IG-Metall und die Drehung am Rad

Was geht eigentlich momentan in den Köpfen der IG-Metaller vor? Da kriegen alle Arbeiter, die Mitglied in der IG-Metall Gewerkschaft sind, jedes Jahr eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 3,x%, und denen fällt nichts besseres ein, als genau zum Eintreffen einer weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise eine Lohnforderung von weiteren 8% zu stellen.
Dem nicht genug lehnen Sie eine 2,1%ige Erhöhung kombiniert mit einer Einmalzahlung präpotent ab, und beginnen mit Arbeitsniederlegung und Warnstreiks!

Gleich vorweg: Wen die Thematik nicht betrifft, der denkt sich jetzt wahrscheinlich: “Na und, sollen die halt streiken”. So dachte ich bis heute morgen auch. Mittlerweile aber nicht mehr. Folgendes Spektakel durfte ich heute miterleben und am sprichwörtlich eigenen Leibe erfahren:

Die Mitarbeiter der MAN in Nürnberg haben sich heute zu einem Warnstreik entschlossen. Das sieht folgendermaßen aus. Viele hunderte Menschen versammeln sich auf einem Platz, setzen sich ein rotes IG-Metall Käppi auf, wedeln mit einer roten Fahne, immer darauf erpicht, das Bier (Kein Witz!), welches sich in der anderen Hand befindet, nicht zu verschütten.
Dieses zweifelhafte Happening findet unter Abschirmung durch die Polizei MITTEN auf dem Nürnberger Ring statt. Logische Konsequenz: Der Ring in Nürnberg ist für den fließenden Verkehr gesperrt, das Gebiet um die MAN ist großräumig abgeriegelt!

Und genau um dieses Gebiet stehen die Leute in Ihren Autos im Stau, die sich diese freche und präpotente Streikerei nicht leisten können. Nämlich Leute, die seit 10 Jahren keine Gehaltserhöhung einstreichen konnten, weil Sie entweder nicht Mitglied einer Gewerkschaft sind, auf den Erhalt Ihres Unternehmens Rücksicht nehmen oder eben selbständig sind. Für solche Menschen – und das mag den 37,5 Stunden Schraubenschubsern der einschlägigen Gewerkschaften vielleicht nicht einleuchten – ist Zeit tatsächlich Geld !

Ein Vertriebsmitarbeiter eines Unternehmens der auf Provisionsbasis beschäftigt ist, dem fehlt eben diese Stunde die er im Stau verbringt, weil die IG-Metall meint, auf öffentlichem Verkehrsraum streiken zu können. Als Konsequenz muß der Vertriebsmitarbeiter eventuell auf einen Vertragsabschluß verzichten, was sich wiederum in barer Münze in seinem Geldbeutel widerspiegelt. Beziehungsweise eben nicht, weil ja dann am Monatsende weniger drin ist.

Oder die LKW-Fahrer, die mangels Ausweichrouten vor der Absperrung stehenbleiben müssen. Die schaffen den Ablade- / Ladetermin beim Kunden nicht rechtzeitig, erhalten eine Rüge vom Chef und müssen die verlorene Zeit Abends wieder aufholen. Da muß dann eben die gesetzlich vorgeschriebene Lenkzeit überschritten werden, egal ob man als Fahrer müde ist oder nicht, egal ob man deshalb vielleicht am Steuer einnickt und ein Stauende übersieht.

Und das alles nur weil die Gewerkschaftsmitglieder ihren Hals nicht voll bekommen! Selbst ein inflationsbereinigtes Gehalt ist für viele Arbeitnehmer die nicht in den Genuß einer Gewerkschaft kommen ein Fremdwort. Aber solche Sachverhalte sind denen, die immer nur nach mehr Geld schreien, und nach 37,5 Stunden (+/- 1 Stunde) nach Hause auf die Couch gehen und die BILD-Zeitung lesen, ja komplett fremd!

Im Nachhinein ist das Geschrei dann sowieso wieder groß. Denn wenn die Betriebe einknicken und auf die Forderungen der Gewerkschaften eingehen, werden Sie irgendwann feststellen dass Sie die Gehälter nicht mehr bezahlen können, weil einfach kein liquides Kapital mehr vorhanden ist. Ergo kommt es zu Entlassungen. Und die ersten die dann rumkrakelen dass Sie ihren Job verloren haben, das sind genau die, die heute mit Bier und Fahne (wie passend) in der Hand über den Ring marschiert sind!

Ich hätte ja gute Lust meinen Verdienstausfall der mir durch den Streik entstanden ist, bei der IG-Metall einzuklagen. Aber sicher gibt es da einen Passus, der Streiks äquivalent zu höherer Gewalt beurteilt, und ich hätte wieder schlechte Karten…

Das regt mich auf! Schön wenn sich dann im Blog mal auskotzen kann 😀

Eure Meinungen zum Thema interessieren mich natürlich brennend, also her damit in den Kommentaren.

IG-Metall und die Drehung am Rad
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6 Gedanken zu „IG-Metall und die Drehung am Rad

  • 4. November 2010 um 10:57
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    du bist ein arsch

  • 28. November 2010 um 19:10
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    Danke für den konstruktiven Kommentar! IGler? 😀

  • 29. November 2010 um 03:35
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    Ich habe noch nie verstanden warum man Leute die nicht zur Arbeit kommen nicht fristlos entlassen darf.

  • 24. März 2011 um 22:39
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    Du sprichst mir aus dem Herzen! Hab auch seit 2002 keinen Cent mehr bekommen!

  • 16. Juni 2013 um 16:38
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    das haben wir uns hart erkämpft mein PRodukt ist der Tarifmantelvertrag ich lass es nicht drauf schiessen wer mit mir anlegt legtr sich mit der IGM an …wir lassen das nicht gefallen Wir sind die Arbezter wir verkaufen unsere kraft deswegen bekommen wir ja lohn … also will mehr alsd die kapitilisten.. pass schoooo wie schön es ist auf fränkisch ist ))

  • 17. Juni 2013 um 00:23
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    Schön dass auch ein älterer Artikel auf dem Blog noch für Kommentare sorgt. Der letzte Kommentar zeugt mal wieder vom typischen Scheuklappendenken eines Gewerkschaftsmitgliedes. Den obigen Artikel hast du aber schon gelesen?
    Natürlich ist es für den gelenkten Mob der Gewerkschaftsmitglieder ein Leichtes, auf die Straße zu gehen um für mehr Lohn zu demonstrieren.
    Dass es aber auch schwächere Glieder in der Verdienstkette gibt, die eben nicht organisiert sind, weil es für gewisse Branchen gar keine Tarifverträge gibt (gell, da staunt jetzt der IGler), das vergisst das hiesige Gewerkschaftsmitglied dann mal gerne. Hauptsache die eigenen Taschen sind voll, ob wir dabei ganze andere Berufsschichten davon abhalten, sich ihre Brötchen zu verdienen ist egal…
    Auch viereinhalb Jahre nachdem ich diesen Artikel verfasst habe, kann ich es immer noch nicht glauben dass viele der Gewerkschaftler nur von 12 bis Mittag denken…

    Sascha

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