Asiatischer Marienkäfer

Heute mal ein kurzer Ausflug in die Tierwelt. Ich wollte schon fast Botanik schreiben, aber das war ja das mit den Pflanzen 😉 Ich habe seit kurzem neue Mitbewohner. Marienkäfer. Ganz viele.
Anfangs war ich noch etwas verdutzt, als einer der Käfer brummend seine Kreise durch mein Wohnzimmer zog, eine nähere Begutachtung des Flugobjektes ergab, dass es sich nicht um einen üblichen, mir seit Dekaden bekannten Marienkäfer handeln kann.

Der Käfer war gelblich-braun, und hatte ca. 10 schwarze Punkte auf seinem Panzer. Was macht der Nerd des 21. Jahrhunderts? Richtig, er bemüht seine Lieblingssuchmaschine. Da ich bei Tieren total unwissend bin, habe ich also einfach “komischer Marienkäfer” in Google eingegeben.

Und siehe da. Bereits das erste Suchergebnis bescheinigte mir, dass ich nicht der Einzige bin, der von den lieben Tierchen heimgesucht wurde, und keine Ahnung hatte wie die Dinger denn nun heißen. Eine weitere Recherche ergab dass es sich dabei um den Asiatischen Marienkäfer handelt.

Das sagt Wikipedia:

Der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) ist ein Käfer aus der Familie der Marienkäfer (Coccinellidae). Er wird auch als Vielfarbiger Marienkäfer oder Harlekin-Marienkäfer bezeichnet. Ursprünglich kommt die Art aus Japan und China und wurde Ende des 20. Jahrhunderts zunächst in die USA und dann auch nach Europa zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingeführt. Inzwischen tritt er an vielen Stellen massenhaft wild auf und man befürchtet, dass er einheimische Marienkäfer-Arten und auch andere Arten verdrängt. Er kann Hausbesitzern sehr lästig werden, da er im Herbst große Schwärme bildet, die in Häusern überwintern.

Wikipedia erklärt, wie der Asiatische Marienkäfer zu mir in meine Wohnung in Nürnberg gefunden hat.

Das erste freilebende Exemplar des Asiatischen Marienkäfers in Europa wurde 2001 in Belgien gefunden. Seit dieser Zeit hat sich die Art schnell ausgebreitet. Seit 2002 wird er teilweise in Massen in West-Deutschland gesichtet und seit 2004 ist er in Teilen Frankreichs und im Süden Großbritanniens anzutreffen. Das genaue Verbreitungsgebiet ist nicht bekannt, aber der Asiatische Marienkäfer scheint mittlerweile in ganz Deutschland vorzukommen. In den USA wurde er bereits Anfang des 20. Jahrhunderts zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt, die Populationen etablierten sich allerdings nicht. Dies gelang erst nach einem neuerlichen Versuch der Einführung in den frühen 1980er-Jahren. Zu einer Plage wurde er aber erst gegen Ende des Jahrhunderts. Er bewohnt genau wie andere Marienkäferarten eine Vielzahl von Habitaten, in denen Blattläuse vorkommen, scheint aber insbesondere in der Nähe von Städten häufig zu sein.

Hintergrund: Das Vieh ist vor knapp 10 Jahren aus einer belgischen Plantage ausgebrochen, die den Asiatischen Marienkäfer zur Schädlingsbekämpfung “importiert” hatten. Er frisst pro Tag 100 – 270 Blattläuse (!!!).

Ich frage mich eher – wo kackt der Typ das ganze Zeug wieder hin, und wieso wird der nicht so groß wie ein Auto, bei dem Hunger. Auf jeden Fall bin ich jetzt jeden Tag dabei, ca. 5 bis 10 dieser Asiatischen Marienkäfer zu entsorgen. Als Tierschützer stehe ich da immer vor einer schweren Entscheidung. Einerseits hat der Käfer auch seine Daseinsberechtigung, andererseits frisst er die Larven unseres heimischen Marienkäfers. Was ist mir also lieber? Die Tiere schützen, und im Gegenzug dazu in einigen Jahren nur noch diese gelben, schlitzäugigen Marienkäfer herumfliegen sehen…

Was würdet ihr tun? Freilassen? Umbringen? Bisher schmeiße ich die Käfer immer noch aus dem Fenster (wahrscheinlich fliegen die dann hinten wieder durchs Fenster rein. Oh Mann!)

Asiatischer Marienkäfer
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3 Gedanken zu „Asiatischer Marienkäfer

  • 29. Oktober 2008 um 08:30
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    Da kam am WE gerade ein Bericht über diese neuen Marienkäfer bei galileo. Die haben da Fälle gezeigt, wo zig tausende an einer Hauswand sich versammelt haben und co. Klar sind die kleinen Marienkäfer niedlich und ich würde es auch nicht über’s Herz bringen einen tot zu machen, aber wenn die die ganze Wohnung/das ganze Haus belagern, dann is irgendwo auch Schluss. Die halten sich gerade in der Nähe von menschlichen Behausungen auf, weil’s da schön warm und sicher ist, die kriechen dann in jedes kleine Loch um dort zu überwintern.

  • 30. Oktober 2008 um 11:46
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    Der Mensch baut schon allerhand Mist in der Natur, um mehr Geld für sich in der Tasche zu haben!
    Da werden wir jetzt wohl bald die Blattläuse schützen müssen.
    Haben die echt Schlitzaugen?? 😉

  • 4. Februar 2009 um 09:42
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    @moni: kein witz, ich hab das vor 3 jahren bei mir selbst erlebt. plötzlich taucht ein wirklicher schwarm von marienkäfern auf und ich dachte mir noch, das sei ja witzig. als der schwarm dann weg war, fielen mir nach ein paar minuten die marienkäfer auf, die sich in wirklich alle ritzen außen am haus eingenistet hatten. besonders schön fänden sie es in den fensterrahmen, also zwischen innerem und äußerem rahmen. da klebten hunderte von denen. ich hab’s dann geschafft, sie zu verscheuchen, aber im frühjahr fand ich in der tat noch ein paar, die überwintert hatten. unglaublich.

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