21. Juli 2019 – Tag 20 – Was ist dran an Verona?

Achtung. Dies ist ein Live-Urlaubsbericht, direkt vom Ort des Geschehens. Ob der teilweise langsamen bis fast nicht vorhandenen Internetanbindung, werde ich jegliches Fotomaterial erst nach meiner Rückkehr hochladen. Ich hoffe, ihr seid auch durch die geschriebenen Erlebnisberichte ein wenig unterhalten.

Tag 20 beginnt. Heute wird mir das erste Mal so richtig bewusst, dass ich noch nie so eine lange Zeit am Stück unterwegs war. Drei Wochen bin ich jetzt dann schon unterwegs. Einerseits fühlt es sich immer noch total kurz an. Andererseits liegt mein Besuch in Belgrad gefühlt schon Monate zurück. Wirklich. Das fühlt sich echt so an.

Da in Verona heute wieder 36 Grad vorhergesagt sind, versuche ich zeitig loszukommen. Kurz nach acht Uhr bin ich bereits beim Frühstück. Das Frühstücksbuffet wurde in den booking.com Rezensionen ziemlich verrissen. Ich habe mich schon auf das Schlimmste eingestellt und schon überlegt, wo alternativ der nächste Bäcker ist. Wie so oft wird man in solchen Momenten eines Besseren belehrt. So auch diesmal. Das Frühstücksbuffet ist sehr reichhaltig. Es gibt sechs verschiedene, frisch gepresste Säfte. Starker Kaffee ist ebenfalls vorhanden. Die Marmeladen sind auch frisch, und bis auf die abgepackte Butter gibt es auch keinerlei Umverpackungen. Die Schale an den Bananen ist natürlich noch dran. Aber das zählt nicht. Ich frühstücke ausgiebig und reichhaltig, damit das Mittagessen heute ausfallen kann.

Ein kurzer Einschub, bevor es weitergeht. Heute hat mich tatsächlich ein regelmäßiger Leser meiner Berichte (Servus Michel!) darauf angesprochen, dass es den ein oder anderen Tippfehler in meinen Texten gibt. Das wäre untypisch für mich, deshalb ist es ihm aufgefallen. Michel, du bist damit vermutlich der Erste, dem es auffällt und der mir Feedback gibt, dass ich gerade dabei bin, meinen lange Jahre antrainierten (Über-)Perfektionismus ein bisschen abzulegen. Und hier und da ein Tippfehler, das tut mir schon gar nicht mehr weh. 🙂

Ich muss diese Aussage aber gleich ein wenig relativieren, da hier auch Arbeitskollegen und Vorgesetzte mitlesen. Dies gilt natürlich NICHT für meine Werke im Job! Da habe ich ja Personal, das sich um meine Typos kümmert (Hi Shaun!) 😀 😛

Nun, zurück nach Verona.

Bereits gestern Abend habe ich mir vorgenommen, mit den Öffentlichen in die Innenstadt zu fahren. Daraufhin habe ich Busfahrpläne gewälzt, und ungefähr eine halbe Stunde investiert, die passende Route herauszufinden. Heute früh erzählt mir dann die Dame an der Rezeption, dass ja heute Sonntag sei, und da gelten die Fahrpläne nicht. Auch wenn das auf den Fahrplänen draufsteht. Stattdessen kommen die Busse einfach in unregelmäßigen Abständen. Wenn ich genügend Zeit an der Haltestelle mitbringe, werde ich definitiv befördert. Länger als 90 (!) Minuten werde ich nicht warten müssen.

Alternativ könne ich aber auch mit dem Taxi in die Stadt fahren. Hier gibt es Pauschalpreise vom Hotel. Die vier Kilometer in die Altstadt kosten 17 Euro einfache Fahrt.

Long story short: Ich starte den roten Autowagen, und fahre höchstselbst in die Stadt. Im Verlauf des Tages wird sich herausstellen, dass ich 18 Euro für den Parkplatz bezahle. Immer noch ein ganzes Stück günstiger als mit dem Taxi und um Stunden schneller als mit den Öffentlichen.

Ein Grund mehr, wieso ich es liebe, mein Auto dabei zu haben.

In der Stadt angekommen wundere ich mich, wie leer Verona doch ist. Um kurz nach neun Uhr sind die Touristen noch beim Frühstück, und die Einheimischen in der Kirche. Die Pharisäer sitzen im Kaffee. Kurzum, die Straßen sind wie leergefegt, und ich kann tolle Fotos machen.

