückreise angetreten und sind uns am Ortsausgang begegnet. Selbiger T4 Fahrer hat eine Pace vorgelegt, die keineswegs mit der kroatischen Straßenverkehrsordnung konform ging. So ging es erst mit 90 durch 60er Zonen, später mit 110 durch Baustellenabschnitte die auf 30km/h begrenzt waren. Irgendwann fuhren wir dann auf einem zweispurigen Schotterweg – und damit meine ich keinen Planierten, sondern losen Schotter. So richtig mit einer hohen Schotterwulst in der Mitte und Reifenspuren an der Seite – die Beschilderung verriet uns jedoch in regelmäßigen Abständen dass es sich hier durchaus um den richtigen Weg in Richtung A1/Split handelte. Ich kann mir nicht vorstellen wie diese hohle Gasse bei Regen befahrbar sein soll. Nach einer mehrminütigen Staubschlacht und ca. 30 Kilometer Serpentinenstrecke über mir namentlich nicht bekannte Berge später tauchte dann tatsächlich die A1 auf, der Rest des Wegs ins Hotel war dann zügig zurückgelegt. Leider habe ich von der “alternativen” Rückfahrt keine Bilder, zum Einen war der Akku der Kamera leer, andererseits blieb für Fotos mit dem Handy ob der schnellen Gangart des T4 Fahrers keine Zeit.

Bei der Rückkunft im Hotel zeigte die Uhr 19:40, sodaß uns noch genug Zeit zum Abendessen blieb. Mittlerweile ist es kurz vor 23 Uhr, das Thermometer weist mich darauf hin, dass immer noch 28 Grad anliegen und die Hotelband spielt drei Etagen tiefer vor meinem Fenster “Another Day in Paradise”. Tatsächlich bleibt uns noch 1 Tag bis wir die Rückreise nach Deutschland antreten.

29.06.2011 – Tag 6: Dubrovnik
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5 Gedanken zu „29.06.2011 – Tag 6: Dubrovnik

  • 15. Juli 2011 um 15:47
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    Die Bilder sagen ja schon mal viel aus…! Wäre jetzt auch gern dort! Echt toller Reisebericht! Ich denke eine Reise nach Dubrovnik ist immer lohnenswert!

  • 21. Juli 2011 um 21:29
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    Was für ein Schiff, was für eine Stadt! Das sieht fast aus, wie eine schöne Altstadt in der Toskana oder in Südfrankreich. Ich glaube, ich habe mich gerade verliebt 😀

  • 22. Juli 2011 um 15:50
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    Wirklich traumhaft schöne Bilder. Da bekommt man sofort Fernweh. Und das Schiff ist wirklich beeindruckend. 🙂

  • 8. August 2011 um 11:57
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    Hallo, wir waren dieses Jahr auch in Kroatien, nämlich in Split. Da ich ein Hajduk Split Fanatiker bin, haben wir auch den Stadium besichtigt. Leider Dubrovnik fiel aus, vielleicht nächstes mal, aber ich sehe, dass es sich jedenfalls lohnt!
    Gruß: Marko

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