13. Juli 2019 – Tag 12 – Von Saranda nach Podgorica

Der zwölfte Tag meines Roadtrips beginnt mit meinem letzten Tag in Albanien. Heute trete ich die Weiterreise nach Montenegro an. Ich habe ja nicht gedacht, dass ich Albanien, dessen Lifestyle, und die Albaner direkt in mein Herz schließe.

Albanien werde ich sowohl hier im Blog als auch persönlich nach meiner Rückkehr definitiv als Urlaubsland weiterempfehlen.

Bevor ich abreise, genehmige ich mir erst nochmal ein ausgiebiges Frühstück vom Buffet. Das war übrigens mein erstes Frühstücksbuffet überhaupt, bei dem es Erdnussbutter mit Stücken, Pflaumenmus und weiße Schokocreme gab.

Da ich heute einmal quer durch Albanien bis nach Montenegro fahren will, stärke ich mich mal wieder maßlos. Es könnte ja sonst nichts mehr zu essen geben.

Ich frage kurz an der Rezeption nach, bis wann ich Auschecken muss. Elf Uhr wäre toll, halb zwölf geht auch, und wenns später wird, dann wäre es auch kein Riesenproblem. Wir einigen uns auf elf Uhr, ich schnappe meine Badesachen, und gehe noch für eine Stunde an den hoteleigenen Strand.

Das Wasser hier ist übrigens merklich kühler als in den griechischen Buchten, in denen ich die letzten Tage gebadet habe. Auch ist das Flair ganz anders, aber ich will zumindest auch einmal die albanische Küstenlinie vom Meer aus betrachtet haben.

Nach dem Bad trockne ich noch in der Sonne, und versuche meine halbherzige Bräune zu verbessern. Ich habe der Stephi schon erklärt, dass ich nach drei Wochen Urlaub in der Sonne ungefähr so braun sein werde wie sie nach einer Stunde im Schwimmbad. Dabei haben wir festgestellt, dass vor allem mein linker Arm besonders braun zu sein scheint – weil der den halben Tag aus dem Seitenfenster baumelt #roadtrip #mantastyle 😀

Die linke freie obere Extremität hat tatsächlich eine Pigmentveränderung erfahren.

Nun, es hilft alles nichts, ich verlasse das Hotel und Saranda sehr ungern, aber die Reise muss weitergehen. Ich tippe Podgorica ins Navi und stelle fest, dass ich vermutlich knapp neun Stunden unterwegs sein werde. Zwar beträgt die Strecke nur etwas mehr als 400 Kilometer, aber Autobahnen gibt es in Albanien ja nicht so wirklich. Auch Tunnels haben die nicht, hier fährt man noch klassisch über den Berg als mittendurch. All das dauert.

Die geschätzte Ankunftszeit beträgt 19:34 Uhr. Gut dass ich mir noch einige Podcasts aufs Smartphone geladen habe.

Ein freilaufender Panamera blockiert den Weg. Die Suche nach einer Überholmöglichkeit gestaltet sich aufwändig.

In Albanien hält sich ja wirklich überhaupt niemand an irgendeine Geschwindigkeitsbeschränkung. Bei vorgeschriebenen zwanzig km/h ist man mit sechzig ein Verkehrshindernis. Fährt man achtzig, dann geht’s. Das weiß natürlich auch die Verkehrspolizei, und steht mit schwenkender Kelle an jeder Ecke. Alleine heute bin ich an 13 Verkehrskontrollen vorbeigefahren.

Fehlende Leistung wird durch hellseherische Streckenkenntnis ersetzt. Adieu mein großer weißer Freund…

Einmal wäre ich wieder herausgewunken worden, bin aber wieder einfach weitergefahren. Der Trick scheint bei Touris echt zu funktionieren. Vermutlich meinen die, man ist sowieso heillos überfordert.

Es gibt ja dann um die albanische Hauptstadt Tirana herum doch ein paar Straßen mit zwei Spuren in jede Fahrtrichtung und einer bauartbedingten Trennung. Dort ist dann auch grün beschildert und man darf 110 fahren. Vielleicht ist das ja wirklich eine Autobahn. Ich werde das mal nachlesen.

Mitten in Albanien. Es ist halt schon einfach richtig schön, dort zu fahren.

