30.06.2011 – Tag 7: Wetterumschwung
Der Tag begrüßte uns heute morgen mit strahlender Wolkendecke. Von der Sonne war nichts zu sehen, dafür zeigte das Thermometer gleich in der früh tropisch schwüle 29 Grad. Nach dem Frühstück versorgten wir uns erstmal mit Getränken für die morgige Heimfahrt im Supermarkt. Die Einkaufsgelegenheiten heißen hier in den meisten Fällen “Konzum”. So hießen in Deutschland in den 60er und 70er Jahren die Supermärkte auch. Später dann Co-Op, irgendwann hat dann Edeka das ganze Freßkonglomerat aufgekauft. So kann man zumindest im Süden Europas in nostalgischen “Konsum-Erinnerungen” schwelgen.
Nach dem Einkauf genehmigten wir uns noch etwas zu trinken in einem der zahlreichen Cafés am Straßenrand.
01.07.2011 – Tag 8: Rückfahrt
Wie die Überschrift schon vermuten lässt geht auch der schönste Urlaub einmal zu Ende – in diesem Fall einmal mehr viel zu früh. Nach dem zeitigen Frühstück saßen wir um 08:45 Uhr im Auto und das Navi zeigte uns an, dass uns noch genau 1.102 Kilometer von unserem Heimatziel trennen.

Los geht's in Richtung Heimat...
Auf der Rückfahrt haben wir auf Landstraßenspärenzchen in Kroatien/Slowenien verzichtet, und sind direkt via Zagreb auf der Autobahn zurückgefahren.

Der RS - unser treuer Reisegefährte, auch nach zigtausend Kilometern immer noch gierig auf das nächste Asphaltband. Hier auf einem Parkplatz kurz vor Zagreb
Kurz vor dem Tauerntunnel in Österreich hatte uns der “Alltag” dann wieder – gestartet haben wir unsere Rückreise um Dreiviertelneun bei knapp 28 Grad – am südlichen Eingang des Tauerntunnels zeigte die Außentemperaturanzeige dann lauschige 7,5 Grad Celsius.

7,5° und Regen - immerhin ist der Tauerntunnel mittlerweile im Vollausbau zu befahren
Kurzweilig wurde es dann noch zwischen Salzburg und München. Dort hatten sich neben dem typischen Urlaubs-Reiseverkehr noch einige Unfälle ereignet, was dazu führte, dass wir auf Höhe Chiemsee die Landstraße vorzogen. Diese Idee hatten auch unzählige Autofahrer auf der Gegenfahrbahn – dort waren ca. 15 Kilometer Stau auf diversen Ortsverbindungsstraßen. Die Flüche der Anwohner die dort auf dem Heimweg waren hätte ich nicht hören wollen.
Knapp 10 Stunden und die oben angesprochenen über 1.100 Kilometer später hatte uns das Frankenland wieder.

