Gründe für den Boom der UMTS-Datendienste

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Petr Nemec. Er ist unter anderem auch Redakteur im UMTS-Blog. Petr ist auf mich zugekommen und hat gefragt ob ich an dieser Thematik interessiert bin und er einen Gastbeitrag bei mir veröffentlichen darf.
Interessiert bin ich. Und linkgeizig auch nicht. Viel Spaß beim Lesen.

Update: Kürzlich bin ich beim Surfen über eine Seite gestolpert, die UMTS-Tarife vergleicht. Dadurch dass mittlerweile immer mehr Anbieter auch eine UMTS-Flatrate im Angebot haben, führt an einem objektiven Produkt- und Preisvergleich vor dem Kauf kein Weg vorbei.

Mobiles Internet: Gründe für den Boom der UMTS-Datendienste

Das mobile Internet ist auf dem Vormarsch. Nach der Versteigerung der UMTS Frequenzen im Jahr 2000 haben es die Netzbetreiber endlich geschafft, den Mobilfunkstandard der dritten Generation zuverlässig in die Praxis umzusetzen. Für die Etablierung von UMTS waren im Wesentlichen drei Faktoren ausschlaggebend:

  • Die Entwicklung ausgereifter UMTS-fähiger Endgeräte.
  • Der Auf- und Ausbau vorhandener Netz-Infrastruktur, was nach den wahnwitzigen Summen, die ein UMTS Frequenzblock kostete (rund 16,5 Mrd. DM bzw. 8,5 Mrd. €) eine beachtliche Zusatzbelastung für die in der Auktion erfolgreichen Bieter darstellte.
  • Die Schaffung günstiger UMTS Angebote mit möglichst geringen Fixkosten. Erst nachdem die Einstiegshürde über den Preis genügend abgesenkt wurde konnten auf UMTS basierende Dienste in den Massenmarkt vorstoßen.

Inzwischen hat sich UMTS nicht nur fest im Mobilfunkmarkt etabliert sondern ist für die beteiligten Unternehmen auch ein Bereich geworden, der weitaus bessere Wachstumschancen für die Zukunft bietet als die seit einiger Zeit schwächelnde Handy-/Sprachtelefonie-Sparte.

Oft lässt sich der Erfolg einer Technologie am besten an Entwicklungen ablesen, die nur indirekt bzw. ‚um eine Ecke‘ mit ihr in Verbindung stehen. So wird den Stellenwert von UMTS beim führenden deutschen Mobilfunker T-Mobile besonders gut am Empfehlungsprogramm des Netzbetreibers sichtbar. Bis vor kurzem waren nämlich Internetzugangstarife und Freundschaftswerbung nur bei den DSL-Festnetzanbietern eine gute Kombination. Jetzt hat man sich bei T-Mobile entschlossen, die hauseigenen mobilen Datentarife auf UMTS-Basis (web’n’walk) neben Prepaid-Paketen und Laufzeittarifen für Sprachtelefonie in das Empfehlungsprogramm mit aufzunehmen. Daran zeigt sich zunächst einmal, dass man sich bei T-Mobile anscheinend einer genügend großen Kundenbasis sicher ist, die bereits positive Erfahrungen mit dem mobilen Internet gemacht hat und diese Produkte auch gerne im Freundes- oder Familienkreis weiterempfiehlt. Außerdem zeigt die Aufnahme in dieses Vertriebsmodell auch klar die Konvergenz von Festnetz und Mobile auf, also das ‚Aufeinander-Zudriften‘ von kabelgebundenen DSL-Anschlüssen für Zuhause und dem drahtlosen Internetzugang über UMTS und andere Wireless-Technologien wie z.B. WiMax für unterwegs.

In Zukunft werden sich die Festnetzanbieter neben der brancheninternen Konkurrenz auch dem Wettbewerb aus dem neu entstehenden UMTS-Lager stellen müssen.

Gründe für den Boom der UMTS-Datendienste
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7 Gedanken zu „Gründe für den Boom der UMTS-Datendienste

  • 15. September 2008 um 13:07
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    Ich finde den Artikel sehr gut und sehr gelungen. Ich persönlich wusste auch gar nicht, dass T-Mobile so hohe Provisionen bezahlt. Da muss man sich vermutlich mal etwas näher mit dem Thema beschäftigen.

  • 5. April 2009 um 12:25
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    Sehr guter Artikel, vielen Dank! UMTS ist definitiv eine Bereicherung, zumindest wenn es verfügbar ist. Habe mir online in einem Handyshop den den O2 Surfstick geholt und bis jetzt auch sehr gute Erfahrung damit gemacht. Die Preise werden sicherlich auch weiter fallen.

  • 14. April 2009 um 20:21
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    Ja, UMTS ist durchaus eine Bereicherung. Ich denke das 2009 das Jahr des mobilen Internets wird, da immer mehr UMTS Tarife und Anbieter mit immer günstigeren Tarifen rauskommen.

  • 4. September 2009 um 09:10
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    Mittlerweile gibt es ja schon so viele Angebote von UMTS Flatrates, da ist das ganze ja schon fast wieder zu unüberichtlich. Vergleichen lohnt in jedem Fall!
    Die Frage ist nur, ob der UMTS Boom nicht fast schon etwas zu spät erfolgt, schließlich laufen bereits die ersten Tests des UMTS Nachfolgers LTE.

  • 16. Dezember 2009 um 18:10
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    @robert: auf LTE kannst du noch lange warten 🙂 Die Mobilfunkbetreiber richten den Fokus weiterhin stark auf die Verbreitung von HSDPA-HSUPA und EDGE. Für LTE sind weitere Milliardenbeträge erforderlich, die in Zeiten von schwacher Wirtschaft sicher keiner so gern locker macht. Und mal im ernst: reicht es nicht aus, unterwegs per HSDPA mit 3,4,5 Mbit/s online zu sein? Mir jedenfalls schon.

  • 14. Januar 2010 um 15:45
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    Ich glaube schon, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis auch LTE weitere Verbreitung finden wird. O2 hat doch in München bereits ein Pilotprojekt gestartet?

  • 17. Juli 2010 um 11:55
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    jop. T-Mobile hat LTE vor etwa 3 Jahren getestet. Vodafone 2009. Telefonica (Mutterkonzern von o2) testet LTE derzeit in Deutschland sowie in Spanien, Großbritannien, der Tschechischen Republik, Brasilien und Argentinien.

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