Die M/S Hamburg aka Admiral of Scandinavia

Wir schreiben das Jahr 1988, das Osterwochenende steht bevor. Wer in Mathe mit ‘mangelhaft’ bewertet wurde, das war vor 26 Jahren. ;-)
Für den kleinen Sascha steht die erste Fahrt mit einem richtig großen Schiff bevor. Die Reise startet in Hamburg und führt ins englische Harwich in der Grafschaft Essex, seineszeichens einer der wichtigsten Fährhäfen des vereinigten Königreichs. Von dort führt die Fahrt – ich meine mich zu erinnern mit dem Zug – weiter ins knapp 140 Kilometer entfernte London.

Vom Urlaub weiß ich noch so viel: Wir hatten ein Hotel im Zentrum von London, haben mit einem dieser berühmten roten Doppeldeckerbusse eine Stadtrundfahrt unternommen und waren im Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds. Ich habe mich neben Boris Becker ablichten lassen, den ich damals ziemlich toll fand. Richtig begeistert aber hat mich unser maritimes Transportmittel.

Beim erwähnten “richtig großen Schiff” handelt es sich um die damalige M/S Hamburg – später unter dem Namen Admiral of Scandinavia bekannt. Die beiden Schiffsbezeichnungen haben dazu geführt dass ich diesen Blogeintrag überhaupt schreibe. Meine Erinnerungen beschränkten sich nämlich auf “richtig großes Schiff” und “von der Reederei DFDS”. In Erinnerungen schwelgend habe ich mich so lange in Google herumgetrieben bis ich alle gewünschten Informationen wieder parat hatte.

MS Hamburg April 1988

Locker ist immer wichtig!

Für die Recherche nach dem korrekten Fährschiff stand mir das nebenstehende Bild zur Verfügung. Außerdem konnte ich mich an die damalige Fahrtroute erinnern, und so war das Schiff recht schnell gefunden.
Bei unserem Boarding am Osterwochenende 1988 bestritt das Schiff mit der Bezeichnung M/S Hamburg die Route durch die Nordsee. Sie war seinerzeit das Flagschiff der Reederei DFDS auf der Englandroute. Die Geschichte der M/S Hamburg reicht jedoch zurück bis ins Jahr 1976, als Sie – drei Jahre nach Ihrer Bestellung im Jahr 1973 – erstmals unter dem Namen M/S Kronprins Harald in See stach. Am 03. März 1987 übernahm die Reederei DFDS das Schiff, dabei erhielt es den neuen Namen M/S Hamburg und war unter deutscher Flagge unterwegs. Nachlesen kann man das alles übrigens hier (rudimentäre Schwedischkenntnisse vorausgesetzt).

Am 09. November 1989 kam es zu einer folgenschweren Kollision während einer Englandfahrt. Bei rauher See kollidierte die M/S Hamburg mit dem Frachter Nordic Stream. Letzterer riss ein riesiges Loch in die Seite des Schiffs, 3 Menschen starben dabei. Der Bug der Nordic Stream bohrte sich dabei in den damals gut besuchten Salon der Hamburg.
An dieser Stelle sei erwähnt dass das Internet nach wie vor eine bahnbrechende Erfindung ist – tatsächlich ist der zugehörige Zeitungsartikel des Glasgow Herald vom 10. November 1989 online abrufbar! Dort gibt es einen bebilderten Artikel zum Schiffsunglück.

Auch im Herald Scotland gibt es einen Artikel zu dem Unglück mit einer unglaublichen Geschichte. Der 31-jährige Peter King war mit seinen Eltern auf dem Schiff unterwegs, und beim Auftreffen der Nordic Stream in besagtem Salon zugegen. Es gab ein heilloses Durcheinander mit dem Ergebnis, dass sein Vater nicht mehr auffindbar war. Nach Stunden verzweifeltem Suchen stellte sich heraus, dass sein Vater durch den Aufprall aus dem Salon heraus auf das Deck der Nordic Stream geschleudert wurde! Mr. Douglas King überlebte diesen Unfall schwer verletzt.

