16. Juli 2019 – Tag 15 – Von Sarajevo an die kroatische Küste

Heute schlage ich dem Muezzin ein Schnippchen und bin bereits vor ihm wach. Gestern, kurz vor dem Einschlafen habe ich noch einen hinterlistigen Frühstücksplan ausgeheckt. Ich werde einfach der Erste beim Frühstück sein. Dann ist sicherlich noch genügend da. Und die Tische sind vermutlich auch noch halbwegs sauber. Frühstück gibt es ab sieben. Bis dahin will ich schon alles gepackt haben, damit ich direkt danach auschecken kann.

Geplant getan. Es läuft so einigermaßen wie gedacht. Um zehn nach sieben stehe ich im Frühstücksraum und stelle erleichtert fest, dass ich tatsächlich der Erste bin. Ich ergattere genügend essbares, der Checkout geht superschnell und ich bin um 8:30 Uhr schon auf der Straße. Diesmal schaffe ich es übrigens auch ohne weitere Blessuren am Fahrzeug aus der Waschküche des Hotels.

Laut GPS trennen mich 379 Kilometer umd 7 Stunden 48 Minuten von meinem Zielort. Ich habe gestern Abend noch ein Hotel in Vodice, einige Kilometer nördlich von Sibenik gebucht. Die einzig halbwegs bezahlbare Unterkunft in meiner Wunschkategorie.

8 Stunden für weniger als 400 Kilometer! Man vergebe mir das staubige Display, aber ich bin hier nicht zum Vergnügen!

Die angezeigte Ankunftszeit am Navigationssystem bedeutet für mich seit jeher lediglich ein “Challenge accepted”, die berechnete Zeit zu unterbieten. Diesmal fahre ich 2 Stunden und 5 Minuten heraus. Allerdings auch, weil ich einige Male die Route nach gusto anpasse. Schließlich war ich schon öfter in der Gegend als mein GPS, und bin entsprechend ortskundiger.

Irgendwas ist immer!

Kurz vor halb drei checke ich im Hotel ein und suche als nächstes eine Pizzeria. Nach all den Biftekis, Cevapcicis, Steaks und Calamari habe ich richtig Lust auf eine belegte Teigscheibe. Reden wir nicht weiter über den Preis. Für die Kosten der Pizza hätte ich noch gestern zwei mal Essen gehen können. Inklusive Getränke.

So ging das stundenlang. Von Sarajevo an die kroatische Küste.

Zurück im Hotel gehe ich direkt an den angrenzenden Strand. Dieser grenzt sogar so nahe an, dass das WLAN noch recht guten Empfang hat. Irgendwie auch unsinnig, wenn man dann mit dem Smartphone am Strand liegt. Andererseits habe ich kein Buch dabei, und kann so zumindest einige längst überfällige Wikipedia Excellence Artikel von meiner Leseliste abarbeiten.

Eigentlich wollte ich nichts mehr zu Abend essen, aber da sich der Hunger dann doch meldet, teste ich noch die Spaghetti Bolognese im Hotel. Ich bin ein wenig abgeschreckt, weil die Rezensionen im Netz fast ausnahmslos schreiben, das essen sei “ungenießbar” und “eine Katastrophe”. Deshalb wähle ich die Spaghettis, da kann eigentlich nichts schiefgehen.

Einen Michelin-Stern wird der Koch in diesem Leben vermutlich nicht mehr beginnen, aber es ist durchaus essbar. Wenn ich dann daran zurückdenke, was ich gestern bei der Führung durch Sarajevo gehört habe – nämlich dass die Bewohner dort während der Belagerung Dosenrationen der Amerikaner aus dem zweiten Weltkrieg gegessen haben – schmecken die Spaghettis dann doch wie bei Miracolis Mutter.

Direkt idyllisch. Der abendliche Blick gen Westen.

Nun tippe ich meinen heutigen Bericht und halte mein Versprechen. Es wird diesmal nicht so lang, wie die Tage davor. Für morgen früh habe ich mir vorgenommen, eine (kleine) Runde Laufen zu gehen. Das erste Mal im Juli. Mal sehen ob ich das durchziehe. Ansonsten ist für morgen nichts geplant, außer am Strand zu liegen und zu entspannen. So langsam geht die Reise ja in die Endphase, und es stehen noch zwei Tage in Verona auf dem Programm.
Bis dahin, Adieu, wir lesen uns morgen. 🙂

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