22. Juli 2019 – Tag 21 – Konzert in der Arena di Verona und Heimreise

Den Disclaimer kann ich nun weglassen. Mittlerweile bin ich wieder zu Hause angekommen. Der Bericht des letzten Reisetages hat ein paar Tage auf sich warten lassen.

Unglaublich, wie viel schwieriger sich ein Urlaubsbericht mit nur einer knappen Woche Abstand schreiben lässt. Viele kleine Details sind bereits verschwommen. Lediglich ein paar der Highlights habe ich sofort wieder im Gedächtnis. Daher – falls ihr auch mal einen Reisebericht Eurer Unternehmungen schreiben wollt: Macht das unbedingt direkt am Urlaubsort, am besten noch am Abend des Reisetages. 🙂

Ich starte vergleichsweise ausgeruht mit einem ausgiebigen Frühstück in den Tag. Das Buffet im Hotel ist derart vielfältig, dass ich beim Checkout die Dame an der Rezeption bewusst darauf anspreche. Hier zeigt sich einmal mehr, dass Bewertungen auf Buchungsportalen nicht immer der Wahrheit entsprechen müssen. Dort hatten sich nämlich einige Reisende über das schlechte Frühstück beschwert. Entweder wurde seitdem massiv nachgebessert, oder die Bewerter sind alle recht verwöhnt.

Um 21 Uhr wird Mark Knopfler die Bühne in der Arena di Verona betreten, und zusammen mit seiner Band sein letztes Konzert auf europäischem Boden spielen. Im Rahmen seiner 2019er Tour. Auch wenn er immer noch steif und fest behauptet, das wäre seine Abschiedstournee. Glaubt ihm niemand.

Damit ich nach dem Konzert nicht so weit zurück ins Hotel habe, buche ich für die letzte Nacht noch ein Etablissement, das nur vierhundert Meter Fußweg von der Arena entfernt ist. Es handelt sich dabei um ein Zwei-Sterne-Hotel. In Italien. “Mutig”, mögen nun einige denken. Ich mache mich auf den Weg dorthin.

Beim Einchecken verstehe ich dann schon, warum da nur zwei Sterne auf booking.com vermerkt waren. Vor der Eingangstür des Hotels ist sogar nur ein einzelner Stern angeschlagen, der einsam an der vor Dekaden zuletzt gestrichenen Fassade hängt.

Die Lobby ist dunkel und mit alten Möbeln ausgestattet. Der Geräuschpegel ist immens, kommt jedoch ausschließlich von einem Klimagerät. Das kühlt zwar den Raum auf gefühlte 17 Grad, macht dabei aber den Lärm einer startenden 747.

Der Weg ins Zimmer ist schmal, die Gänge verwinkelt, und die Zimmertür ist nur 75 Zentimeter breit. Das Zimmer selbst hat maximal 8 Quadratmeter. Aber: Zimmer und Bad sind blitzsauber, die Klimaanlage sieht ebenfalls frisch aus, und sie kühlt. Die Matratze ist fest und bequem. Und das WLAN funktioniert tadellos. Somit sind alle Anforderungen, die ich während einer Rundreise an ein Hotel stelle erfüllt.

Ich laufe in die Innenstadt und versuche abermals, mit den 36 Grad Außentemperatur klarzukommen. Vormittags um elf Uhr. Gefühlt werde ich von Tag zu Tag hitzeempfindlicher. Auf meinem Weg laufe ich an der Arena vorbei, dort sind gerade die Abladearbeiten für das abendliche Mark Knopfler Konzert im Gange.  Zwei 40-Tonner werden zügig entladen, die beiden Auflieger spucken lauter beschriftete, schwarze Kisten mit Rollen aus. Dort sind das Bühnenequipment, Teile der Lichtsteuerung und natürlich die Instrumente der Musiker verstaut. Ich mache ein paar Fotos, das stört gar niemanden. Man ist dort auch so nahe dran, dass ich nur 30 Zentimeter von den Boxen entfernt stehe. Das erinnert mich ein bisschen an Motorsportveranstaltungen am Nürnberger Norisring, da konnte man bis vor ein paar Jahren auch noch mittendrin sein.

