Meine erste PRTG-Installation in der Cloud

Seit einigen Wochen befindet sich der neueste Spross aus dem Hause Paessler in der Public Beta Phase: PRTG ON DEMAND nennt sich die cloudbasierte Network Monitoring Lösung.

Das Schöne an Public Betas: Jeder kann mitmachen! Darum habe ich das Angebot genutzt und gestern Abend meine erste PRTG-Umgebung in der Cloud abgebildet.

Die Installation

  1. Unter my-prtg.com/home einen Domainnamen aussuchen.
  2. Das Authentifizierungsverfahren wählen (ich habe mich für eine eingebettete Microsoft-Anmeldung entschieden).
  3. Die Remote Probe herunterladen und auf einem Gerät im Netzwerk installieren – idealerweise eines, das 24×7 aktiv und mit dem Internet verbunden ist. Bei der Installation wird automatisiert Port 23560 TCP in/out an der Windows-Firewall freigeschaltet. Bei Hardware-Firewalls muss entsprechend eine Regel hinzugefügt werden.
  4. Die Remote Probe im PRTG-Webinterface freigeben (diesen Schritt schlägt der Config-Wizard automatisch vor, es muss lediglich zugestimmt werden).
  5. Das Auto-Discover starten oder alternativ manuell Geräte hinzufügen.
PRTG on Demand - Subscription Dashboard
Screenshot: https://my-prtg.com/dashboard

That’s it! Nach nicht einmal 10 Minuten ist PRTG installiert und überwacht bereits die ersten Geräte. Nun läuft die kostenfreie 10-Tage Trial-Lizenz.

Die Preise

Um nach Ablauf der Trial die cloudbasierte PRTG-Installation weiter nutzen zu dürfen, bedarf es eines Münzeinwurfes – wie bei der PRTG on Premise Lösung bekannt, wird auch PRTG on Demand sensorbasiert lizenziert.

PRTG on Demand Public Beta Pricing
Screenshot von: https://www.paessler.com/prtg/prtg-on-demand-service-description

Während der Public Beta Phase sind die Lizenzvarianten noch mit symbolischen Preisen versehen – vor allem um das Bezahlsystem auf Herz und Nieren testen zu können. Die endgültige Preispolitik steht heute, 05.06.2017, noch nicht final fest.

Die Pros

Alle Pros der PRTG on Premise Lösung PLUS zusätzlich:

  • nahezu alle Features sind bereits jetzt auch in der Cloudlösung implementiert
  • Single Sign-On Methoden kommen wenn immer möglich zum Einsatz
  • Absolut intuitive Installations- und Konfigurationsroutinen
  • Ohne Vorwissen in 10 Minuten lauffähig

Die Cons

Beta-Tests, bei denen man nur die Schokoladenseite präsentiert bekommt, sind per se blöd. Verallgemeinerungen auch, aber lassen wir das! 😉

  • Nach wie vor kein iOS-Monitoring. Gut, dafür kann die Cloudlösung nichts, denn das funktioniert bei On Premise ebenfalls noch nicht. Wobei dies vermutlich eher der Geheimpolitik von Apple geschuldet ist – für mich persönlich, der eigentlich eine iOS-Umgebung abbilden müsste – jedoch ein Contra.
  • Bisher keine Sprachumschaltung. In der Beta ist PRTG on Demand nur in englischer Sprache zu testen. Vermutlich sind die Übersetzer längst beauftragt und mit Go-Live stehen mehrere Sprachen zur Auswahl.
  • Kein Internet, kein PRTG. Ausfall beim Internetprovider, der Bagger gräbt am falschen Fleck und das Kabel hängt in der Schaufel, der Verkehrsrowdy bleibt am Telekom-Verteilerkasten hängen – und die Internetverbindung ist unterbrochen. Alles gleichbedeutend mit: Kein Zugriff auf das PRTG-Monitoring! Für mich als Kontrollfreak und Datenkrake das worst-case Szenario und damit mein persönlich größter Punkt auf der Contra-Liste.
  • Die Daten liegen in der Cloud. Bäm! Wir sind bei der Gretchenfrage des 21. Jahrhunderts angelangt. Gehören Daten in die Cloud oder nicht? Sind die Daten dort sicher oder nicht? Paessler setzt auf die Amazon Cloud – aber was bedeutet das für den Anwender? Grübel, grübel, Unsicherheit…oder ist die Cloud doch ein Punkt für die Pro-Liste?

Erstes Feedback

Wie wäre es, die Remote Probe auf einem NAS (QNAP, Synology, …) installieren zu können? In größeren Business-Umgebungen sicherlich unsinnig, aber im typischen IT-aufgeblähten Smarthome-Einfamilienhaus des 21. Jahrhunderts wäre das in meinen Augen sehr schick.

PRTG on Demand Dashboard
Screenshot PRTG on Demand Dashboard

Mehr Transparenz beim Thema Datenablage in der Cloud! Die Unsicherheit bei den IT-Verantwortlichen ist hier – von einigen komplett lethargischen Admins einmal abgesehen – allgegenwärtig.  Also – genaue Infos: Auf welcher Wolke genau liegen die Daten? Was sind die Risiken aber auch Vorteile? etc.
Sicherlich will der ein oder andere CIO, CISO, CFO oder gar CEO vor der Freigabe davon überzeugt werden, dass die Unternehmensdaten auch wirklich sicher sind. Um konkret zu werden: Zwei Dokumente, einmal ausführliche Infos für den technik-affinen Admin, einmal das Management Summary als PDF für die Präsentation in der Vorstandsetage, das wär’s! 🙂

Mein persönliches Fazit

Würde ich PRTG on Demand einsetzen? Ein klares Ja!
Wahrscheinlich nicht in der 5000-Sensor-Umgebung eines Produktionsunternehmens (aufgrund meinem Contra mit der Internetverbindung), im Privat-/Smarthome bzw. KMU-Umfeld definitiv.

Sofern ich die Möglichkeit habe, längerfristig an der Beta-/Testphase von PRTG on Demand teilzunehmen, halte ich Euch natürlich über die anstehenden Neuerungen auf dem Laufenden! Damit ihr auch an der Public Beta teilnehmen könnt, klickt einfach hier.

Falls Ihr Fragen oder Anmerkungen habt, nutzt einfach die Kommentarfunktion! 🙂

Meine erste PRTG-Installation in der Cloud
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