Du hast alles wenn du Freunde hast…

Achtung: Gefühlsduselei. Wahrscheinlich ists mir morgen schon peinlich dass ich diesen Beitrag geschrieben und freigeschaltet habe, aber manchmal müssen Sachen einfach gesagt werden, und ein Weblog dient ja bekanntlich dazu, Sachen zu sagen bzw. zu schreiben, die einem auf dem Herzen liegen. Dass die Form des Weblogs diese Gedanken natürlich ganz exhibitionistisch in die ganze Welt pusht, lässt sich nicht vermeiden.

Wobei, ich könnte ja das Tag dieses Artikels auf noindex, nofollow setzen. Ach, ich hab ja schon Feierabend, also egal 😀

Ich wollte über Freunde reden. Nicht die Menschen, die man fälschlicherweise schnell mal als Freunde betitelt, sondern echte Freunde. Die erstere Gattung, also eher seichte Kumpels oder Online-Bekanntschaften sollten eigentlich immer als solche tituliert werden, unterscheiden Sie sich doch sehr arg von echten Freunden, den wirklich dicken “Freunden fürs Leben” ist man diese Differenzierung schuldig!

Als erstes bietet sich – sofern man sich wirklich Gedanken über echte Freunde macht – eine Istanalyse an. Zählt einfach mal durch, wer Eure wirklichen Freunde sind. Ihr werdet keinen Stift brauchen, eure Finger sollten locker für die Aufzählung reichen.

Meine echten Freunde unterteile ich nochmal in zwei Rubriken. Das sind die, die ich nicht mehr missen möchte, und die mir einiges bedeuten, und dann gibt es die für die ich – würden wir beide am Abgrund hängen und nur einer von uns könnte überleben – selbst abstürzen würde. Derer gibt es bei mir zwei Stück. Und ich glaube das ist eine hohe Zahl. Ich kenne viele Menschen die keinen Freund dieser Gattung haben, und ich weiß auch nicht ob die zwei die auf meiner “lieber-sterb-ich-als-du” Liste stehen, genau so handeln würden wie ich. Ist mir aber auch egal, es geht ja darum wie ich das fühle.

Neben den zwei gerade eben angesprochenen Personen gibt es noch – Moment, ich zähle nach – vier weitere Personen die in die Kategorie “verdammt gute Freunde” fallen. Summa sumarum ergibt das 6 Menschen, und je mehr ich darüber nachdenke sind das doch schon ziemlich viele. Vor allem bei meinem ominösen und bescheidenen Lebenswandel wundere ich mich dass es so viele sind. Denn ich bin alles andere als ein unkomplizierter Zeitgenosse, habe schlichtweg fast nie Zeit wenn es um gemeinsame Unternehmungen geht, schwanke stets zwischen Angsthase und Spaßbremse wenn es um Spontanität geht und bin auch sonst jemand, der sich durchaus mal 2 Monate nicht meldet. An dieser Stelle entschuldige ich mich bei allen Personen, denen dies so in den letzten Jahren wiederfahren ist. Es steckt keine böse Absicht dahinter!

Nach den Kategorie 1 und Kategorie 2 Freunden kommen dann die besagten “Kumpeltypen” – da kann man schnell mal 10 oder 20 haben, das schwankt auch je nach Jahreszeit und gemeinsamen Interessen. Es ist immer schön, Kumpels wiederzutreffen, man hat aber auch kein allzu schlechtes Gewissen wenn man über Monate keinen Kontakt hat.

Zum Schluß bleiben dann – in dem Umfeld in dem ich mich bewege unvermeidbar – die Online-Bekanntschaften. Man kennt diesen und jenen, wenn man ein Problem hat kennt man sicher irgendjemand der einem weiterhelfen kann. Xing, MeinVZ, Chatportale und diverse andere Online-Kommunikationsmedien machen diese Vernetzung möglich. Ich habe letztens einige meiner Adreßbücher in Online-Messengern inklusive mein Handy-Adreßbuch durchgestöbert und bereinigt. Übrig geblieben sind – die Kategorie Freunde und Kumpels abgezogen – immer noch ca. 300 Personen “die man halt so kennt”. Davon sind ca. 200 persönliche Bekanntschaften, der Rest beschränkt sich auf reine Onlinekommunikation. Noch vor 10 Jahren undenkbar, ist es mittlerweile Usus, dass auch solche Kontakte zum täglichen Leben gehören – und an geeigneter Stelle durchaus hilfreich sein können – für beide Seiten versteht sich!

Was ich mit diesem elend langen Geschreibsel eigentlich ausdrücken wollte: Seid Euch immer über Eure wirklichen Freunde bewußt, und wisst es zu schätzen, ebensolche zu haben. Und wie sagen einer meiner Kategorie 1 Freunde und ich uns immer: Es ist scheißegal ob man sich 4 Wochen oder 2 Jahre nicht sieht, spätestens wenn man wieder aufeinandertrifft ist es als wäre hätte man sich erst gestern zuletzt gesehen! Und darauf kommt es an!

Ich denke ich muß jetzt nicht mehr versuchen diesen Text zu verstecken, schätzungsweise liest das sowieso kein Mensch bis zum Ende – und falls doch: Denkt drüber nach 😉
Ach – diesen Beitrag habe ich bewußt in die Kategorie “What the fuck” eingeordnet!

Du hast alles wenn du Freunde hast…
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3 Gedanken zu „Du hast alles wenn du Freunde hast…

  • 16. April 2009 um 06:54
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    Ich habe auch eine Handvoll sehr gute Freunde (persönliche) dazu kommen dann noch mehrere Hände persönliche Bekannte und zahlreiche Leute mit denen man nun den Kontakt “nur” noch online hält.

    Für meine sehr guten Freunde würde ich alles tun, scheiss egal ob man sich nun ein Jahr nicht sieht oder sich täglich auf den “Sack” geht.

    Habe bei sowas auch schon verdammt gute Erfahrungen gemacht, als ich mal so richtig Mies drauf war, standen auf einmal 11 Leute um einen Billiardtisch um mit mir Billiard zu spielen :).

    Grüße aus MS,
    Jens

  • 19. April 2009 um 22:00
    Permalink

    Hab eben gerade den Blog entdeckt und dank diesen Beitrags wirste definitiv zu meinen gebookmarkten Blogs kommen.
    Sehr wahrer Text, like it!

  • 25. April 2009 um 15:34
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    du sprichst mir aus der seele!

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