27.06.2011 – Tag 4: Der Geburtstag, Makarska, Biokovo und die bunten Seen

Zuerst zum Thema Geburtstag: Mein Auto wird heute 3! Ich hoffe es steht noch dort vor dem Hotel wo ich es gestern Abend unter Anstrengung ca. 10 Zentimeter neben einer Wand parken mußte, hinter einem BMW M6 aus Bosnien-Herzegowina und einem Mercedes Benz S400 Hybrid aus Polen. Die Parkplatzsituation am Hotel ist gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig, genausogut wie die Tatsache, dass sämtliche Urlauber aus Osteuropa hier mit Karossen jenseits der 100.000 Euro vorfahren.

…die Sichtprüfung am Morgen hat ergeben, das Auto steht noch genau dort wo ich es abgestellt hatte. 😉 Auf dem Tagesplan steht heute die Küstenstadt Makarska und der höchste Berg Kroatiens Sveti Jure im Biokovo Nationalpark. Von dort aus ist es nicht mehr wirklich weit ins bosnische Mostar, dort wollte ich mir die berühmte Brücke ansehen, die seinerzeit im Jugoslawien-Krieg zerstört wurde. Als Hintergrundinfo für Interessierte: Diese berühmte Brücke, seit Jahrhunderten das Wahrzeichen von Mostar, war im Krieg ein ganz gezieltes Angriffsziel der feindlichen Truppen. Es wurden seinerzeit keine Kosten und Mühen gescheut, um exakt dieses Bauwerk der Stadt zu treffen und zu zerstören. Dem Feind ist dies auch gelungen, der Spaß war jedoch alles andere als billig und auch nicht wirklich rentabel. Das Ziel war schlichtweg, den Bosniern eins auszuwischen, denn mit der Brücke wurden weder Handelswege noch andere wichtige Routen gekappt. Mittlerweile wurde die Brücke wieder komplett nach alten Bauplänen restauriert. Genug der Geschichtsstunde, aus dem Besuch in Mostar wurde nämlich nichts. Grund war die Baustellenplanung der Kroaten, die mir hier immer wieder Kopfschütteln bereitet. Die Hauptverbindung von Makarska in Richtung Mostar ist bis auf weiteres komplett gesperrt, natürlich kann man über eine andere Route nach Mostar gelangen, dies bedeutet aber gut 130 Kilometer kroatische Landstraßen. Zu viel für diese eine Brücke, die ich mir auch im Internet anschauen kann.

Die Fahrt auf den Sveti Jure (in 1.923 Meter Höhe) haben wir ebenfalls vom Ausflugsprogramm gestrichen, da der Conny die schmale und steile Bergstraße ohne jegliche Leitplanken und Absicherungen nicht geheuer war. Die Straße war ca. 2,80m breit, wohlgemerkt mit Gegenverkehr. Wenn Ihr auf den Link zum Sveti Jure weiter oben klickt, seht Ihr eine Fotoserie von jemandem der mit dem Cabrio hochgefahren ist – die Straße da rauf scheint mir wirklich eng zu sein. 🙂

Skoda Octavia RS Combi am Fuße des Sveti Jure in Kroatien, Juni 2011
Das "Geburtstagskind" am Fuße des Sveti Jure

Zurück zu dem was dann an dem Tag noch passiert ist. Die Stadt Makarska ist ein wirkliches Kleinod an der gleichnamigen Makarska Riviera. Der Stadtkern ist typisch kroatisch mit vielen engen Gassen und noch mehr Stufen bergauf – kein Wunder, da hier jedes noch so kleine Kaff direkt an einen Berg gebaut wurde. Wahrscheinlich sieht man in der Gegend deshalb keine amerikanischen Touristen, Rolltreppen gibt es hier nämlich auch keine.

Stadtplatz - Marktplatz - Zentrum Makarska, Kroatien, Juni 2011
Der Stadtplatz von Makarska

Nach Makarska, dem Besuch des Biokovo Nationalparks und der traurigen Tatsache dass der Mostar-Besuch ausfällt hat uns der Reiseführer in großen Tönen den “Blauen See” und den “Roten See” bei Imotski angepriesen. Das Navi lud uns mit der überschaubaren Entfernung von 58 Kilometern dazu ein, Imotski zu besuchen. Dort angekommen war uns die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Beide Seen mögen zwar an sich eindrucksvoll sein, nüchtern betrachtet sind es einfach zwei Bergseen mit einem Durchmesser von jeweils ca. 75 Metern. Der Blaue See heißt so, weil die angelagerten Felsen eine blaue Färbung haben, jetzt dürft Ihr raten woher der Rote See seinen Namen hat. Richtig, der ist genauso blau wie der andere, nur die Felsen sind halt rot.

Blauer See in Imotski Kroatien, Juni 2011
Das ist der Blaue See, an den Felsen erkennbar der niedrige Wasserstand

 

Roter See, Imotsk, Kroatien, Juni 2011
Das ist der Rote See, 1,5km vom Blauen See entfernt. Ich habe das Foto extra nicht zugeschnitten, damit Euch die Höhe der Felswand bewußt wird. Beachtet die ausgewachsenen Bäume ganz oben!

Wenn wir nicht den Weg auf die Rückseite der Seen (mit nahezu direktem Zugang) gefunden hätten, hätte uns der Touristen-Nepper am anderen Ende des Sees noch 40 Knoten, Pardon, Kunar pro Person für die “Besichtigung” abgeknöpft. Dass die Kroaten die Touristen schröpfen wo es nur geht, ist mir in diesen Tagen des Öfteren aufgefallen, einige Beispiele werden noch folgen.

Nach den atemberaubenden (*gähn*) Seen habe ich total verpeilt dass es von dort aus nicht mehr weit zum berühmten Wallfahrtsort in Medugorje (dort gab es u.a. 1981 eine Marienerscheinung, außerdem ist Medugorje einer DER katholischen Wallfahrtsorte in Europa, etwas vergleichbar mit dem französischen Lourdes) in Bosnien Herzegowina gewesen wäre, aufgrund der ernüchternden Besichtigungen der letzten Stunden haben wir uns dann jedoch entschlossen, zurück ins Hotel zu fahren.

Sonnenuntergang in Brela, Kroatien, Juni 2011
Sehenswert war einmal mehr der Sonnenuntergang in Brela, so gegen 21:15 Uhr.
27.06.2011 – Tag 4: Der Geburtstag, Makarska, Biokovo und die bunten Seen
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Ein Gedanke zu „27.06.2011 – Tag 4: Der Geburtstag, Makarska, Biokovo und die bunten Seen

  • 12. Juli 2011 um 17:36
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    Sehr schöne Fotos, vor allem das vom Roten See ist wirklich beeindruckend. Das müssen ja mehrere hundert Meter sein!!

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