Die Angst im Berg zu sein

Hände nach oben, wer von Euch mag gerne Straßentunnels? Ich finde die meisten nicht wirklich schlimm, dadurch dass ich seit meiner Kindheit viel auf der Straße unterwegs bin, habe ich auch schon einige Tunnels gesehen, und auch schon das ein oder andere außergewöhnliche Erlebnis in Straßentunnels gehabt. Dazu zählt zum Beispiel ein lapidarer Stau in der Mitte des Elbtunnels – quasi an der tiefsten Stelle, nach vorne blickend geht es bergauf, nach hinten ebenso. Zugleich hatte ich einen Papa auf dem Fahrersitz, der meine Mutter sekündlich mit Sätzen wie “guck mal, aus dem Eck drückt es das Wasser raus” zum Wahnsinn trieb 🙂

Dann gab es da noch eine Durchfahrt durch den Tauerntunnel, bei der mein direkter Vordermann plötzlich zum Überholen ansetzte und auf die Gegenfahrbahn ausscherte. Dass es dabei trotz Gegenverkehr (!) nicht zu einem Unfall kam, kann ich mir bis heute nicht erklären. (Eine kurze Recherche im eigenen Blog ergab, dass ich aufgrund dieses Erlebnisses einen Beitrag Richtiges Verhalten bei Tunnel-Unfällen verfasst habe). Während einer Urlaubsfahrt erinnere ich mich an einen stockdunklen Karawankentunnel, bei dem außerdem die Belüftung ausgefallen war, was dazu führte dass es im Tunnel Nebel mit einer Sichtweite von ca. 30 Meter hatte (ich gebe zu – DA hatte ich richtig Schiss!)

In Norwegen wurde ja im Jahr 2000 der Laerdasltunnel eröffnet, mit 24,5 Kilometern Länge der längste Straßentunnel der Welt. Der Tunnel ist mit vielen Kurven versehen und verfügt über 3 “Grotten” die mit verschiedenen Farben ausgeleuchtet werden. Das hat den Grund, dass der Autofahrer auf der langen Tunnelstrecke nicht müde wird oder einschläft, und keinen klaustrophobischen Anfall erleidet. Auf diesem Foto bei panoramio seht ihr, dass der Tunnel wirklich großzügig gestaltet ist und in der Farbgebung fast mysthisch erscheint.

Hier sieht man ebenfalls eine der Grotten, aufgrund der fehlenden Fahrbahnmarkierung tippe ich, dass das Foto noch vor der Eröffnung geschossen wurde.

laerdalstunnel

(Quelle: haiguinet.com)

Weitere Informationen zum Laerdalstunnel gibt es u.a. bei Wikipedia.

Ein anderes Extrem stellt der Roki-Tunnel dar. Er verbindet auf 3.660 die russische Region Nordossetien mit der Region Südossetion in Georgien. Der Verkehr führt durch eine Röhre mit zwei Fahrspuren. Während des Kaukasus-Konflikt 2008 nutzen die Russen den Roki-Tunnel als Zufahrtsweg nach Südossetien. Der Tunnel wurde erst im Jahre 1985 eröffnet. Soweit sogut, und SO sieht der Tunnel von innen aus:

roki-tunnel

(Screenshot von georgien.blogspot.com)

Ich gebe zu. Da hätt ich ebenfalls ein mulmiges Gefühl. Weitere Fotos einer Georgienreise könnt Ihr beim Fotografen Bogdan Yakovenko in Flickr ansehen. Auch zum Roki-Tunnel gibt es Infos bei Wikipedia.

Mal sehen, ich denke ich werde mich in nächster Zeit öfters mit russischen Bauwerken und Monumenten beschäftigen, gerade dieser morbide Charme übt einen gewissen Reiz auf mich aus.

Die Angst im Berg zu sein
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3 Gedanken zu „Die Angst im Berg zu sein

  • 1. Juli 2009 um 08:39
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    Ganz großen Respekt vor den Leuten die dort Arbeiten… Ich könnte das nicht. Hochachtung

  • 1. Juli 2009 um 19:35
    Permalink

    Arbeiten könnte ich dort auch nicht. Mir ist es meistens schon nicht ganz so wohl wenn ich durch einen so langen Tunnel wie den Arlbergtunnel oder auch Pfändertunnel mit mehreren km fahren.

    Ich fahr lieber über die Pässe drüber, mit Vorliebe mit dem Rennrad 😉

    Auch ein Bergwerk wäre für mich nichts.

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