Den übrigen Nachmittag flaniere ich durch die Gassen Veronas und wähle dabei bewusst die Straßen, die nicht von Menschenmassen frequentiert sind. Irgendwann bin ich zurück im Menschengewimmel und lasse mich mit einer Menschentraube durch die Gassen treiben. Ganz unvorbereitet stehe ich plötzlich in einem Hinterhof vor einem Balkon. Dem Balkon, auf dem seinerzeit die Julia stand. DIE Julia. Auf dem Vorplatz stehen geschätzt 200 Romeos, und machen Bilder davon. Gegen Gebühr kann man sogar in das Haus hinein um vom Balkon zu grüßen. Ein paar Mutige versuchen sich sogar an einer kurzen Ansprache ans Volk. Ein wahres Touristenparadies. Ich flüchte recht schnell wieder.

Erledigt von der Hitze laufe ich ins Hotel um mich für den Abend vorzubereiten. Vor dem Konzert esse ich noch auf der Piazza Brà. Dort ist alles unglaublich teuer, aber man schaut halt direkt auf die Arena, und kann dem abendlichen Treiben der Touristen zusehen. Ich esse einen Cesar Salad für dreizehn Euro.

Zwischen meinem Salat und dem Eingang zur Arena liegen 50 Meter. Nach dem Essen geht es endlich los. Die Konzertkarten habe ich seit November letzten Jahres. Ich kann es kaum erwarten, bis es gleich losgeht. Meinen Platz im Parterre-Bereich der Arena finde ich auf Anhieb. Ich sitze ehrfürchtig auf meinem Platz und schaue mir an, wie sich die Arena nach und nach mit 22.000 Menschen füllt.

Mit der Knopfler-üblichen Verspätung von 15 Minuten beginnt das Konzert um 21:15 Uhr. Und es ist wie immer ein Erlebnis. Knopfler bzw. Dire Straits Fans empfehle ich, auf Youtube das ein oder andere Video davon zu schauen. Es ist ja dort explizit erlaubt, Videomaterial zu erstellen und danach auch hochzuladen.

Das Konzert endet gegen 23:45 Uhr. Noch immer topfit und euphorisch vom Konzert, beschließe ich spontan, nun gleich noch die Heimreise nach Deutschland anzutreten. Zurück im Hotel checke ich aus und bin kurz darauf im Auto auf dem Weg in Richtung Brenner. Mich trennen 594 Kilometer von meinem eigenen Bett und meiner eigenen Dusche.

Die Fahrt durch die Nacht ist wundervoll. Die Straßen sind wie leergefegt, und ich kann die Stunden alleine in der Dunkelheit dazu nutzen, die Konzerterlebnisse, den Tag und den Urlaub zu rekapitulieren. Die Zeit vergeht viel zu schnell. Ehe ich mich versehe, fahre ich durch die Dämmerung in den Morgen hinein und stelle den Subaru um halb sechs Uhr früh vor meiner Haustür ab.

Damit gehen 21 Tage “Urlaub auf Balkanien” zu Ende. Zwischen Abfahrt und Ankunft liegen 5.641 Kilometer. Jeder einzelne davon war eine Freude.

Jetzt freue ich mich schon, meine Berichte irgendwann selbst alle zu lesen. Dabei werde ich dann auch noch den ein oder anderen Tippfehler korrigieren. Und Bilder hinzufügen. Ungefähr 2.500 Fotos habe ich auf dieser Reise gemacht. Alle mit dem Smartphone. Auch die werde ich anschauen, aussortieren, und die besten hier einfügen.

Ich hoffe ihr hattet Spaß, gemeinsam mit mir “unterwegs” zu sein. 🙂

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