Die letzte Ruhe im Wald

Irgendwann erwischt es Jeden. Den Einen früher, den Anderen später. Wohl dem, der sich über sein Ableben im Vorfeld keinerlei Gedanken macht. Das schwere Los haben dann die Angehörigen, die sich um “alles” kümmern müssen. Inspiriert durch einen Link auf einer anderen Webseite bin ich beim Thema Bestattung wieder etwas sensibilisiert worden.

Da kam mir die Frage in den Sinn: Was ist wenn ich tot bin, wie will ich eigentlich beerdigt werden?
Grundsätzlich gibt es da ja eine Vielzahl von Möglichkeiten, ich zähle mal die auf die mir bei meinen Überlegungen in den Sinn gekommen sind.

1. Erdbestattung
Die klassische Variante. Sarg besorgen, mich rein, Deckel drauf, Zeremonie, 6 feet under, Erde drauf, Aus die Maus. Die Pflicht, sich um meine Grabstätte zu kümmern hinterlasse ich egoistisch meinen Nachkommen. Außerdem die jährlichen Zahlungen für die Grabstätte und die Ausgaben für die Pflege. Die aktive Trauer findet dann auf einem – für mich sterilen – Friedhof statt. Der Gedanke gefällt mir nicht.

2. Feuerbestattung
Da wirds schon spannender. Ich beanspruche nach meinem Ableben nicht mehr vier Quadratmeter, sondern ende kompakt als Häufchen Asche. Ist platzsparend und viel weniger pflegeaufwendig für die Nachfahren. Nachträgliche, jährliche Grabkosten fallen ebenfalls nicht an. Gefällt mir schon besser.

Nur, wohin mit den staubigen Überresten die als Endprodukt das Krematorium verlassen?

a) Sascha steht auf dem Kamin
Ein grausliger Gedanke für mich. Ich lande in einer Porzellan-Urne und friste mein nicht mehr existentes Dasein auf dem Kaminsims im Wohnzimmer. Da werde ich nun von links nach rechts gerückt, kritisch beäugt, und verstaube im Laufe der Jahre langsam aber sicher. Wieder ein Gedanke mit dem ich mich nicht anfreunden kann, zumal die Hinterbliebenen nie den – irgendwann nötigen – Abstand gewinnen können, und mit der Situation abschließen können. Irgendwie bin ich dann trotz meines Todes immer noch zu präsent.

b) Verstreut mich
Eine andere Variante der Entledigung meiner Hinterlassenschaft ist das Verstreuen in der Natur. Seefahrer finden es prickelnd sich in der Nordsee auf offener See niederzulassen, Rennfahrer schweben als letzte Amtshandlung über eine Rennstrecke, manch Angler hat sich schon in die Isar streuen lassen. Analog dazu müsste ich mich über ein Notebook schütten lassen. Das ist doof, die Tastatur ist dreckig, die Lüfter verkleben und im schlimmsten Fall ist der Laptop hinüber. Das zieht weitere Kosten für die Hinterbliebenen nach sich. Außerdem wollte ich doch dann endlich “offline” gehen.

c) Ab in den Wald
Hier kommt die Internetseite die ich eingangs erwähnt hatte, zum Tragen – der Friedwald. “Friedwald ist eine Form der Naturbestattung, bei der die Asche Verstorbener an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt wird. FriedWälder sind naturbelassene Wälder, in denen Menschen schon zu Lebzeiten ihre letzte Ruhestätte auswählen können.”
Man wählt also einen der vielen Friedwälder in Deutschland aus und pickt sich den Baum seiner Wahl heraus. Die Feuerbestattung ist obligatorisch, danach werden die Überreste am Fuße eines Baumes beigesetzt.

Variante c) ist mein Favorit. Ich bin ein Kind des Waldes (geboren und aufgewachsen im Bayerischen Wald), und im Wald fühle ich mich am wohlsten. Wenn ich mich nach Ruhe sehne, und zurück in die Realität kommen will, wirkt ein Spaziergang im Wald wahre Wunder.

Also: Sollte ich wider Erwarten (ich hab noch viel vor) demnächst Ableben und einer meiner Hinterbliebenen verfolgt zufällig meinen Blog (ist ja gleich ein guter Test) -> Ich würde gerne in einem Friedwald bestattet werden.

Wie ist das bei Euch?

  • Ist euch die Form der Bestattung egal?
  • Habt Ihr auch irgendwelche Vorlieben diesbezüglich?
  • Oder habt ihr eine Scheu, darüber nachzudenken?

Ich freue mich über Eure Kommentare.

Die letzte Ruhe im Wald
Markiert in:             

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.