Weihnachten, du Zeit der Völlerei

So. Nun habe ich noch 27 Stunden bis zur Fortsetzung des “großen Fressens”. Seit Heiligabend mache ich kaum etwas anderes als Essen. Bei jeder Mahlzeit steigt das schlechte Gewissen gegenüber meinen ohnehin schon zu eng werdenden Jeans und all den Leuten, denen es in diesen Tag nicht so rosig geht wie mir. Eigentlich ging die haltlose Esserei bereits am 23. Dezember, also einen Tag vor Weihnachten los.

Weiter ging es mit dem wohl berühmtesten Speiseplan zu Heiligabend – Würstchen. Bei uns waren es Würstchen mit Sauerkraut, und Kartoffelsalat. Im Topf befanden sich Weißwürste (OMG, und das nach 12 Uhr mittags), Bockwürste, Wiener und Käsekrainer (bei uns in Bayern auch “Eitrige” genannt, weil der Käse der aus den Würstchen läuft in seiner flüssigen Konsistenz eben aussieht wie Eiter). Für einen Bayern trotzdem lecker, der Ausspruch zu Tisch “Gib ma bitte no so a Eitrige” führt höchstens bei Zugereisten zu einem angeekelten Naserümpfen. 6 Würstchen und Unmengen von Kartoffelsalat und Sauerkraut später mußte die soeben zu mir genommene Menge Essen mit mehreren Schnäpsen verdünnt werden, das zu den Speisen gereichte Weißbier ist obligatorisch.

Die Nahrungsaufnahme wird natürlich an Weihnachten keineswegs ausgeglichen. Kein Sport, kein Spaziergang, ja sogar der Gang in den Keller um die Weißbiervorräte aufzustocken ist beschwerlich.

Bereits am ersten Weihnachtsfeiertag die nächste Hürde. Raclette steht auf dem Speiseplan. Der vom Heiligabend geweitete Magen muß bereits morgens mit Wurstsemmeln gefüllt werden, damit zufriedenstellende Ruhe einkehrt. Am Raclette war ich wie gewohnt der erste der zu Essen begann, und der letzte der nach nicht enden wollenden 120 Minuten das Besteck zur Seite legte. Gut dass die bereits dezimierten Vorräte an Hochprozentigem einem Kollaps im Magen Einhalt geboten. Nach mehreren obligatorischen Weißbier mit geschätzten 14 Promill ins Bett gegangen. Vorher wurde noch ein Alibi-Spaziergang eingeschoben, der allerdings unter lautstarken Protesten nach bereits 10 Minuten abgebrochen wurde “Mei is das heute kalt, drehmer um!”.

Heute, am zweiten Weihnachtsfeiertag stand das alljährliche Familienessen auf dem Programm. Mein am Vorabend nach dem Raclette geschmiedeter Plan, heute in der Wirtschaft nur eine Suppe zu essen, wurde von der bombastischen Speisekarte zunichte gemacht. Es mußte ein Jägerschnitzel mit frischen Waldpilzen und einer monströsen Portion Pommes Frites werden. Die mir von der überaus hübschen Bedienung kredenzte Portion, die ich in Sommermonaten ob der opulenten Menge danken abgelehnt hätte, fügte sich problemlos in meinen zwischenzeitlich auf die doppelte Größe angewachsenen Magen, ein Verdauungsschnaps war gar nicht nötig.

Jetzt, ca. 60 Stunden nach Heiligabend sitze ich mit gefühlten 6 Kilo mehr und ca. 15.000 verputzten Kalorien mehr vor meinem Notebook und sehne mich nach der Fastenzeit. Ich muß dazusagen, zu meiner unglaublichen Fresserei in den letzten Tagen kommt hinzu, dass ich seit knapp einer Woche statt 24 Zigaretten täglich mein Pensum auf zwei bis drei Glimmstengel pro Tag reduziert habe. Plötzlich schmeckt alles ganz anders und viel kräftiger, außerdem muß ich die fehlenden 21 Rauchpausen täglich anderweitig kompensieren.

Ich glaube ich muß mir etwas einfallen lassen wenn ich nach meinem Weihnachtsurlaub noch durch die Haustür passen will. Drückt mir die Daumen dass mein Plan, weniger zu rauchen bzw. im Optimalfall das Rauchen aufzuhören klappt, denn bereits nach gut 4 Tagen muß ich sagen dass die Sauerstoffversorgung meines Körpers SO um einiges besser funktioniert 😉

Und wie war Euer Weihnachten?

Weihnachten, du Zeit der Völlerei
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2 Gedanken zu „Weihnachten, du Zeit der Völlerei

  • 26. Dezember 2008 um 22:21
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    Ähnlich ;-), man könnte auch Weihnachten umbenennen in “Das große Fressen” , bei uns hat es schon am 22. angefangen und sich durchgezogen bis heute, ich hoffe das war es nun auch.

  • 28. Dezember 2008 um 16:35
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    Bei mir ist es genauso. Seitdem ich am Heilig Abend mit dem Kochen fertig war hab ich nur noch gegessen :-). Jetzt kann ich mich dann nicht mehr bewegen…

    ak.

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