Die M/S Hamburg konnte nach dem Unglück in der Werft von Blohm & Voss repariert werden, und trat danach wieder die gewohnte Fährroute an. Am 21. Mai 1997 wurde das Schiff in Admiral of Scandinavia umgetauft.
Am 13. November 2002 fand die letzte Fahrt auf der legendären Englandroute statt. Immer günstigere Flugpreise nach Großbritannien führten letztendlich zu einem fortwährenden Einbruch der Passagierzahlen und damit zum endgültigen Aus der Englandroute. Auch dazu gibt es übrigens einen Artikel im Hamburger Abendblatt.

Das Schiff wurde nach Panama verkauft und verrichtete sodann Ihren Dienst als Caribbean Express auf diversen Karibikrouten. Der Zustand des Schiffs verschlechterte sich zusehends, wie diese Bilder beweisen:

Bilder mit der Historie des Schiffes und Fotos aus besseren Zeiten findet Ihr hier:

Mitte Oktober 2010 meldete dann ein Nutzer von kreuzfahrten-treff.de, dass ein Kontaktmann aus Kapstadt die Verschrottung der Caribbean Express vermeldet hat. Diese Information bestätigte sich schnell, und bereits am 25. Januar 2011 traf die Caribbean Express nach knapp 35 Jahren auf See das Land im Hafen der Schiffsverschrottung von Alang, Indien.

In Zeiten riesiger Oceanliner der Oasis-Klasse, die mehr an schwimmende Städte als an Schiffe erinnern, ist ein Schiff wie die damalige M/S Hamburg wahrscheinlich kaum mehr erwähnenswert. Für mich wird sie trotzdem – oder gerade deshalb – immer in schöner Erinnerung bleiben.

Noch ein kleiner Nachtrag: Tatsächlich gab es bereits 1987 Leute, die sich mit einer analogen Videokamera an den Anleger gestellt haben und eine Vorbeifahrt der MS Hamburg auf Film festgehalten haben. Umso schöner dass dieses Material digitalisiert und online bereitgestellt wurde.

Last Vegas – It’s going to be legendary

Dank unseres neuen Amazon Prime Instant Video Accounts komme ich in den letzten Wochen regelmäßig in die Verlegenheit, mein Kinofilm-Defizit zu kompensieren. Die besten (und schlechtesten) Filme landen in Verbindung mit einer kurzen Rezension auch in meiner Film-Sektion hier auf der Seite (oben im Menü unter “Filme” zu finden).

Vor einigen Tagen war Last Vegas an der Reihe. Der Plot liest sich abgekürzt folgendermaßen:

Die vier Senioren Billy, Paddy, Archie und Sam sind seit ihrer Kindheit im Brooklyner Viertel Flatbush miteinander befreundet. Als der reiche Billy die Hochzeit mit der 30 Jahre jüngeren Lisa plant, treffen sich die vier Freunde zu einem Junggesellenabschied in Las Vegas.

Klingt im ersten Moment irgendwie nach einem Abklatsch von Hangover, um auf der Vegas-Bling-Bling und Casino-Hold’em Welle mitzuschwimmen. Ich habe dem Film trotzdem eine Chance gegeben, alleine aus dem Grund weil ich Las Vegas liebe und mich an dessen Anblick nicht satt sehen kann – ganz unabhängig von der Story drumherum.

Nun, ich wurde nicht enttäuscht. Die Cast and Crew Liste von Last Vegas liest sich sehr verlockend. Alleine die 5 Hauptdarsteller Michael Douglas, Robert De Niro, Morgan Freeman, Kevin Kline und Mary Steenburgen haben bereits allesamt einen Oscar im Regal stehen. Der Regisseur Jon Turteltaub zeichnet verantwortlich für Filme wie Cool Runnings, Während du schliefst, Das Vermächtnis der Tempelritter und Duell der Magier, übrigens 4 Werke die man auf jeden Fall gesehen haben sollte.

