RAF Revival dank neuer Erkenntnisse im Buback-Mord

Ratzfatz ist das Thema RAF im Jahr 2009 wieder in aller Munde. Viele der jüngeren Leser werden sich fragen, worum es überhaupt geht. Die deutsche terroristische “RAF” versucht in den 70’er und 80’er Jahren mit gezielten Attentaten (und Entführungen) auf Politikern, Wirtschaftsvertretern, Richtern, Staatsanwälten und Polizeibeamten das politische System in der BRD zu schwächen.

Hier also der Plot der Vorfälle vom April 1977:

Ein Kommando “Ulrike Meinhof” der Roten Armee Fraktion ermordet am 7.4.1977 auf offener Straße in Karlsruhe Generalbundesanwalt Siegfried Buback(57) in seinem Dienstwagen, dabei sterben sein Chauffeur Wolfgang Göbel (30) und der Sicherheitsbeamter Georg Wurster (43) im Kugelhagel. Bis heute konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden, wer die tödlichen Salven vom Sozius auf Buback und seine Begleiter Göbel und Wurster abgegeben hat.

Zweifelsfrei kann aber davon ausgegangen werden dass der Motorradfahrer Günter Sonnenberg war, weil er unter falschem Namen das Motorrad zwei Tage zuvor angemietet hatte. Stefan Wisniewski wird verdächtigt die Schüsse vom Sozius aus abgefeuert zu haben. Allerdings wurde bei der Festnahme von Sonnenberg am 03.05.1977 die Tatwaffe bei seiner RAF-Komplizin Verena Becker gefunden. Somit würde auch sie als Attentäterin in Frage kommen. Hier ein TV-Bericht und Ausschnitte der Tagesschau vom 7. April 1977.

Der oben fett markierte Satz schlägt die Brücke in die Gegenwart. Nach neuen Erkenntnissen und DNA-Analysen steht zweifelsfrei fest, dass Verena Becker am Mordanschlag auf Siegfried Buback beteiligt war. Verena Becker – mittlerweile 57 Jahre alt und auf freiem Fuß, wurde daraufhin unmittelbar festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Die Bundesanwaltschaft hat jetzt die Herausgabe bislang gesperrter Geheimdienstakten zum RAF-Mordanschlag auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback beantragt. Der Antrag sei an das Bundesinnenministerium gestellt worden, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Die Ermittler erhoffen sich von den bislang gesperrten Buback-Akten des Verfassungsschutzes weitere Hinweise auf eine mögliche Tatbeteiligung von Verena Becker.

Ich selbst war bis vor Kurzem selbst nicht wirklich im Bilde, was das Thema RAF betraf. Die Verfilmung der RAF-Zeit im letzten Jahr hat das Thema näher an die heutige Zeit gebracht. Deshalb habe ich mir im Frühjahr die überarbeitete Version des Buches “Der Baader-Meinhof-Komplex” von Stefan Aust gekauft. Das Buch wurde um die neuesten Ermittlungsergebnisse ergänzt, und ist nach wie vor DAS Nachschlage- und Informationswerk was die Rote Armee Fraktion betrifft.

Ich kann nur jedem, der sich für die innenpolitische Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland interessiert, raten, dieses Buch zu lesen. Der Lesestoff ist bei Weitem nicht so trocken wie der Titel vermuten lässt. Aust schreibt bildhaft und kurzweilig, das Buch macht trotz seiner 660 Seiten und absolut kleiner Schrift Spaß bis zum letzten Absatz.
Wer weiß, wieviele ungeklärte RAF-Morde noch neu aufgerollt werden, ein Studium dieses Buches schadet sicherlich nicht, wenn man mitreden können will. Ganz eilige erhalten bei Wikipedia ebenfalls einen Überblick über die Geschichte der RAF.

Habt Ihr das Buch gelesen? Schreibt mir in den Kommentaren!

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