Marktanalysen anyone?

Ich bräuchte gerade einen fähigen BWLer hier am Tisch, der mir ein paar Takte zum Thema Marktforschung und Marktanalyse beibringen kann. Aus einem intensiven Gespräch heraus entstand gerade die Diskussion darüber, wie sich Märkte möglichst sauber abgegrenzt differenzieren lassen.

Da ich kein BWL studiert habe, und das Thema Marktforschung immer nur mit gesundem Menschenverstand angegangen bin – was übrigens bei meinen Marktforschungstätigkeiten immer ausgereicht hat – könnte ich hier durchaus etwas Unterstützung brauchen. Kurioserweise finde ich dazu im Internet auch nur sehr dünn gesäte Informationen.

Im Detail haben wir uns im vorangegangenen Gespräch darauf eingeschossen, wer eigentlich festlegt, wann ein Markt gesättigt ist, und auf welcher Basis man zu dieser Aussage kommt. Meine Menschenverstandsanalyse würde sagen:

Ein Markt ist dann gesättigt, wenn ein Produkt oder eine Dienstleistung keinen Käufer mehr findet.”

Ich bin auch der Meinung dass es dann vollkommen egal ist, ob das Produkt zu diesem Zeitpunkt schon jeder hat, oder ob kein Interesse mehr am Produkt besteht. Aber – und jetzt wird es spannend, und das allein hat mich dazu veranlasst, hier heute etwas darüber zu schreiben – es gibt ja für alles Berechnungsformeln (Thema WER legt fest und zu welchen Bedingungen).

Marktsättigung = Marktvolumen / Marktpotential * 100

Also müssen wir zuerst herausfinden wie sich das Marktvolumen errechnet. Auch hier wieder meine logische Meinung: Das Volumen des Marktes ist die Summe der Produktion zuzüglich der Importe abzüglich der Exporte. Man staune, das ist tatsächlich so!

Marktvolumen = Produktion + Importe – Exporte

Spannender wird es bei der zweiten Variable, dem Marktpotential. Laut Wikipedia definiert sich dies wie folgt:

“Es ist die Gesamtheit möglich absetzbarer Mengen eines Produktes auf einem bestimmten Markt. Somit repräsentiert es die Aufnahmefähigkeit eines Marktes, beziehungsweise die zu erwartende höchstmögliche Marktnachfrage, wobei alle potentiellen Nachfrager berücksichtigt werden, welche theoretisch für die Produktübernahme in Betracht kommen und dafür mit genügend Kaufkraft ausgestattet sind.”

Die Berechnungsformel setzt sich so zusammen:

Marktpotential = Anzahl Verbraucher * Kaufmenge je Einkauf * Kauffrequenz / Jahr * Zyklusdauer

Bis hierhin bitte nicht in Panik verfallen, gleich kommt die Auflösung und dann wird alles klar. Bei einem jungen, wachstumsstarken Markt, variieren Marktvolumen und Marktpotential recht stark. Sprich das Potential ist höher als das Volumen. Wie reagiert der Markt? Richtig, er produziert / importiert mehr, um dem hohen Marktpotential gerecht zu werden. Irgendwann kippt die Situation, heißt dass das Volumen höher ist als das Potential. Was ist passiert? Der Markt ist gesättigt. Im Englischen spricht man bei dieser Konstellation dann von Mature Markets, mehr Infos gibt es hier.

Eigentlich gar nicht so schwer, ich weiß ja gar nicht was diese BWLer immer haben! 😀
Irgendwie bin ich jetzt angestachelt, ich hab mich mit diesem Thema bisher noch nie so hinterfragend beschäftigt, aber jetzt schreibe ich demnächst noch was über Wachstumsmärkte und ausgereifte Märkte. Ich bin mir sicher das lässt sich ähnlich simpel abbilden.

Liebe mitlesenden BWL Absolventen, Bühne frei, zerlegt mich! 🙂

Marktanalysen anyone?
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2 Gedanken zu „Marktanalysen anyone?

  • 19. Juni 2015 um 16:44
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    Hi Sascha

    Wo hast du diese Formel den her?

    Marktpotential = Anzahl Verbraucher * Kaufmenge je Einkauf * Kauffrequenz / Jahr * Zyklusdauer

    Lieber Gruss

    Simon

  • 21. Juni 2015 um 12:05
    Permalink

    Hi Simon,

    ich habe mich hier auf ein Buch welches in meinem Schrank steht bezogen. Grundsätzlich ist dies die allgemeingültige Formel zur Berechnung des Marktpotentials. Also nichts was ich mir aus den Fingern gesaugt hätte. 😉

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