Während bei der Hangover-Reihe der Fokus auf Partys, Exzesse und “What happens in Vegas stays in Vegas” liegt, zeigt sich Last Vegas an vielen Stellen tiefgründiger. Last Vegas ist für mich eine gesellschaftskritische Hommage ans Älterwerden, und zeigt was eine lebenslange Freundschaft in einer Clique ausmacht.
Jon Turteltaub schafft es, die alltäglichen Probleme des Lebens und des Älterwerdens aufzuzeigen, ohne dabei die lockere Las Vegas Stimmung zu zerstören.
Vor allem besticht der ganze Film durch traumhaft schöne Bilder, eine weiche und sympathische Kameraführung und er zeigt dass alle Hauptdarsteller einen Riesenspaß an dem Film hatten.

Mein Fazit: Wem Hangover gefällt, wer an Oceans Eleven Spaß hatte und wer seinerzeit auch Casino gesehen hat, sollte sich in jedem Fall die 105 Minuten Zeit für Last Vegas nehmen.

Modernes Busreisen mit dem ADAC Postbus

Busreisen, das kennt unsereins noch von Früher. Einerseits sind da die frühkindlichen Erfahrungen mit diversen Schulbusfahrern, und die Urlaubsfahrten mit dem Fernreisebus – weil Fliegen noch der Oberschicht vorenthalten war, und der Bus damals für Normalsterbliche irgendwie en vogue war.

Vom Bus zum Flugzeug zur Bahn…zum Bus

In den letzten 20 Jahren hat sich einiges geändert. Urlaubsziele in Süd- oder Nordeuropa steuert man mittlerweile mit einem Billigflieger an, für innerdeutsche Verbindungsfahrten war man bis vor kurzem auf die Bahn angewiesen – Stichwort Fernreisemonopol. Seit der Aufhebung des Selbigen, schießen den Fernbusanbieter wie Pilze aus dem Boden, überbieten sich gegenseitig in Sachen Service und Flexibilität und stellen preislich eine absolut überlegenswerte Alternative zur Bahn dar. Ich habe mir aus aktuellem Anlass einmal das Fernbus Angebot das ADAC näher angesehen, die Gelben aus München nennen Ihren Fahrdienst liebevoll ADAC Postbus.

Das Fernbusangebot des ADAC

ADAC Postbus - Komfort & Technik

Quelle: ADAC Postbus

Die Überlegung, einen solchen Fernbus-Service selbst in Anspruch zu nehmen, kam mir beim Lesen einer der letzten ADAC Motorwelt Ausgaben. Dort wurden die technischen Errungenschaften des ADAC Postbus näher vorgestellt. Die eingesetzten Busse werden ja individuell für den ADAC in Skandinavien gebaut und unterscheiden sich in Sachen Wohlfühlfaktor ganz stark von den bekannten Fernbussen. Ein großes Augenmerk der Fernbusarchitekten liegt auf der Bespaßung der Fahrgäste, genauer gesagt das ADAC Postbus Media Center.

Sehen – Hören – Surfen – Lesen

Das ADAC Postbus Media Center kann man sich vorstellen wie ein Mediacenter zu Hause. Man kann Filme und Serien ansehen, Musik und Hörbücher hören, im Internet Surfen oder Magazine bzw. Bücher lesen. Alles was man dazu benötigt ist ein Notebook oder ein Tablet, und Kopfhörer, damit der Sitznachbar nicht gestört wird. Und das Medienangebot kann sich wahrlich sehen lassen! Filme, Serien und Musik sind ständig aktuell, einen Überblick kann man sich auf der eigens dafür eingerichteten ADAC Postbus Media Center Seite schaffen.

Nur ein kleiner Auszug: Aktuell laufen dort Filme wie Inception, Oceans Thirteen, Toy Story 3 oder Hangover 3. In Sachen Serien verzückt uns Penny aus The Big Bang Theory oder Charlie in Two and a Half Men. Außerdem gibt es N24 Reportagen und Sky Angebote.

