Achtung. Dies ist ein Live-Urlaubsbericht, direkt vom Ort des Geschehens. Ob der teilweise langsamen bis fast nicht vorhandenen Internetanbindung, werde ich jegliches Fotomaterial erst nach meiner Rückkehr hochladen. Ich hoffe, ihr seid auch durch die geschriebenen Erlebnisberichte ein wenig unterhalten.

Mein heutiger Wecker ist das Baby, mit dem ich Wand an Wand schlafe. Anscheinend hat es so gegen 7 Uhr Hunger, für mich die perfekte Zeit zum Aufstehen. Gleich eine der ersten Aktionen des Tages fordert  mein ganzes Können: Ich versuche mich in der wohl kleinsten Dusche die ich je betreten habe, erfolgreich zu waschen. Da wäre alles halb so wild, wenn es eine Duschkabine, oder ein Tür gäbe. Stattdessen versuche ich verzweifelt, den fragwürdig verfärbten Duschvorhang so wenig wie möglich zu berühren. Ihr kennt das. So richtig sauber fühlt man sich da nach der Dusche immer noch nicht. Eindeutig #firstworldproblems.

Hinzu kommt die Höhe des Badezimmers. Vielmehr die fehlende Höhe. Vermutlich wurde dort in den letzten 50 Jahren immer wieder Fliese auf Fliese verlegt. Der Raum misst 2 Meter Höhe, die Duscheinfassung ist nochmal fünf Zentimeter erhöht, bleiben also Einmeterfünfundneunzig. Ich bin sieben Zentimeter kleiner.

Diesmal erinnere ich mich, wo sich der Frühstücksraum befindet. Die Dame beim Check-In hat gestern lediglich nach links gezeigt, der Raum ist direkt neben der Rezeption. Es gibt hier ein Frühstücksuffet, an dem es nichts auszusetzen gibt. Sogar Filterkaffee wird angeboten. Der Frühstücksraum ist übrigens im typischen Stil der 70er Jahre. Nicht die Einrichtung, sondern die Architektur. Wer Bilder oder Filme vom Balkan aus den 70ern und 80ern kennt, oder zu der Zeit dort Urlaub gemacht hat, der weiß was ich meine. Ich mags. 🙂

Nach der Stärkung packe ich meinen Rucksack und bringe kurz einige Sachen ins Auto. Vor allem will ich wissen, ob es noch dort steht, wo ich es gestern abgestellt habe. Außerdem hat sich die Stephi nach dem Befinden meines Subies erkundigt, da will ich ihr ein Foto des Zustandes liefern. 🙂

Mittlerweile ist es halb elf, und die Temperaturen in Thessaloniki gehen bereits jetzt wieder in den Bereich “unerträglich”. Als Mann des Nordens schwitze ich bereits beim Aktivieren einzelner Gehirnzellen. Die Griechen kommen mir unbeeindruckt vom Wetter mit Jeans und schwarzen Hemden entgegen. Ich möchte mal sehen, wie die in Deutschland frieren!

Es fällt mir schwer, die vorhandenen Sehenswürdigkeiten der Stadt zu priorisieren, deshalb laufe ich einfach drauf los. Auf meinem Weg entlang des Hafens und den großen Straßen passiere ich Denkmäler, Türme, Plätze und Foren, und hänge mich immer wenn ich nicht weiß wie ich weiterlaufen soll, unauffällig an eine Reisegruppe.

Ich mag das ja nicht, wenn Leute sich in Reisegruppen schmuggeln und dann kostenlos “mithören”. Aber wie Hänsel und Gretel den Brotkrumen zur nächsten Sehenswürdigkeit zu folgen, das tut keinem weh. Die Dame vor mir gestikuliert während meiner Verfolgung gefährlich mit ihrem Selfie-Stick. Vermutlich bin ich jetzt auf zehn ihrer Bilder mit drauf.

Nach ungefähr drei Stunden laufe ich zurück ins Hotel. Mit letzter Kraft und durchgeschwitzt. Nach zwei Stunden runterkühlen habe ich einen Plan für den restlichen Nachmittag geschmiedet. Angeblich soll es einen Park mit (O-Ton Internet) “komischen Skulpturen” geben. Der ist nur zwei Kilometer entfernt, auf Google Maps ist das ganz nah. Mein Standort und das Ziel passen sogar auf einmal auf den Bildschirm. Ich breche auf und stelle recht bald fest, dass die zwei Kilometer ständig bergauf gehen. Am Ziel angekommen bin ich circa 100-150 Höhenmeter über Normalnull. Ich bin froh dass ich nicht mehr rauche. Ich bin froh dass ich mir unten in der Stadt noch etwas zu trinken gekauft habe. Und ich ärgere mich, dass ich kein zweites T-Shirt dabei habe. Mittlerweile zeigt das Thermometer wieder 36 Grad. Im Schatten. Selbigen finde ich aber nirgends.

Der Ausblick und die Fotos entschädigen jedoch für den mühevollen Aufstieg.

Zurück im Hotel tanze ich nochmals den Duschvorhang-Lambada und suche mir ein Restaurant zum Abendessen. Es gibt heute gesunde Kost: Tzatziki, French Fries und Fried Squids. Dazu Brot in Olivenöl und als Nachspeise eine Wassermelone. Keine Ganze!

Danach schleppe ich mich gerade noch so zurück ins Hotel, mein Fitnessarmband diagnostiziert heute sage und schreibe 19,3 Kilometer!  

Kurzum: Heute mache ich, nachdem ich diese Zeilen beendet habe, überhaupt nichts mehr. Morgen checke ich aus und mache mich auf den Weg Richtung Volos. Das liegt zwischen Thessaloniki und Athen. Auf dem Weg dorthin plane ich einen Abstecher nach Kalambaka, um mir die Meteora-Klöster anzusehen. Aber noch tun meine Füße so weh, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, in den nächsten zwei Tagen das Hotelzimmer zu verlassen.

Mal sehen, was morgen im Reisebericht steht. 🙂

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