In den letzten Monaten trage ich mich immer öfters mit dem Gedanken, meine Mietwohnung in Nürnberg gegen ein Hotelzimmer einzutauschen. Einmal so residieren wie es Udo Lindenberg im Atlantic Kempinski Hotel in Blankenese schon seit Jahren macht. Spaß beiseite, irgendwie rentiert sich meine Wohnung in Nürnberg für 3 Nächte die Woche nicht mehr wirklich. Den Rest der Zeit bin ich sowieso daheim im Wald.

(100m Fußweg von meiner Wohnung entfernt bietet sich dieser Blick)
Anmerkung an alle Gelegenheitseinbrecher die gleich auf mein Impressum klicken, um meiner Wohnung sodann am Wochenende einen Besuch abzustatten: Da drin ist nicht wirklich etwas brauchbares oder gar wertvolles zu finden, ich könnte auch einfach die Wohnungstür offen stehen lassen.
Um Mietkosten einzusparen könnte ich natürlich auch einfach umziehen, es gibt in Nürnberg genügend Leute die Wohnungen vermieten. Meine 56qm 2-Zimmer Wohnung ist steht preislich genau ganz saudumm auf der Kippe. Mit 360 Euro eigentlich recht günstig, kommen aufgrund der miserablen Wärmedämmung nochmals 70 Euro Heizkosten pro Monat (Gas) oben drauf – und das wohlgemerkt bei 3 Tagen in der Woche in der ich (abends) dort bin. Summa sumarum sind jedoch andere Wohnungen auch nicht billiger, und ein Umzug inkl. Renovierungs- und Einrichtungskosten geht da ja auch ins Geld.
Die Hotel-Alternative klingt selbst mit dem spitzen Bleistift kalkuliert noch ganz verführerisch. Spätestens aber wenn man dann an die wegfallende doppelte Haushaltsführung denkt durch die sämtliche Steuervorteile passé sind, werden die Zahlen schnell wieder rot. Außerdem fällt mit einem Hotelzimmer auch der residente DSL-Zugang weg. OK, es gibt mittlerweile Anbieter wie Vodafone DSL o.ä., dort sind auch mobile Flatrates buchbar. Trotzdem befriedigt mich auch das nicht wirklich.
Das Ärgerliche an der Wohnungssuche ist außerdem: Hat man tatsächlich einmal eine bezahlbare 1-Zimmer Wohnung im Süden von Nürnberg gefunden dann benötigt man entweder einen Wohnberechtigungsschein oder muß finanzielle staatliche Beihilfen erhalten um dort einziehen zu können.
Also, falls jemand in Nürnberg im PLZ Bereich 90471/90478 für 3 Nächte die Woche ein Wohnklo günstig vermietet, gebt mir bitte Bescheid.
Immer wenn ich Montag Abend die langgezogene Auffahrt zu meiner Werktagsvilla hinauffahre, halte ich kurz am ersten Tor und bin mir dabei nicht zu schade, selbst den Briefkasten zu leeren. Neben unzähliger Werbung für Schnellrestaurants und Kaviar-Lieferdienste liegt auch ein unscheinbares, weißes Päckchen im Briefkasten. Der darauf folgende Blick auf den Absender geht ins Leere, kein Adressat angegeben.
Sofort schießt mir das Anthrax-Packerl durch den Kopf, das ich seinerzeit 1997 in Tokio im Briefkasten hatte, Angst gepaart mit einem komischen Gefühl in der Magengegend macht sich breit. Im Wohnzimmer angekommen, beschließe ich auf die Polizei zu verzichten und das Päckchen selbst zu öffnen. Vorsichtig öffne ich das Paket seitlich, natürlich nicht ohne vorher mein Gesicht zu verdecken und meinen Mundschutz überzustreifen. Kurz nach dem Öffnen streichelt ein penetranter Frauenduft meine empfindliche Nase. Was ist das?
Ich öffne die beiden anderen Seiten der Verpackung und folgender Inhalt kommt zum Vorschein:

- Ein einzelner halterloser schwarzer Damenstrumpf
- Ein Jeton
- Ein silberner Schlüsselanhänger
- Ein Negativ
- Ein handgeschriebener Zettel aus dem Neapel Grand Hotel
Dass das ganze Päckchen wirklich brutal nach Parfum riecht habe ich bereits erwähnt? Ich bin froh dass ich immer noch den Anti-Anthrax-Mundschutz umgebunden habe, und beginne zu lesen:
Hallo,
ich vergesse nie deinen Charme!
Ich weiß wie wichtig deine Arbeit ist, daher hier die Dinge die du bei mir liegengelassen hast.
Im nächsten Moment danke ich Gott dass dieses Päckchen an meine Werktagsadresse geliefert wurde, und nicht dorthin wo meine kürzere Hälfte die Post in Empfang nimmt. Mit viel Glück hätte ich gepackte Koffer vorgefunden, die Chance auf im Garten verstreute Klamotten wäre wahrscheinlicher gewesen. Ich lese nochmals die Passage “…die Dinge die du bei mir liegengelassen hast.“.
Ein Jeton aus dem Spielcasino – gut möglich, obwohl gewonnene Casino-Einsätze ansonsten unmittelbar von einem meiner Mitarbeiter in Bargeld umgetauscht werden. Den silbernen Schlüsselanhänger habe ich ob seines primitiven Glanzes im ersten Moment übersehen. Ich kann mich aber nicht erinnern, jemals in Neapel einen halterlosen Damenstrumpf getragen zu haben. Egal, der nächste Blick gilt dem Negativ, darauf ist eine URL abgedruckt.
Langsam dämmert mir, was da läuft, anscheinend will da jemand ganz listig auf seine Internetseite hinweisen. Nach Eingabe der URL finde ich mich in einem Onlinegame wieder. Ich soll irgendeine Agentin um die halbe Welt jagen, Ihr Geheimdokumente entlocken und was weiß ich noch was. Das erinnert mich gleich an meine Zeit Anfang der 90er Jahre. Wir (ich und mein Team) waren damals ganz große Klasse in Kolumbien und haben so ziemlich jedes Drogenkartell ausgehoben das sich damals herumgetrieben hat. Nach 10 Minuten gelangweilter Klickerei habe ich die Agentin irgendwo in Rio de Janeiro dingfest gemacht.
Während der 10-minütigen Weltreise wird dann auch das Geheimnis hinter der ganzen Aktion gelüftet – ein PR Gag für das neue Parfum MADE FOR MEN aus dem Hause Bruno Banani. Der ganze Spaß und die kurzweilige Schnitzeljagd ist mir dann tatsächlich einen Link zu Bruno Banani wert.
Trotzdem möchte ich nicht wissen, wieviele Lebensgefährten und Ehemänner am Abend nach der Arbeit das Paket von Ihrer Frau/Freundin um die Ohren bekommen haben. Spaß hin oder her, es gibt auf diesem Planeten die ein oder andere Furie, die bei sowas partout keinen Spaß verstehen will. Bei einer kurzen Internetrecherche habe ich auch niemanden gefunden, der bereits über die Aktion gebloggt hat, wahrscheinlich sind alle Blogger mittlerweile mit einem Messer im Rücken von Ihren Frauen im Gefrierschrank verstaut worden.
Oder lebt einer von Euch da draußen noch, der das Päckchen auch bekommen hat? Meldet Euch!
Liebes Tagebuch,
(yeah, so leite ich hier ab sofort öfter ein). Seit Montag will ich eigentlich bloggen. Es mangelt weder an Geschichten noch an passendem Bildmaterial dazu, aber ich war die ganze Woche derart beschäftigt dass ich keine Chance hatte, hier etwas zu schreiben.
Los ging das Chaos ja schon am Montag Morgen. Die Fahrt aus dem heimischen Wald in Richtung Nürnberg gestaltete sich aufgrund von schneebedeckten und eisglatten Straßen teilweise recht abenteuerlich.Wie das Navi zeigt, verspricht die Fahrt vom Bayerischen Wald in Richtung Oberfranken kurzweilig zu werden.