Busfahren billiger als Kino

Sinn und Nutzen eines Fernbusangebotes – Media Center hin oder her – steht und fällt mit dem Preis. Was nutzt eine moderne Busverbindung, wenn Sie preislich indiskutabel ist. Deshalb habe ich mir mal ein paar Fahrstrecken näher angesehen. Nehmen wir als Beispiel die Route Nürnberg – Frankfurt am Main.

Unterwegs ist man hierfür 2 Stunden 45 Minuten, bei einem Fahrpreis von…festhalten: 9 Euro!
Das oben beschriebene ADAC Postbus Media Center Angebot ist hier bereits im Preis enthalten. In den 165 Minuten schaffe ich es, mir in aller Ruhe einen Kinofilm anzusehen. Der kostet übrigens – ohne Popcorn und Cola – im Kino auch 9 Euro. Nur steige ich hier in Nürnberg ein und in Frankfurt aus. Skeptiker können jetzt parallel eine Zugfahrt von Nürnberg nach Frankfurt kalkulieren und dann einen Preisvergleich starten.

Und wenn’s pressiert?

Die Zeit bzw. die Reisedauer ist natürlich ein entscheidender Faktor. Das sollte jedem Busreisenden aber von vorne herein bewußt sein. Ein Reisebus benutzt die selben Straßen wie ein Auto oder ein LKW. Hier kann es somit auch einmal zu einem Stau oder einer Verzögerung kommen. Im Zug ist Stau eher selten, Verspätungen aus diversen anderen Gründen gibt es aber auch im Schienenverkehr. Rechnet man Check-In, Sicherheitskontrolle und Check-Out, ist auch die Nutzung eines Flugzeugs im innerdeutschen Reiseverkehr nicht immer eine Alternative.

Mein Tipp:
Lasst Euch mal ganz bewußt auf das Thema Fernbus ein, und probiert es aus. Ich habe schon einen Städtetrip im Sommer im Visier, für den ich den ADAC Postbus ausprobieren werde. Vor allem in Hinblick auf die oben beschriebenen Media Center Features wird die Zeit wie im Flug vergehen. Und falls Ihr wirklich schon alle Filme kennt und nicht lesen wollt: Vielleicht ergeht es Eurem Sitznachbarn ähnlich, und es ergibt sich ein nettes Gespräch, so ganz ohne Media, digital und Internet. Viel Spaß beim Busfahren! :-)

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Mein eigener Block

Nein, ich bin nicht zum Schreiblegastheniker geworden – einen BLOG nenne ich ja schon seit einigen Jahren mein Eigen, heute war es endlich an der Zeit für einen eigenen BLOCK.
Für die junge Generation meiner Leser – ein Block besteht wahlweise aus 25 oder 50 übereinander gestapelter Blätter, die zur besseren Fixierung an der Kopfseite zusammengeleimt werden. Darauf kann man dann mit einem Stift schreiben. Statt Strg-Z kommt ein Radiergummi zum Einsatz, oder die fehlerhafte Notiz wird durchgestrichen. Im Worst-Case entfernt man eine Seite des Blocks, indem man das Blatt durch ein Abtrennen der Kopfleimung von den übrigen Seiten trennt.

Auf die Idee kam ich, nachdem ich kürzlich von einem Bekannten gehört habe, dass selbstgemachte Blöcke bei Onlinedruckereien gar kein kostspieliges Unterfangen mehr sind. Also habe ich heute im Netz gestöbert, einige Anbieter verglichen, und letztendlich bei Cewe Print sage und schreibe 100 Blöcke bestellt!

Klingt teuer? Mitnichten!

Die Losgröße 100 ist übrigens die kleinste bestellbare Menge. Entschieden habe ich mich für die Standardgröße DIN A4, 90-Gramm Papier und 25 Seiten je Block. Ich rechne es gerne vor – die Lieferung enthält also exakt 2.500 Blatt Papier brauchbarer Qualität.