1.129 Kilometer und wir sind zurück in Nürnberg - solche Tageskilometerstände sind bei mir eher selten, von daher durchaus ein Bild wert.
Ich hoffe der Reisebericht über Kroatien hat Euch gefallen, der nächste Urlaub ist bereits in Planung. Auch wenn wir noch zwischen französischer Atlantikküste, einem Kilometerfreßtrip nach Schweden, Süditalien und einer Flugreise (gähn) schwanken. Ihr werdet es erleben…
23. Juli 2011 in
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Für diesen Tag muß ein Wort als Überschrift reichen, obwohl wir natürlich viel viel mehr gesehen haben. All denen von Euch, die keine Lust haben den folgenden Text zu lesen, kann ich nur sagen: Wenn Ihr irgendwie die Gelegenheit habt, Dubrovnik zu besuchen, dann macht das!
Der interessierte Leser mag sich die nun folgenden Zeilen zu Gemüte führen:
Auf den Ausflug nach Dubrovnik habe ich mich schon lange gefreut, da ich schon von vielen Leuten gehört habe, wie schön und unvergesslich die dortige Altstadt sein soll. Irgendein Mensch (ich weiß nicht mehr wer) hat Dubrovnik schon vor vielen Jahren als “Paradies auf Erden” bezeichnet.
Pünktlich um 9:45 Uhr (vorher mussten wir mehrere Runden ums Frühstücksbuffet drehen) ging es also auf ins Paradies. Vor uns lagen ca. 180 Kilometer. Da niemand so genau wußte, wie weit die schon vor einigen Tagen beschriebene kroatische Autobahn A1 in Richtung Dubrovnik fertiggestellt ist, habe ich einfach mein Glück versucht. Nach ca. 35 Autobahnkilometern wurden wir unsanft von der Selbigen bugsiert und standen wieder auf der Landstraße – was bedeutete dass wir immer noch gute 130 Kilometer Landstraße vor uns hatten. In Kroatien bedeutet das selbst mit Messer zwischen den Zähnen und fehlendem Überlebenswillen gut zwei Stunden Fahrt – mehr als 60 km/h im Stundenschnitt sind beim besten Willen nicht drin. Dafür entschädigt die Landschaft entlang der Küste für die strapaziöse Fahrt. Einige Kilometer vor dem Ortseigang von Dubrovnik stach uns bereits ein großes Schiff ins Auge. Da es tatsächlich schon kilometerweit gut sichtbar war, wußte ich, das Schiff muß richtig (!) groß sein. Zehn Minuten und einer verwirrenden Fahrt durch den nur für Taxis geöffneten Bereich des Hafens, der mir mehr als ein Augenrollen meiner smarten Beifahrerin einbrachte, standen wir vor keinem geringeren Schiff als der Voyager of the Seas. Jeder von Euch der sich für Kreuzfahrten interessiert wird wissen wovon ich spreche. Neben der Voyager of the Seas stand noch ein anderes Schiff, davon habe ich gerade den Namen vergessen, vielleicht taucht der weiter unten auf einem der Bilder auf. Die Fotos sind mit dem iPhone aufgenommen, da ich dummerweise vergessen hatte, den Akku der Digicam zu laden.
Übrigens könnt Ihr ab sofort auf die Bilder klicken, und sie vergrößern sich dann automatisch, probiert es aus!

Direkt hinter der Voyager of the Seas war ein Parkplatz frei!

Die Größe dieses Schiffes lässt sich in Worten nicht beschreiben...

Die "Voyager of the Seas" - man beachte die Größe der Reisebusse im Verhältnis...
Die nächsten 45 Minuten verbrachte ich wie ein kleines Kind vor einer überdimensionalen Carrerabahn. Dieses Schiff, oder treffender bezeichnet, diese schwimmende Stadt ist derart pompös in seinen Ausmaßen dass es schier unmöglich ist, den kompletten Dampfer auf ein Foto zu bekommen. Glücklicherweise konnte ich mein Auto direkt hinter der Voyager parken, sodaß auch hier ein Foto möglich war. Mein Dampfer und eines der größten Schiffe dieses Planeten gleichzeitig auf einem Bild!
Danach ging es weiter in die Altstadt von Dubrovnik. Natürlich waren wir nicht die einzigen, die sich an diesem Tag Dubrovnik als Ausflugsziel vorgenommen hatten, entsprechend abenteuerlich war die Parkplatzsituation in der Nähe der Altstadt. Nach erfolgloser Parkplatzsuche standen wir plötzlich vor einer Tiefgarage, in der augenscheinlich noch richtig viel Platz war. Der Blick auf die Preistafel gab die Erklärung: 170 Knoten (das sind ca. 25 Euro) – dafür konnte man ganze 4 Stunden sein Auto abstellen. Dank meinem flotten Getriebe war der Rückwärtsgang in Sekundenbruchteilen eingelegt – soviel zum Thema Touristenabzocke. Ungefähr 20 Meter weiter war dann glücklicherweise ein freier Parkplatz direkt an der Straße, zwar kostete dort die Stunde Parken auch noch 30 Knoten, viel billiger ist dies aber in unmittelbarer Nähe zur Altstadt in Dubrovnik wohl einfach nicht möglich. Zwei Minuten nachdem der Parkautomat gierig einen 100 Knoten Schein geschluckt hatte, standen wir auch schon im Eingangstor zur Altstadt von Dubrovnik.

Die Dächer der Altstadt Dubrovniks leuchten wirklich in der Nachmittagssonne, da hat der Reiseführer nicht zuviel versprochen.

