Achtung. Dies ist ein Live-Urlaubsbericht, direkt vom Ort des Geschehens. Ob der teilweise langsamen bis fast nicht vorhandenen Internetanbindung, werde ich jegliches Fotomaterial erst nach meiner Rückkehr hochladen. Ich hoffe, ihr seid auch durch die geschriebenen Erlebnisberichte ein wenig unterhalten.

Der siebte Tag beginnt. Nun bin ich bereits seit einer Woche unterwegs. Und irgendwie fühlt es sich gar nicht so an. Es ist komisch, weil ich die Zeit weder als lang noch als kurz empfinde. Die Tage fließen einfach dahin, und ich versuche, alle Eindrücke ganz bewußt aufzunehmen.

Die Sache mit dem Schlafen reißt ebenfalls langsam ein, auch diese Nacht erwache ich erst nach 10 Stunden Schlaf, und bin sogar auf den Wecker angewiesen.

Gefrühstückt wird reichlich da ich mir für heute eine Wanderung vorgenommen habe.

Da ich ja eine weitere Nacht hier in Portariá bleibe, hat mir der Chef des Hauses für die letzte Nacht ein Zimmerupgrade angeboten. Mein Einwand, dass mir das kleine Zimmer absolut ausreicht lässt er nicht gelten. Stattdessen verbringt der Roomservice meine Habseligkeiten in ein größeres Zimmer. Während ich wehrlos beim Frühstück sitze. Dem Vermieter war wichtig, dass ich mich um nichts kümmern brauche, ich solle schließlich meinen Urlaub genießen. Einen vergleichbaren Service habe ich bis dato noch in keinem anderen Hotel erlebt.

Nach der morgendlichen Stärkung schnüre ich meine Wanderschuhe und laufe los. Mein Ziel ist Makrinitsa, das mir als traditionelles griechisches Bergdorf angepriesen wird. Außerdem liegt dort ein Geocache. Da bietet es sich an, ein weiteres Land auf der Cache-Landkarte freizuschalten.

Ich wandere nicht auf direktem Weg in das Dorf, sondern wähle eine Schleife über die Berge, in der Hoffnung auf ein paar zusätzliche Eindrücke. Meine Hoffnung wird nicht enttäuscht. Jedoch nicht im Sinne idyllischer Natur, sondern in Form von abgerichteten Wachhunden an den exponierten Häusern.

Bereits aus einiger Entfernung vernehme ich ein drohendes Bellen. Da es keine andere Route gibt, muss ich weiterlaufen. Plötzlich rennt ein riesiges Etwas knurrend und zähnefletschend auf mich zu.

Ich versuche noch kurz unbeteiligt zu wirken, entscheide mich dann aber intuitiv doch dazu, vor Schreck zu erstarren. Der Hund galoppiert weiter in meine Richtung, erst gut drei Meter vor mir zerrt eine Kette am Hals des Hundes und reisst ihn mit allen vier Beinen in die Luft. Das ärgert den Hund, und rettet mir vermutlich des Leben, oder zumindest ein paar Gliedmaßen. So vergeht vermutlich auch dieser Tag, ohne dass ich in Berührung mit einer Tetanus-Spritze komme.

Die übrige Wanderung verläuft zum Glück weniger spektakulär. Makrinitsa ist viel unspannender als mir erzählt wurde, die Souvenierläden und Restaurants sind exorbitant teuer und darauf ausgelegt, Touristen um möglichst viele Euros zu erleichtern.

Ich finde zwar beim Flanieren durch den Ort die Location des Geocaches, leider aber nicht den Cache selbst. Mir bleibt nichts übrig, als den Cache als DNF (Did Not Found) zu loggen. Ich glaube, dann gibt es auch keine Länderfreischaltung. Vielleicht habe ich morgen in Delphi ja noch Glück.

Im Anschluss laufe ich zurück zum Hotel und habe am Ende über 13 Kilometer Wegstrecke und 400 Höhenmeter auf der Wanderuhr stehen.

Den übrigen Nachmittag verbringe ich am Pool des Hotels. Ich bin der einzige Gast, und es fühlt sich ein bisschen an wie Urlaub in der eigenen Villa. Ich habe sogar einen eigenen Butler, der mich mit Getränken versorgt. Die ganze Szenerie wirkt ein wenig surreal.

Zugleich merke ich, dass es mich weiterzieht. Ich bin bereits drei Tage in Portariá, für einen Roadtrip eine halbe Ewigkeit. Ich plane die nächste Etappe, und entscheide mich, morgen nach Delphi zu fahren und danach direkt weiter bis ans Ionische Meer. Igoumenitsa und Parga liegen dort. In der Nähe von Parga finde ich auch eine bezahlbare Bleibe, die ich direkt für morgen Abend buche.

Damit stehen morgen knapp 600 Kilometer durch Zentralgriechenland auf meiner Etappenliste, inklusive der Besichtigung des Orakels von Delphi. Für Delphi sind morgen 39 Grad vorhergesagt (mit einer gefühlten Temperatur von 45 Grad). Es wird bei diesen Temperaturen von einer Besichtigung abgeraten, bzw. empfohlen, vor 10 Uhr mit der Besichtigung fertig zu sein. Da ich frühestens um sieben Uhr morgens hier in Portariá loskomme, und dann gut drei Stunden unterwegs bin, werde ich pünktlich zur Mittagssonne in Delphi sein. Zum Glück weiß ich ja, wie Schwitzen funktioniert. Das kann ich gut.

Nach der Besichtigung in Delphi fahre ich weiter bis Parga. Hoffentlich haben die dort ausreichend WLAN.

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