Das Internet der Zukunft

Constantin von seo-united hat dazu aufgerufen, dass jeder der mitmachen möchte, seine eigenen Gedanken zum Internet und dessen Entwicklung in den nächsten 5 Jahren niederschreiben soll.

Was also wird das Internet im Jahre 2013 bestimmen, welche Bestandteile werden bis dahin teilweise / komplett von der Online-Bildfläche verschwunden sein. Das ganze in einen Kommentar des seo-united Beitrags zu packen, schien mir unmöglich, da das Thema doch recht komplex ist. Also gibt’s heute schnell mal eine Pause von der Blogpause und ich langweile versüße euch die Zeit mit MEINEN ganz persönlichen Gedanken zum Internet der Zukunft.

1. Grenzenlos
Ich träume von einem Internet in der das Wort “Barrieren” bei Google 0 Suchergebnisse zurückliefert. Ok, vielleicht 1 Ergebnis in dem das Wort und dessen Bedeutung näher erläutert wird, ansonsten stelle ich mir vor, dass Internet für jedermann nutzbar sein muß, der die technischen Voraussetzungen eines Internetzugangs erfüllen kann. Egal ob blind, hörgeschädigt, fingerlos oder auch ohne Handicaps, jeder Nutzer soll die Möglichkeit haben, die allumfassenden Informationen und Angebote des Internet zu nutzen. Haben Sie schonmal einen Blinden ein Flugticket oder Hotel online buchen lassen? In meiner persönlichen 2013-Vision stellt dies keine Hürde (ihr seht ich verabschiede mich bereits jetzt von der Vokabel Barriere) dar.

2. Connected Social Networking
Was sagt ihr zum Begriff “Connected Social Networking”? Social Networks sind einer DER großen Online-Trends in den letzten 3 Jahren. In Xing (Crossing) tummeln sich die Anzugträger, in Facebook und den deutschen VZ-Derivaten die Studenten, Schüler und in meinVZ neuerdings auch die “Arbeiterklasse”, während in mySpace hauptsächlich Musikinteressierte Präsenz zeigen.
Dann gibt es da noch die Lokalisten, hauptsächlich auf den süddeutschen Raum beschränkt, und unzählige kleinere / unbekanntere Communities zu verschiedensten Themen.
Ist nun Adam Riese auf der Online-Suche nach Eva Zwerg, hat er unzählige Ansätze, um seine Suche erfolgreich zu beenden. Von manuellem Abgrasen der Google-Suchergebnisse bishin zu Social-Network Metasuchmaschinen wie yasni.de.
Nur eines gibt es nicht: Einen Standard. Die Lösung dieser Problematik – meine zweite Vision.

3. Back to the roots
Ein Trend der meines Erachtens schon im Kommen ist. Mit “Back to the roots” meine ich zurück zu dem Internet der Anfänge. Wer bereits vor 10-15 Jahren “online” war, kennt Sie noch, die einfach gestrickten Seiten, auf denen man sich sofort zurechtgefunden hat. Die Möglichkeiten waren begrenzter, diese Begrenzung hat damals einen Standard geprägt, der die Internetnutzung übersichtlich gemacht hat. Kaum wurde Flash salonfähig, wurde das Internet mehr und mehr zu einem verworrenen, bunt blinkenden Haufen jenseits jeglicher Standards. Ich erinnere mich an eine Zeit vor ca. 5 Jahren, als die meisten Internetportale keinen Spaß mehr gemacht haben, die Google-Startseite war da ein Quell der Erholung vor dem Flash-Overkill. Mittlerweile (ich weiß nicht ob man da dem Web 2.0 danken soll), kommt die Übersichtlichkeit langsam zurück. Dank CSS und diversen anderen Techniken können plötzlich Internetseiten programmiert werden, die zwar auch schön bunt sind, aber trotzdem einen Standard wahren. Von daher ist “Back to the roots” weniger eine Vision als ein Verfolgen aktueller Entwicklung.