Blick über Dubrovniks Altstadt hin zum Meer

Klickt auf das Bild damit es sich vergrößert - ein Blick in die typischen Hang-Gassen der Altstadt Dubrovniks
Um auf die knapp 2 Kilometer lange Stadtmauer zu gelangen waren pro Person erneut 70 Knoten fällig. Im Reiseführer habe ich gelesen dass die Kroaten die Preise saisonabhängig gestalten – Viel Touristen = hoher Preis, wenig Touristen = niedrigerer Preis. 147 Knoten ärmer (Pinkeln kostet 7 Knoten) standen wir bei 30 Grad und flottem Sonnenschein auf der Stadtmauer. Über den Rundgang brauche ich nicht viel zu erzählen, das muß man einfach gesehen haben. Ich finde dafür wirklich keine Worte, die Altstadt Dubrovnik ist einfach atemberaubend schön. Nach dem Wehr-Rundgang waren wir noch in der Altstadt Essen, danach war es auch schon an der Zeit, die Rückreise anzutreten. Vor uns lagen erneut 180 Kilometer, dass wir uns auf die Autobahn nicht verlassen können wußten wir ja schon von der Hinfahrt.
Wie auf dem Hinweg führte uns der Weg auch diesmal wieder ca. 10 Kilometer durch Bosnien-Herzegowina. Bei der Teilung Jugoslawiens nach dem Krieg forderten die Bosnier eine direkte Landverbindung zum Meer – diese wurde auf einem 10 Kilometer Streifen ca. 60 Kilometer nördlich von Dubrovnik geschaffen. Die Passage der Grenzübergänge war eine Sache von Sekunden, das tat der Durchschnittsgeschwindigkeit richtig gut.

Auch auf dem Rückweg blieb stets Zeit für Fotos, natürlich nur bei voller Fahrt und durch die Seitenscheibe, Fotopausen waren im Zeitplan nicht berücksichtigt...
Aufgrund des kurzen Autobahnstücks wollte ich eigentlich den direkten Weg über die Landstraße nehmen, also die Küstenstraße via Ploce und Makarska hoch, zurück nach Brela. Allerdings war die Ortsdurchfahrt in Ploce aus unerfindlichen Gründen gesperrt und wir wurden direkt in Richtung “A1″ geleitet. Da ich wußte dass die A1 frühestens 50 Kilometer weiter nördlich beginnt, hatte ich mich gleich aufs Schlimmste eingestellt. Vor mir fuhr ein Deutscher in einem VW T4 – hinter dem ich lustigerweise auch schon auf der Hinfahrt nach Dubrovnik gefahren bin. Rein zufällig haben wir in Dubrovnik zeitgleich die Rückreise angetreten und sind uns am Ortsausgang begegnet. Selbiger T4 Fahrer hat eine Pace vorgelegt, die keineswegs mit der kroatischen Straßenverkehrsordnung konform ging. So ging es erst mit 90 durch 60er Zonen, später mit 110 durch Baustellenabschnitte die auf 30km/h begrenzt waren. Irgendwann fuhren wir dann auf einem zweispurigen Schotterweg – und damit meine ich keinen Planierten, sondern losen Schotter. So richtig mit einer hohen Schotterwulst in der Mitte und Reifenspuren an der Seite – die Beschilderung verriet uns jedoch in regelmäßigen Abständen dass es sich hier durchaus um den richtigen Weg in Richtung A1/Split handelte. Ich kann mir nicht vorstellen wie diese hohle Gasse bei Regen befahrbar sein soll. Nach einer mehrminütigen Staubschlacht und ca. 30 Kilometer Serpentinenstrecke über mir namentlich nicht bekannte Berge später tauchte dann tatsächlich die A1 auf, der Rest des Wegs ins Hotel war dann zügig zurückgelegt. Leider habe ich von der “alternativen” Rückfahrt keine Bilder, zum Einen war der Akku der Kamera leer, andererseits blieb für Fotos mit dem Handy ob der schnellen Gangart des T4 Fahrers keine Zeit.
Bei der Rückkunft im Hotel zeigte die Uhr 19:40, sodaß uns noch genug Zeit zum Abendessen blieb. Mittlerweile ist es kurz vor 23 Uhr, das Thermometer weist mich darauf hin, dass immer noch 28 Grad anliegen und die Hotelband spielt drei Etagen tiefer vor meinem Fenster “Another Day in Paradise”. Tatsächlich bleibt uns noch 1 Tag bis wir die Rückreise nach Deutschland antreten.
14. Juli 2011 in
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Der heutige Tag ist schnell erzählt, denn heute ist nicht wirklich viel passiert. Nach dem Frühstück (hab ich eigentlich schon erwähnt dass ich im Urlaub viel zuviel esse?) haben wir einen kleinen Spaziergang entlang der Strandpromenade von Brela gemacht. Dabei wurde noch ein Hut und eine Postkarte gekauft, wahrscheinlich nicht gerade spannend für Euch Leser.

