Startschwierigkeiten und andere Katastrophen

Die letzten Tage waren irgendwie ein einziges Drama. Einerseits hätte ich gute Lust, alles was in der letzten Woche schiefgegangen ist, hier aufzuschreiben, andererseits bin ich froh dass die Woche vorbei ist. Einen Lichtblick gabs aber auch, es ist also noch nicht alles zu spät! 😉

Apropos Lichtblick, heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit hatte ich das Glück, genau den Sonnenaufgang zu erwischen (Ja, ich weiß, ein Hoch auf meine Arbeitszeiten). Das folgende Bild ist ziemlich crappy, da ich in Sekundenbruchteilen die Handykamera gezückt habe, da blieb keine Zeit mehr die Scheibe sauberzumachen oder zumindest grob scharfzustellen. Das was dabei rauskam find ich trotzdem irgendwie cool.

Manhattanhenge im Jahr 2010 (in Nürnberg)

Ein ähnliches Phänomen gibt es auch in Downtown Manhattan, das Prinzip nennt man Manhattanhenge. Die Straßenzüge in Manhattan sind genau von Ost nach West ausgerichtet, und an ein paar Tagen im Jahr geht die Sonne quasi genau am Ende der Straße auf. Bei Wiki gibts dazu auch ein Bild, auch wenn ein oberschlauer Wiki Autor das Prinzip wohl nicht verstanden hat:

Unfug – jede halbwegs in Ost-West Richtung zeigende Straße zeigt diese Eigenschaft an zwei Tagen im Jahr. Da ist Manhattan keine Ausnahme.

Ansonsten ists in Deutschland schon wieder arschkalt, und aufgrund eingeschränkter Heizmöglichkeiten auch in meiner Bude. Sobald ich den Artikel fertiggeschrieben habe, werde ich mal wieder Immoscout ausquetschen und mich nach einer neuen Bleibe umsehen. Im Sommer ists ja ganz lässig wenn alles schwitzen, und die Temperatur in meinem Bunker bei konstanten 20 Grad liegt, aber im Winter wird das teilweise richtig ungemütlich. Von daher, neue Wohnung, ich komme! 😀

Passend zu meiner momentanen Stimmung gibts auch noch einen Musikitpp. Ich habe bereits vor fast drei Jahren über das Living With War Album von Neil Young berichtet. Die Songs haben seitdem nichts an Aktualität und Tiefgang verloren, richtig gute Antikriegs-Musik, die sich immer dann hervorragend hört, wenn man sowieso von allem angefressen ist.

Auch “unsere” Soldaten hocken ja noch in Afghanistan rum, bzw. leisten dort tagtäglich Ihren gefährlichen Job. Dank dem Karl-Theodor, unserem Verteidigungsminister, kriegt das auch endlich mal jemand von uns hier in Deutschland mit, was die Soldaten und Soldatinnen da unten leisten. Spätestens alle acht Wochen schaut zu Guttenberg am Hindukusch nach dem Rechten, zeigt Präsenz, und stärkt vor allem die dort stationierte Bundeswehrmannschaft. Heute nun das Novum, Karl-Theodor geistert mal wieder im Kriegsgebiet rum, diesmal allerdings mit niemand geringerem als seiner Frau Stephanie als Begleitung. Diese ist mit dabei, und kümmert sich vor allem um die Soldatinnen und hört deren Probleme und Ängste. Die Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan hält es vor Stolz und Freude kaum mehr in den Kampfanzügen, weil endlich mal jemand das zum Tagesgespräch macht, was von den meisten Bundesregierungen und Ministern in der Vergangenheit totgeschwiegen wurde. Guttenbergs Frau hat sich den Trip gen Osten übrigens nicht vom Steuerzahler sponsern lassen, sondern hat Ihren Mann auf eigene Kosten begleitet.

Trotzdem herrscht seit heute Mittag heller Aufruhr bei den deutschen Oppositionsparteien. Den Vogel abgeschossen hat SPD-Vorstand Sigmar Gabriel mit folgender Äußerung:

Ich halte das für absolut unangemessen! Ich finde, Frau Katzenberger fehlt noch, da hätten wenigstens die Soldaten was davon!