Während ich dort unterwegs war, sind mir mehrere Fahrradfahrer entgegengekommen, es waren zwei Esel und eine Schafherde auf der Fahrbahn, und Traktoren fahren da sowieso auch. (Das ist jetzt kein Witz) 😉

Der Standstreifen ist nicht asphaltiert sondern geschottet, und liegt ungefähr fünf bis zehn Zentimeter tiefer als die Fahrbahn. Am Fahrbahnrand gibt es Geschäfte, Firmeneinfahrten, Restaurants, Parkplätze, und spätestens alle fünf Kilometer eine Tankstelle.

Mit “Fahrbahnrand” meine ich, direkt neben der Fahrbahn. Also so direkt, dass man aufpassen muss, sich nicht den Seitenspiegel an einem parkenden Auto abzufahren.

Mich wundert, dass trotzdem so wenig passiert, aber die Albaner sind trotz allem Chaos auf den Straßen wirklich umsichtige Verkehrsteilnehmer.

Ein albanischer Autohändler. Direkt auf der Autobahn, ein durchaus interessantes Geschäftsmodell.

Lustig sind auch die Kreisverkehre. Die tauchen auch einfach auf den Nationalstraßen auf, wenn eine andere Straße kreuzt. Ich kann mich jetzt spontan nicht an eine einzige Ampel in Albanien erinnern. Auf jeden Fall sind die Kreisverkehre alle zweispurig, und meistens nicht beschildert. Ich bin heute durch mindestens 25 Kreisverkehre gefahren, und habe bis jetzt nicht verstanden, wer wann Vorfahrt hat. Trotzdem geht es irgendwie und alle passen aufeinander auf.

Rechts gehts Richtung Kosovo, immer entlang der akkurat geschnittenen Bäume.

Nach knapp sechs Stunden Fahrt passiere ich die albanisch-montenegrinische Grenze. Die Ausreise aus Albanien dauert knapp zwei Minuten. Die Einreise nach Montenegro drei Minuten, weil der Grenzbeamte noch die grüne Versicherungskarte sehen will. Ansonsten interessiert er sich nicht für mich, sondern nur für mein Auto. Die Marke will er wissen, und ob es denn ein WRX sei. Dann darf ich weiterfahren.

Podgorica liegt nur so zwanzig Kilometer hinter der Grenze. Das Hotel finde ich auf Anhieb. Ich parke auf einem Stellplatz des ansässigen Toyota-Händlers. Der Parkplatz gehört wohl dem Hotel. Nach dem Check-In bemerke ich, dass ich von meinem Zimmerfenster genau aufs Auto schauen kann.

Ich kann den Subie vom Hotelzimmer aus sehen. Herz, was willst du mehr?

Da das Hotel ungefähr einen Kilometer von der Stadtmitte entfernt ist, esse ich im Hotel . Dort kann man für zehn Euro ein All-you-can-eat Buffet wählen. Das wähle ich. Ich bin der erste im Speisesaal. Ich bin hungrig. Die armen nachfolgenden Gäste. Ich hoffe da werden heute auch alle satt.

Heute war also ein reiner Tag zum “Strecke machen”. Ich bin schon ein ganzes Stück weiter im Norden, und kann mich nun auf die Planung der folgenden Tage konzentrieren. Ich weiß bisher noch nicht, wo ich morgen Abend landen werde.

Nach Podgorica gekommen bin ich ja nur, weil ich morgen das Kloster Ostrog in den Bergen sehen will. Da wollte ich vor zwei Jahren bereits hin als ich in Montenegro war, dann halt allerdings die Zeit nicht ausgereicht. Da ich nun eh in der Nähe bin, hole ich das nach.

Danach wird es mich vermutlich wieder Richtung Adriaküste ziehen. Ich hätte jetzt Lust auf zwei, drei Tage Hotel am Strand, um einfach die Seele baumeln zu lassen und Abends ein paar Cocktails zu trinken.

Das Hotelzimmer in Podgorica kann sich durchaus sehen lassen.

Vielleicht finde ich später ein passendes Angebot bei booking.com. Danach ist sowieso langsam Endspurt. Dann geht es in Richtung Italien, am 22. Juli ist ja das Mark Knopfler Konzert in Verona.

So ihr denn wirklich bis hierher alles durchgelesen habt, werdet ihr feststellen, dass heute nicht gar so viel passiert ist. Aber für mich sind auch sechs oder sieben Stunden im Auto eine wahre Freude. Ich habe Albanien gesehen, es auf mich wirken lassen, und weiß, dass ich nicht zum letzten Mal hier war.

Wenn ihr wissen wollt, wo ich morgen Abend bin, dann schaut wieder vorbei.

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