Ein Bild von der Küste in Brela, aufgenommen direkt am Weg vom Hotel zur Ortsmitte
Danach ging es bei 30 Grad im Schatten an den Strand, wobei es dort keinen gab. Also Strand gabs schon, aber eben keinen Schatten. Man hätte aber einen Schatten kaufen können. Der Schatten wäre dann rund gewesen und hätte einen Durchmesser von knapp 2 Meter gehabt. Der Strandtouristennepper in der farbigen Badehose wollte aber 25 Knoten für 2 Meter kreisrunden Schatten. Darum haben wir uns für Sonne entschieden, die kostet nämlich selbst in Kroatien nix. Drei mal Baden und zwei mal Wenden später waren wir gut durch und haben den Tag mit Essen (natürlich wieder viel zuviel) ausklingen lassen.

Was hier sehr idyllisch aussieht sind in Wirklichkeit 20° Wassertemperatur!
Zuerst zum Thema Geburtstag: Mein Auto wird heute 3! Ich hoffe es steht noch dort vor dem Hotel wo ich es gestern Abend unter Anstrengung ca. 10 Zentimeter neben einer Wand parken mußte, hinter einem BMW M6 aus Bosnien-Herzegowina und einem Mercedes Benz S400 Hybrid aus Polen. Die Parkplatzsituation am Hotel ist gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig, genausogut wie die Tatsache, dass sämtliche Urlauber aus Osteuropa hier mit Karossen jenseits der 100.000 Euro vorfahren.
…die Sichtprüfung am Morgen hat ergeben, das Auto steht noch genau dort wo ich es abgestellt hatte.
Auf dem Tagesplan steht heute die Küstenstadt Makarska und der höchste Berg Kroatiens Sveti Jure im Biokovo Nationalpark. Von dort aus ist es nicht mehr wirklich weit ins bosnische Mostar, dort wollte ich mir die berühmte Brücke ansehen, die seinerzeit im Jugoslawien-Krieg zerstört wurde. Als Hintergrundinfo für Interessierte: Diese berühmte Brücke, seit Jahrhunderten das Wahrzeichen von Mostar, war im Krieg ein ganz gezieltes Angriffsziel der feindlichen Truppen. Es wurden seinerzeit keine Kosten und Mühen gescheut, um exakt dieses Bauwerk der Stadt zu treffen und zu zerstören. Dem Feind ist dies auch gelungen, der Spaß war jedoch alles andere als billig und auch nicht wirklich rentabel. Das Ziel war schlichtweg, den Bosniern eins auszuwischen, denn mit der Brücke wurden weder Handelswege noch andere wichtige Routen gekappt. Mittlerweile wurde die Brücke wieder komplett nach alten Bauplänen restauriert. Genug der Geschichtsstunde, aus dem Besuch in Mostar wurde nämlich nichts. Grund war die Baustellenplanung der Kroaten, die mir hier immer wieder Kopfschütteln bereitet. Die Hauptverbindung von Makarska in Richtung Mostar ist bis auf weiteres komplett gesperrt, natürlich kann man über eine andere Route nach Mostar gelangen, dies bedeutet aber gut 130 Kilometer kroatische Landstraßen. Zu viel für diese eine Brücke, die ich mir auch im Internet anschauen kann.
Die Fahrt auf den Sveti Jure (in 1.923 Meter Höhe) haben wir ebenfalls vom Ausflugsprogramm gestrichen, da der Conny die schmale und steile Bergstraße ohne jegliche Leitplanken und Absicherungen nicht geheuer war. Die Straße war ca. 2,80m breit, wohlgemerkt mit Gegenverkehr. Wenn Ihr auf den Link zum Sveti Jure weiter oben klickt, seht Ihr eine Fotoserie von jemandem der mit dem Cabrio hochgefahren ist – die Straße da rauf scheint mir wirklich eng zu sein.

