17. Juli 2019 – Tag 16 – Nix

Der sechszehnte Tag unterwegs beginnt damit, einen meiner Urlaubsvorsätze in die Tat umzusetzen. Ich will eine Runde Laufen gehen. Gesagt getan, schnüre ich morgens um Sieben die Schuhe und laufe los. Einfach an der Küste entlang. In den Nachbarort sind es drei Kilometer. Das sollte ich gerade so schaffen. Tatsächlich liegt die Betonung auf “gerade so”. Drei Wochen bin ich nun nicht gelaufen, und seit ich unterwegs bin, verbringe ich meine Tage abwechselnd mit Stadtbesichtigungen und Autofahren. Und vor allem mit Essen und Trinken. Entsprechend träge bin ich unterwegs, die knapp sechseinhalb Kilometer am Ende sind wenig rühmlich.

Idyllischer Morgen an der Adria während meiner Laufrunde. Puls 180.

Wer Sport gemacht hat, darf dafür am Frühstücksbuffet die dreifache Menge essen. So will es das Gesetz! Nach erfolgter Stärkung muss ich dann aber doch wieder losfahren. Ich habe versehentlich in meinem Hotel in Sarajevo mein Duschgel und mein Waschgel fürs Gesicht stehen lassen. Wie mir sowas nur passieren konnte.

Da ich ja mit problematischer Gesichtshaut gesegnet bin, habe ich da extra eine nicht-komedogene Waschlotion, die sogar meine Apotheke immer extra bestellen muss. Die gibt’s nicht im Laden um die Ecke zu kaufen. Trotzdem will ich mir die nächste Woche das Gesicht nicht mit parfürmierten Hotelseifen waschen, und fahre in die nächste Stadt, in der Hoffnung dort eine Apotheke zu finden. Die dann auch noch dieses Lotionsdingsi hat, das ich brauche. Ihr merkt schon, mein Vorhaben ist unsinnig. Vielleicht wollte ich einfach ne Runde fahren. 😀

Ich fahre also nach Sibenik, drehe drei Runden durch die Stadt und finde dabei drei Apotheken. Leider aber null Parkplätze. Auch nicht in Laufweite zum Ziel. Als Einheimischer würde ich ausflippen. Auch wenn das Land vom Tourismus abhängig ist. Um meine Niederlage zu begießen, steuere ich den nächsten Supermarkt an, um mir zumindest Bier mitzunehmen. Und Mineralwasser. Ich kaufe Getränke, und laufe danach noch in den angrenzenden Müller Drogeriemarkt. Das ist der, den es auch bei uns gibt, mit dem orangenen M.

Nun, ob ihr es glaubt oder nicht, der Müller Markt im kroatischen Fischerort hat genau das im Sortiment was ich brauche. Das Waschgel kostet hier umgerechnet knappe 4 Euro. Meine Apotheke daheim verlangt 23€. Finde den Fehler.

Zurück im Hotel wird das eben gekaufte Niederlagen-Bier zum Triumphgetränk. Danach gehe ich zum Strand, höre ein paar Podcasts, schwimme im Meer und habe bis zum Abend trotz Sonnenschutz eine ernstzunehmend rote Hautfarbe. Immer wenn es gleich beim anschließenden Duschen schon weh tut, hat man auch am nächsten Tag noch Freude damit. 😉

Miami Vice für Arme. Einen weißen Ferrari Testarossa habe ich auch nirgends gesehen.

Da ich keine Lust habe, morgen schon weiter in den Norden zu fahren, verlängere ich meinen Aufenthalt hier in Vodice spontan um zwei Tage. Somit werde ich erst am Samstag früh in Richtung Verona aufbrechen. Das wird dann nochmal eine 700 Kilometer Tagesetappe. Aber so ziemlich alles auf Autobahnen.

Wer den ganzen Tag am Strand liegt, muss sich ausreichend stärken!

Damit kann ich morgen noch einen zweiten Entspannungstag einlegen. Bei den Kreuzfahrern heißt das ja “Seetag”. Bei mir als Autoreisenden wird es nochmal ein Strandtag werden. Am Freitag will ich dann noch nach Zadar fahren und ein wenig durch die Stadt schlendern.

Heute ist also nicht wirklich viel berichtenswertes passiert. Ich habe kurz überlegt, noch ein paar meiner Gedanken aufzuschreiben, wie Belgrad und Sarajevo nun bei mir nachwirken, aber das mache ich vielleicht morgen.

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