Ich flaniere etwas mehr als zwei Stunden durch die Altstadt und laufe auch den Berg hoch zum Castel San Pietro. Von dort hat man einen tollen Blick über die ganze Stadt. Nur die Arena di Verona sehe ich von da oben nicht. Ich denke, die wird von anderen Gebäuden verdeckt. Überhaupt ist die Arena nicht so hoch, wie ich mir das vorgestellt habe. Da ist das Kolosseum in Rom oder das Theater im kroatischen Pula schon eine andere Nummer.

Als ich zurück in die Stadt komme, drängen sich die Touristen bereits dich an dicht. Ich flüchte in ein Café an der Piazza und ergattere ein (zweites) Frühstück inklusive Capuccino und frisch gepresstem Orangensaft für etwas mehr als vier Euro. Frühstück ist nicht Mittagessen. Das zählt nicht. Ich halte das durch mit dem Weglassen des Mittagessens! 🙂

Frisch gestärkt laufe ich auch noch den zweiten Teil der Stadt ab. Danach habe ich einen Haken an den interessantesten Sehenswürdigkeiten. Zumindest von außen. Morgen schaue ich mir eventuell noch ein oder zwei Museen an.

Bei meiner Besichtigungsroute habe ich mich am Fahrplan der Sightseeing-Busse orientiert. Die fahren an alle interessanten Stellen und die Rundfahrt ist 13 Kilometer lang. Mit zwei gesunden Füßen ist das wirklich kein Problem. Der Busfahrer wollte 20 Euro für die Strecke haben.

Ganz allgemein wird den Besuchern hier das Geld aus der Tasche gezogen wie verrückt. Pro Tag zahlen tausende Menschen alleine 22 Euro, um mal in die Arena die Verona hineinschauen zu dürfen!

Kurz nach 15 Uhr, da bin ich schon sechs Stunden unterwegs, habe ich genug von der Hitze der Stadt. Mein Hirnwasser ist kurz vor dem Siedepunkt, und ich fahre zurück ins Hotel. Zurück auf Normtemperatur ist es aber doch noch etwas zu früh, um das Abendprogramm einzuläuten. Zumal hier noch kein einziges Restaurant offen hat. Italien hält sich anders wie die Länder am Balkan mit ihren Öffnungszeiten strikt an die Essenszeiten. Zwischen 14 und 19 Uhr ist es schwierig, etwas Essbares zu finden. Von Dönerbuden mal abgesehen.

Ich entscheide mich spontan doch für eine Stadtrundfahrt. Die mache ich allerdings selbst. Mein Auto ist wohltemperiert, und so fahre ich einfach eine Stunde lang durch die Stadt, und schaue mir in Ruhe nochmal alles an. Bei den Sehenswürdigkeiten, an denen ich schon vorbeigelaufen bin, schaue ich nicht so genau hin, andere Dinge inspiziere ich genauer.

Verona ist nicht groß, und nach der Stunde kenne ich mich schon einigermaßen aus. Den Weg zurück ins Hotel finde ich dann auch ohne GPS.

Abends esse ich nochmal Pizza.

Morgen früh checke ich dann aus diesem Hotel aus. Stattdessen habe ich für die letzte Nacht ein Hotel direkt in der Innenstadt gebucht. Das ist nur 500 Meter von der Arena entfernt. Dann kann ich morgen nach dem Konzert gemütlich zurücklaufen. Das Auto kann ich in der Tiefgarage der Stadt parken. Es ist nämlich egal ob man 5 Stunden oder 24 Stunden parkt, der Preis bleibt bei 18 Euro. Das ist in Summe günstiger, als eine weitere Nacht in diesem Hotel hier zu bleiben. Und komfortabler ist es auch, wenn alles fußläufig erreichbar ist.

Heute tippe ich diese Zeilen nicht auf der Dachterrasse des Hotels, sondern im klimatisierten Hotelzimmer. Nach draußen gehen kann man frühestens in einer Stunde oder zwei. Es möge der Kampf zwischen Hirn und Leber beginnen… Schlafen oder Cocktail trinken. Mal sehen wer gewinnt.

Morgen ist mein letzter Tag und zugleich Konzerttag. Das geht um 21 Uhr erst los. Entweder ich schreibe meinen Bericht noch davor, oder er kommt einen Tag später. 🙂

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