Das "Geburtstagskind" am Fuße des Sveti Jure
Zurück zu dem was dann an dem Tag noch passiert ist. Die Stadt Makarska ist ein wirkliches Kleinod an der gleichnamigen Makarska Riviera. Der Stadtkern ist typisch kroatisch mit vielen engen Gassen und noch mehr Stufen bergauf – kein Wunder, da hier jedes noch so kleine Kaff direkt an einen Berg gebaut wurde. Wahrscheinlich sieht man in der Gegend deshalb keine amerikanischen Touristen, Rolltreppen gibt es hier nämlich auch keine.

Der Stadtplatz von Makarska
Nach Makarska, dem Besuch des Biokovo Nationalparks und der traurigen Tatsache dass der Mostar-Besuch ausfällt hat uns der Reiseführer in großen Tönen den “Blauen See” und den “Roten See” bei Imotski angepriesen. Das Navi lud uns mit der überschaubaren Entfernung von 58 Kilometern dazu ein, Imotski zu besuchen. Dort angekommen war uns die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Beide Seen mögen zwar an sich eindrucksvoll sein, nüchtern betrachtet sind es einfach zwei Bergseen mit einem Durchmesser von jeweils ca. 75 Metern. Der Blaue See heißt so, weil die angelagerten Felsen eine blaue Färbung haben, jetzt dürft Ihr raten woher der Rote See seinen Namen hat. Richtig, der ist genauso blau wie der andere, nur die Felsen sind halt rot.

Das ist der Blaue See, an den Felsen erkennbar der niedrige Wasserstand

Das ist der Rote See, 1,5km vom Blauen See entfernt. Ich habe das Foto extra nicht zugeschnitten, damit Euch die Höhe der Felswand bewußt wird. Beachtet die ausgewachsenen Bäume ganz oben!
Wenn wir nicht den Weg auf die Rückseite der Seen (mit nahezu direktem Zugang) gefunden hätten, hätte uns der Touristen-Nepper am anderen Ende des Sees noch 40 Knoten, Pardon, Kunar pro Person für die “Besichtigung” abgeknöpft. Dass die Kroaten die Touristen schröpfen wo es nur geht, ist mir in diesen Tagen des Öfteren aufgefallen, einige Beispiele werden noch folgen.
Nach den atemberaubenden (*gähn*) Seen habe ich total verpeilt dass es von dort aus nicht mehr weit zum berühmten Wallfahrtsort in Medugorje (dort gab es u.a. 1981 eine Marienerscheinung, außerdem ist Medugorje einer DER katholischen Wallfahrtsorte in Europa, etwas vergleichbar mit dem französischen Lourdes) in Bosnien Herzegowina gewesen wäre, aufgrund der ernüchternden Besichtigungen der letzten Stunden haben wir uns dann jedoch entschlossen, zurück ins Hotel zu fahren.

Sehenswert war einmal mehr der Sonnenuntergang in Brela, so gegen 21:15 Uhr.
Nach dem faulen Vortag steht heute der erste Ausflug aus dem Programm. Der Wind ist weiterhin unser stetiger Begleiter weshalb wir guter Hoffnung sind, dass weiter im Norden und Landesinneren ein anderes Klima vorherrscht. Zum Glück müssen wir uns wegen der Temperaturen nicht beschweren, wir haben immer zwischen 25 und 30 Grad, und tatsächlich flaut der Wind ab, je mehr wir nach Norden kommen.
Die Strecke ins ca. 50 Kilometer entfernte Split legen wir über die alte Küstenstraße zurück. Diese erstreckt sich vom Norden Kroatiens bis in den kompletten Süden – also kurz hinter Dubrovnik. Wer vor dem Bau der schon angesprochenen Autobahn A1 nach Dubrovnik fahren wollte, mußte zwangsläufig genau diese Route wählen. Auch haben sich alle Warnungen bezüglich der Durchschnittsgeschwindigkeit auf dieser Strecke bestätigt – mehr als 50 Kilometer pro Stunde kann man hier unter keinen Umständen zurücklegen. So dauert die Fahrt nach Split – na wer rechnet mit? – richtig, eine Stunde. Für Split haben wir einige Sehenswürdigkeiten vorgemerkt, die praktische Ausführung scheitert tatsächlich am geeigneten Parkplatz. Wer mich kennt weiß dass ich grundsätzlich überall parke wo mein Auto Platz hat, allerdings war dies im Zentrum von Split einfach nicht möglich. Nach einigem Suchen – vielmehr haben wir das Navi suchen lassen, der Osteuropa DVD sei Dank – fanden wir dann doch noch einen Parkplatz, direkt am Yachthafen. Der Platz hatte den Vorteil dass wir von dort aus einige hübsche Boote und Yachten bestaunen konnte, der Nachteil war die Entfernung zum Zentrum – knapp 5 Kilometer.
Aus dem Yachthafen lief just in diesem Moment die Ocean Emerald aus, eine von vier Yachten der Norman Foster 40 Signature Series. Ich bin zwar kein Profi in Sachen Luxusyachten, dieses Designkunstwerk hässliche Schiff brennt sich jedoch nach einmaligem Betrachten derart in die Hirnwände dass ich sofort wieder wußte, welcher Pott vor uns schwamm.