Zu allem Überfluß hat mich recht zügig das Navi gewarnt, dass die Autobahn A6 zwischen Amberg und Nürnberg komplett gesperrt ist, weil sich ein Autotransporter quer über alle Fahrspuren langgemacht hat. Wer öfters die Strecke Amberg-Nürnberg fährt der weiß dass jede Umleitung ein Drama darstellt.
Trotzdem habe ich es geschafft während der Fahrt mittels Navi-Bildschirm eine mir tauglich erscheinende Umleitungsstrecke auszuarbeiten, im Radio würde man es eine “großräumige Umfahrung” nennen. 
Kaum auf die Umleitungsstrecke abgebogen sah die Fahrbahn so aus:

Die Straße war tatsächlich richtig fies glatt – da auf Fotos ja meist die Geschwindigkeit falsch rüberkommt, ich bin zu dem Zeitpunkt ungefähr 10km/h gefahren und ich hab mich trotz der auf ca. 250m freien Gegenfahrbahn nicht getraut zu überholen. Wer mich und meine Fahrweise kennt weiß was das heißt!
Letztendlich hat sich die lange Umfahrung trotzdem als Glücksgriff erwiesen, da sich der Stau auf der Autobahn im Sekundentakt verlängert hat, die Polizei den Verkehr nicht richtig ab- und umgeleitet hat, und zum Schluß auch die Umleitungsstrecken dicht waren. Ich bin nach dem Unfallort wieder auf die Autobahn und hatte komplett freie Bahn.
Naja, und genau so wie die ersten zwei Stunden der Woche abgelaufen sind, ging es bis gestern Abend weiter. Unvorhergesehenes hier, Verzögerungen da, Schlafmangel dort. Als ich dann gestern Abend endlich heimgekommen bin und mich sooo auf mein Bett gefreut habe, kommt der Stefan Raab mit seinem Qualifying für die Wok-WM daher. Die mußte ich natürlich anschauen und war wieder erst um 1 im Bett.
Heute morgen habe ich dann pünktlich 6:45 Uhr die Arbeit im Homeoffice angefangen – und jetzt habe ich endlich Feierabend. Aber auch sonst sind unter der Woche noch lustige Sachen passiert, mehr darüber in einem eigenen Beitrag.
Anfang März wurde in Berlin ein hochdotiertes Pokerturnier von vier bisher unbekannten Räubern überfallen. Erbeutet wurde ein Teil des Preisgeldes, irgendwie ging auf der Flucht das meiste davon schon wieder verschütt. Im Großen und Ganzen eine für den Aussenstehenden recht undurchsichtige Sache. Nun haben unsere Freunde und Helfer einen der Täter in Gewahrsam, er war gesprächig geworden und hat sich selbst gemeldet.
Angeblich hat der Geständige die Namen seiner drei Mittäter genannt, was n-tv veranlasst, gleich einmal die Fahndungsfotos zu veröffentlichen:

(Screenshot von n-tv.de Startseite)
Oh-Ke, Deutschland ist pleite, bei den Griechen schauts noch schlimmer aus, wir brauchen die Kohle wo es nur grade geht, aber dass unsere Chefin jetzt schon Pokerturniere überfällt hätte ich nicht gedacht. Und das Sie es dafür Klonschaf Dolly gleichtut und sich im Vorfeld verdreifachen lässt um die Fluchtchancen zu erhöhen…ein Wahnsinn! 
Aufatmen lässt der komplette n-tv Screenshot.
Wanna come over to MYSPACE and TWITTER my YAHOO till I GOOGLE all over your FACEBOOK?