Nasser Nachbar

Wer erinnert sich noch? Seit einiger Zeit verfolge ich Pläne, unser Dachfenster im Schlafzimmer zu erneuern erneuern zu lassen. Die erste Überlegung war es, mittels eines innenseitig befestigten Wabenplissees dem Problem Kältebrücke zu Leibe zu rücken, qualitativer Vorreiter ist heute wie damals der Dachfenster-Rollo-Shop. Mittlerweile – dem gestiegenen Budget sei Dank – will ich das komplette Dachfenster tauschen lassen und in dem Zuge auch an der Dachdämmung feilen.

Letztere wiederum würde aber eine komplette Neudämmung der Haushaube nach sich ziehen. Das heißt im Klartext: Das ganze Dach abdecken, die bestehende Isolierung raus (die war beim Neubau 8cm dick und ist mittlerweile nach 25 Jahren durch Wettereinflüsse und Feuchtigkeit auf 2cm Dicke geschrumpft), durch neue Isolierung ersetzen und danach das Dach wieder decken.

Der Zimmerer/Dachdeckermeister meines geringsten Misstrauens schlägt in diesem Zuge auch den Austausch der Holzlattung und der Dachpfannen vor. O-Ton: „Wenn das eh schon alles drunten ist dann machmer das gleich noch mit!“.
„Gleich noch mit“ bedeutet in nackten Zahlen, dass ich ein Budget von knapp 20.000 Euro zur Seite legen kann, wohlgemerkt mit Eigenleistung und einem netten Entgegenkommen hinsichtlich des Stundenlohns unseres Dachdeckers. 😉

Gerade brandaktuell, und eigentlich der Hauptgrund wieso ich das Thema schon wieder aufgreife, ist unser Nachbar, dessen Dachfenster ähnlich alt, und zu allem Überfluss seit Kurzem undicht ist. Undicht dergestalt, dass bei stärkerem Regen das Wasser seitlich zwischen Dachfenster und Lattung drückt, sich seinen Weg nach innen sucht und im nächsten Schritt zwischen Holzvertäfelung und Wand unweigerlich nach unten läuft. Je nach Stärke des Niederschlags quellen dabei die oben angebrachten Tapeten auf, weil das Wasser im Haus gar nicht so schnell ablaufen kann wie es von oben nachdrückt.

Langer Rede kurzer Sinn: Mein „Fachwissen“ (haha) in punkto Dachfenster ist gefragt. Nun haben wir letztes Wochenende eine genaue Bestandsaufnahme der undichten Luke gemacht, gemessen, überlegt, recherchiert und ein geeignetes Dachfenster rausgesucht. Da es auf der dortigen Baustelle erstmal „nur“ um den Dachfenster-Austausch geht und nicht im eine komplette Dachsanierung, wagen wir uns höchst selbst an die Umsetzung. Laut Aussage von Freunden „ist das alles gar kein Problem“, und das Fenster flott getauscht.

Mittlerweile ist das Fenster bestellt, es gab sogar noch die identische Größe wie beim Originalfenster von 1986 (es lebe der deutsche Standard!). Morgen ist der avisierte Liefertermin, sodass wir am kommenden Wochenende – dem Ersten seit Monaten mit schlechtem Wetter – zur Tat schreiten können. Bisher bin ich noch ganz entspannt, ist ja nicht mein Dachgeschoss in das es reinregnet.

Natürlich werde ich demnächst von der Umsetzung berichten, ich mache trotzdem drei Kreuze wenn das Fenster getauscht und dicht ist, und dabei keiner von uns vom Dach gefallen ist. Wer also am Wochenende noch nichts vor hat und sich mit solchen Arbeiten auskennt darf uns gerne besuchen und unsere Fachkompetenz mit schlauen Sprüchen untermauern! 🙂

[sp]

Nasser Nachbar
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Ein Gedanke zu „Nasser Nachbar

  • 5. September 2015 um 21:21
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    Nur Mut, Dachfenster tauschen ist gar nicht so schwer. Wir waren in der gleichen Situation und haben es auch selbst hinbekommen. Die Anleitungen, die es so im Netz gibt sind gar nicht so schlecht. In Sachen Sonnenschutz noch ein Tipp: Wir fanden die Standard Rollos irgendwie zu langweilig und haben nach Alternativen gesucht. Es gibt inzwischen auch einen beidseitig aufgehängten, den man an Schrägen montieren kann. Das sieht wirklich gut aus.
    Ach und noch was zum Fenstereinbau – wir mussten auch die Dachpfannen kürzen – das läßt sich mit einer Flex ebenfalls prima machen. Die Sägen, die von Dachdeckern empfohlen werden, halte ich für übertrieben.

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