Die bekannte "Ocean Emerald"
Diese Tatsache in Verbindung mit wolken- und windlosen 32 Grad haben uns dazu bewogen, die Stadtbesichtigung von Split spontan ausfallen zu lassen. All das was wir in der darauf folgenden Querung der Stadt mit dem Auto noch von Split gesehen haben, lässt mich jedoch nicht traurig sein. Split scheint mittlerweile eine typische Großstadt in Südosteuropa geworden zu sein. Von kroatischem Flair keine Spur. Vielleicht haben wir aber auch die falschen Ecken der Stadt gesehen, man weiß es nicht.
Durch die kurzfristige Planänderung ist sodann der Nationalpark Krka in den Fokus gerückt. Von der dortigen Flora und Fauna haben mir im Vorfeld bereits einige Leute berichtet, die schon dort waren, und mir alle sagten, “das mußt du unbedingt gesehen haben”. Nachdem das Navi eine Zielentfernung von 88,8 Kilometer berechnet hatte waren wir auch schon unterwegs.
Im Nationalpark Krka angekommen – die Anfahrt erinnerte etwas an einen billigen Horrorfilm, die letzten zwei Kilometer der Zufahrt führten über eine zugewachsene Straße ohne Schilder und Begrenzungen ins Hinterland – standen wir auf dem Parkplatz vor den Krka Ferienhäusern und Ferienwohnungen und sahen außer einem Schild N.P. Krka erstmal nicht viel.
Fünf Kunar (oder wie wir sagen “Knoten”) ärmer und um eine leere Blase reicher machten wir uns auf dem Weg zum Eingang, um dann erneut 190 Knoten auszupacken – 95 Knoten Eintritt für eine Landschaft die kein Kroate selbst geschaffen hat. Mal sehen was uns dort erwartet.
Um das Ganze nicht zu langatmig werden zu lassen: Ich mußte mich tatsächlich überwinden und ein öffentliches Verkehrsmittel nutzen, denn die berühmten Krka-Wasserfälle sind nur mit einem Bus zu erreichen – der Fahrpreis ist aber bei den 95 Knoten Eintritt pro Peson mit drin. Nach der 10-minütigen Busfahrt haben wir den ca. 2,5 Kilometer langen Rundwanderweg erkundet – danach die gleiche Fahrt mit dem Bus in rückwärtiger Richtung – rein ins Auto – 110 Kilometer zurück ins Hotel (der A1 sei Dank innerhalb von 1 Stunde) – ab an den Strand – danach Suppe, 2 Rumpsteaks, 4 Kuchen, 1 Pudding, 2 Bier – und jetzt sitze ich auf dem Balkon und tippe diesen Text. Es stürmt übrigens schon wieder derart, dass die Badetücher von der Wäscheleine fliegen und nichtmal eine halbvolle Flasche Wasser auf dem Balkontisch stehenbleibt – zumindest stimmt die Temperatur nach wie vor, es ist halb elf Uhr Abends und wir haben 26 Grad.
Anbei nun ein paar Bilder des heutigen Tages und mein Dank an alle die sich tapfer durch meinen unkonventionellen Reisebericht lesen.

Die berühmten 17 Wasserfälle im Nationalpark Krka

Aufgenommen von der unten verlaufenden Holzbrücke mit Sicht auf alle 17 Wasserfälle

Das Wasser ist wirklich so türkis wie auf dem Bild!

Die Rückfahrt führte uns wieder über die nagelneue (und immer leere) Autobahn A1
Kommentare oder Fragen zu Text und Fotos sind natürlich erwünscht!