Der allgemeine Tenor lautet wohl, die zu Guttenbergs würden Ihre gemeinsame Afghanistan-Reise als PR-Show nutzen, um den lieben Karl-Theodor in ein gutes Licht zu rücken (vielleicht sogar im Hinblick auf die kommende Bundestagswahl?). Meiner Meinung nach wird genau andersrum ein Schuh draus. Zu Guttenberg hat von Anfang an, also seitdem er ins Ministeramt berufen wurde, gesagt, er mache Politik weil Sie ihm Spaß macht, nicht weil er damit sein täglich Brot verdienen muß. Auch hat er sich stets die Option freigelassen, mit der Politik wieder aufzuhören, wenn der Spaß weg ist, oder falls zu sehr quergeschossen wird.
Kurzum, und das ist das was die meisten Anti-Guttenbergs nicht verstehen: Der Mann hat es nicht nötig, seine Reputation aufzupolieren! Nur verstehen viele nicht, dass da plötzlich ein ehrlicher, unabhängiger Politiker steht, dessen Existenz nicht von Wählerstimmen abhängt. Auf jeden Fall hat sich Sigmar Gabriel mit den heutigen Aussagen jegliche noch vorhandene Rest-Sympathie bei mir verspielt.

Startschwierigkeiten und andere Katastrophen
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7 Gedanken zu „Startschwierigkeiten und andere Katastrophen

  • 14. Dezember 2010 um 07:29
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    Hi Sascha,

    ich bin weder pro noch contra Zu Guttenberg. Aber mal ehrlich, was suchen in der Regel Menschen, die schon mehr als genug Geld haben… Macht. Es geht ihnen nicht mehr um das tägliche Brot. Das ist ein uraltes Phänomen.

    Deswegen halte ich für nicht so richtig, Zu Guttenberg für einen guten Politiker zu halten, (unter anderem) weil er reich ist. Das ist für mich kein Argument, und dass er solche Behauptungen über sich macht, ist meiner Meinung nach wohl kalkülierte Selbstvermarktung.

    Oder meinst du zB, dass George Bush Präsident der USA wegen dem Gehalt geworden ist?

    😉

    Grüße

    Matthias

  • 14. Dezember 2010 um 09:13
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    Hi Matthias,

    mit der Machtproblematik gebe ich dir schon recht.
    Trotzdem halte ich zu Guttenberg für Einen, der von der Bevölkerung angenommen wird, und der eine – im Gegensatz zu anderen Politikern – verständliche Sprache spricht.
    Ich bin gespannt wie die Geschichte noch weitergeht, dass zu Guttenberg der Opposition ein Dorn im Auge ist, das ist seit dem ersten Tag klar.

    Sascha

  • 15. Dezember 2010 um 05:05
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    Mir geht’s da andersrum: erstmals Sympathie-Punkte für Gabriel. Nix gegen Mutti Guttenberg aber wer so ein Arschgesicht wie den Kerner mit nach Afghanistan mitnimmt disqualifiziert sich sofort selbst. Das ist einfach keine Plattform zur Selbstinszenierung.

  • 22. Dezember 2010 um 13:38
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    Manhattanhenge – auch noch nie gehört 😉 Aber um so öfter Fotos davon gesehen..

  • 27. Januar 2011 um 17:31
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    Also mir mach Gutenberg zu sehr einen auf Actionman. Warum zieht er nicht gleich an die Front? Ich weiß nicht ob mich das als Soldat nicht nerven würde wenn dauernd ein Politiker vorbei kommt, denn das Zeckmeck geht bestimmt allen beteiligten auf den Beutel.

    Naja jetzt gabs ja erst mal ne Rüge von einem der Letzten Großen Politiker Deutschlands.

  • Pingback:Zeitung: Sigmar Gabriel will DGB-Chef Sommer in SPD-Vorstand berufen

  • 1. August 2014 um 01:46
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