Flüchtlinge und Unterstützer

Momentan ist das Thema Flüchtlinge ja aus den Medien nicht wegzudenken. Sowohl in den Fernsehnachrichten als auch in den Print- und Onlinemedien wird immer wieder auf die Vielzahl politisch Verfolgter bzw. vor Krieg und Unruhen flüchtender Menschenströme berichtet.

Ein Blick in die sozialen Medien zeigt schonungslos, wie viel Zündstoff in der Thematik liegt. Zwei Lager herrschen hier vor: Die Unterstützer der Flüchtlinge, die die Problematik absolut nachvollziehen können – auf der anderen Seite die regelrechten Flüchtlingshasser, die sich lieber zwei Finger abschneiden würden als auch nur einen einzigen Asylbewerber deutsches Territorium betreten zu lassen.

Die menschliche Kälte die von einigen – auch mir persönlich bekannten – Personen zu dieser Thematik an den Tag gelegt wird, bewegt mich. So sehr, dass ich mir dazu nicht nur meine Gedanken mache, sondern ein paar Fetzen davon auch niederschreibe. Verfolgt man Diskussionen auf Facebook, spiegelt sich zum Großteil eine solche Verachtung der Flüchtlinge in den Äußerungen wider, dass selbst mir regelmäßig die Worte fehlen.

Ich beteilige mich bewusst nicht an solchen Diskussionen, da das Social Media hierfür nicht der richtige Ort ist. Auch wird man diese Leute nicht bekehren können – diese „Die sollen doch schauen wo sie bleiben aber ja nicht zu uns nach Deutschland kommen“ Mentalität ist schier unglaublich.

Dass es übrigens auch anders geht, hat bei uns im Großraum Nürnberg die Firma Höffner am Standort Fürth gezeigt. Dort wurde vor gut 6 Monaten ein neues Möbelhaus eröffnet – die alte Immobilie stand seither leer. Kurzerhand bot der Besitzer an, das Möbelhaus flüchtlingsgerecht umzugestalten. Wände wurden gestrichen, Abteile eingezogen und gut 300 Stockbetten aufgestellt. Alles auf Kosten der Firma Höffner – eine soziale Großtat die in Deutschland Nachahmer sucht.
Mittlerweile ist der Standort bezogen – und die Flüchtlinge haben das was Sie zum Leben benötigen: Ein Dach über dem Kopf, ein Bett, Tisch und Stühle zum Sitzen und warmes Essen.

Genau an diesem Punkt neigt der Durchschnittsdeutsche dazu, Dinge in eine Situation hineinzuinterpretieren: Die Jobs wollen Sie uns wegnehmen, sich klammheimlich in Deutschland ansiedeln, unsere Situation ausnutzen, die Deutschen aus dem eigenen Land vertreiben. Sätze wie diese liest man momentan überall.
Natürlich mag es diese Ausnahmen geben – einzelne Personen die auch in einer Notlage nur auf Ihren Vorteil bedacht sind, denn die gibt es überall und dieses Prinzip ist so alt wie die Menschheit.

Die große Mehrheit derer, die momentan hauptsächlich aus Syrien und anderen Ländern fliehen, kämpft jedoch ums nackte Überleben. Denen ist es wirklich egal ob Sie hier in Deutschland ein Handy und einen Fernseher haben, die sind schlichtweg froh, noch nicht tot zu sein!

Den meisten von uns Deutschen geht es einfach zu gut – anders kann ich mir die menschenverachtende Haltung die teilweise an den Tag gelegt wird, nicht erklären. Aber wie eingangs geschrieben – mit einer solchen Person darüber zu diskutieren, ist wie gegen Windmühlen zu kämpfen – und diese Leute wissen wahrscheinlich nicht einmal wer Don Quijote war.

Hier ein Fazit zu ziehen ist auf der einen Hand sehr schwierig und andererseits doch so leicht. Der klassische Satz „Versetz dich doch einfach mal in deren Lage“ trifft den Nagel auf den Kopf. Von daher meine Bitte an alle, die momentan gegen die Flüchtlinge hetzen: Nehmt Euch einen Stuhl, schaltet den Fernseher aus, und malt Euch für 30 Minuten die Situation aus, wie es wäre wenn in Deutschland (ja, hier bei uns!) Krieg wäre, und ihr die Wahl hättet zu sterben oder in ein Nachbarland zu gehen, um dort vorübergehend um Einlass zu bitten!

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