4. Kein Web 3.0
Wieso? Ganz einfach. Die Mehrheit der Internetnutzer macht sich gerade mit Web 1.0 vertraut. Der durchschnittliche Nerd sollte sich diese Tatsache stets vor Augen halten, dass die meisten Menschen nicht 10 Stunden täglich im Internet “surfen”, sondern sich langsam aber sicher an die Basics herantasten. Wer von Euch hat keinen Papa, der – so denn mit einem Breitband-Internetanschluß versorgt – erste Gehversuche mit eigener eMail Adresse macht und in ersten zaghaften Versuchen den 5er-Pack Staubsaugerbeutel für 8,49 Euro online ersteht.
Erst wenn die Masse im Web 2.0 angekommen ist, sollte man sich Gedanken über den nächsten Step machen. Sonst wird das Ganze zu einer Vielklassengesellschaft verkommen.

5. Und falls doch Web 3.0 ?
Vielleicht ist ja die Zeit in 5 Jahren reif für ein Web 3.0 – entschuldigt bitte dieses unsägliche Wort, aber ein anderer Begriff für den Nachfolger des Web 2.0 fällt mir auf die Schnelle nicht ein. Was würde also das Web 3.0 ausmachen – aus meiner Sicht.
Sehen wir das ganze auf die Basis reduziert. Die Anfänge des Webs waren für mich (und 99% aller anderen Nutzer auch): LESEN. Bei Web 2.0 hat sich das ganze auf LESEN + SCHREIBEN erweitert. Man denke an die ganzen Weblogs, Twitter und Konsorten. Web 3.0 muß demnach ein ähnlicher Quantensprung werden. Vielleicht LESEN + SCHREIBEN + HÖREN/SPRECHEN ?
Damit meine ich – Verbindung zu dem der auf der anderen Seite einer Homepage sitzt: Live-Support zum Webseitenbetreiber, direkte Kontaktaufnahme zum Verkäufer eines Webshops durch einen Mausklick. Virtuelle Klassenzimmer, salonfähige Webkonferenzen (ohne eine 100.000 Dollar CISCO-Lösung).

6. “Is gut für heute”
Verfolgt man die Statistiken der durchschnittlichen Online-Zeit der Bürger, wird es in 5 Jahren wichtig sein, auf einen Logout hingewiesen zu werden. Die Zahl der Onlinesüchtigen steigt, ich merke es an mir selbst. Nach berufsbedingten 10-12 Stunden “online” kann ich problemlos auch noch 4 Stunden privat vor der Kiste sitzen. Mal sehen, vielleicht sagt “das Internet” im Jahre 2013 nach 3 Stunden online einfach “is gut für heute” und schaltet sich ab bis zum nächsten Tag 😉

Das sind meine Gedankenansätze zur Entwicklung des Internet in den nächsten 5 Jahren. Ich rufe hiermit zur Diskussion der angesprochenen Punkte auf!

Das Internet der Zukunft
Markiert in:             

4 Gedanken zu „Das Internet der Zukunft

  • 24. August 2008 um 04:59
    Permalink

    Nix für Unguat, aber 2008 – 15 = 1993, da gab es kaum Webseiten. Und das Blinken kam m.E. mit den animated Gifs, da war die Hochzeit lange vor Flash so um 1998 😉

    Grüsze nach Frangen

  • 24. August 2008 um 08:22
    Permalink

    Hi Matthias,

    naja, ich schrieb überspitzt vor 10-15 Jahren, nimmt man die goldene Mitte und denkt an 1996 zurück – DA gab es schon massig Internetseiten.

    Die AnimGifs habe ich tatsächlich bei meinen Überlegungen vergessen, nur würde ich Sie mehr vernachlässigen, da Sie im professionellen Bereich mehr oder weniger “übergangen” wurden (von den Schreinerei Müller aus Hintertupfing – Firmenwebseiten mal abgesehen). Da kam das echte Klicki-Bunti m.M.nach erst mit Flash.

    Grüße zurück,

    Sascha

  • Pingback:Blogparade: Das Internet der Zukunft… « Impuls Blog

  • 28. August 2008 um 11:55
    Permalink

    Ein spannendes Thema, wohin die Entwicklung denn hingeht. Neben all den blinkenden Flashs wohl hauptsächlich in Richtung Kommerzialisierung und reine Unterhaltung. Der Lerneffekt steht meist eher im Hintergrund. Ich erinnere mich an die Anfänge mit Unix im Rechenzentrum der Uni, wo alles so mühsam, kompliziert und langsam erschien aber genauso auch spannend war. Dass sich mittlerweile auch Gehörgeschädigte per Skype im Cafe verständigen, zeigt neue ungeahnte Dimensionen, von denen selbst ich oft noch nichts ahne.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.