Zum gewünschten Blockformat kann man sich auf der Cewe-Webseite gleich die passenden Druckvorlagen in verschiedenen Formaten herunterladen. Wer schon einmal einen Auftrag zur Druckerei gegeben hat, der kennt die Ansprüche ans Druckformat – ich sage nur 3mm Überlappung auf jeder Seite. Das sollte man beim Erstellen der Vorlage berücksichtigen, ansonsten ist das Ergebnis bspw. nicht randlos. In der Download-Vorlage ist diese Rechenarbeit bereits erledigt, und die Größe ist gleich korrekt.

Mein eigener Block

Mein eigener Block

Ich habe mir also die Vorlage im Photoshop-Format (PSD) heruntergeladen, oben links mein Logo eingefügt und daneben Adresse, Telefon, Mailadresse und URL der Internetseite ergänzt. Beim Raster wollte ich kein übliches Schulblock-Karo, sondern habe mich für das 5mm-Pünktchenraster entschieden, neudeutsch nennt sich das Dotprint. Falls es mir jemand von Euch gleichtun will, und keine Lust hat, die halbe Nacht Punkte in Photoshop zu malen – man kann sich ein DIN A4 Dotprint Raster auch fertig im Internet herunterladen. Befragt dazu einfach eine Suchmaschine eures geringsten Misstrauens.

Herausgekommen ist das, was ihr rechts im Foto sehen könnt. Ein schlichter Block mit allen notwendigen Informationen. Dank meiner Sesshaftigkeit hoffe ich inständig, dass sich meine Postadresse erst dann ändert, wenn ich die 100 Blöcke entweder selbst verkritzelt oder irgendwie anderweitig an den Mann gebracht habe.

Ach ja, der Preis

Um Euch nicht länger auf die Folter zu spannen: 100 Blöcke á 25 Seiten kosten letztendlich inklusive Lieferung frei Haus sage und schreibe 100 Euro! Brutto! Quasi 1 Euro pro Block!

Wer bei der Erstellung der Druckvorlage nicht geübt ist sollte noch 2 Euro zusätzlich für einen Proof investieren. Dann schaut sich der Bearbeiter Eurer Vorlage noch kurz an was Ihr fabriziert habt und gibt Euch die Möglichkeit, etwaige Fehler noch VOR dem Druck auszubessern. Macht ihr das nicht, geht Eure Vorlage in den Druck, ganz egal wie Sie am Schluss aussieht!

Wenn die Blöcke bei mir eintreffen, werde ich nochmal vorständig werden und meine Meinung hinsichtlich Lieferzeit, Qualität und Umsetzung kundtun.

Mein Gott Walter!

Wenn ich eine Motorsportveranstaltung im Rundfunk verfolge, passiert es mir des Öfteren, dass ich darüber nachdenke, welchem Motorsportler ich eine Vorbildfunktion zuschreibe, und wen ich persönlich als Vorbild sehe. Tatsächlich kommt mein sportliches Vorbild aus dem Bereich des Auto-Motorsports, obwohl ich weder eine entsprechende Karriere eingeschlagen habe, und sich mein motorsportliches Können weitestgehend im Rahmen dessen bewegt, was man dem öffentlichen Straßenverkehr noch zumuten kann. Gestern bin ich auf die bwin Kampagne Sportler und Sportlerinnen als Vorbilder aufmerksam geworden, was dazu führte dass ich die nächsten 3 Stunden in den Memoiren meines ewigen sportlichen Vorbilds versunken bin.

Foto: Christian Klar Photoart | Audi Forum Ingolstadt

Foto: Christian Klar Photoart | Audi Forum Ingolstadt

Die Überschrift hat es bestimmt sowieso schon verraten: Es gibt nicht viele Sportler zu denen ich ehrfürchtig aufsehe, ganz weit oben auf der Liste aber steht kein Geringerer als Walter Röhrl! Wenn ich jetzt anfangen würde, über die sportlichen Erfolge des Walter Röhrl zu berichten, wäre ich morgen noch nicht fertig. Seine Geschichten würden eine ganze Internetseite füllen – es gibt ja bereits genügend Bücher, DVDs und Videos über seinen sportlichen Werdegang und seine überragenden Leistungen.

Daher habe ich mir selbst einmal die Frage gestellt: Was ist am Walter so besonders?

Zweifellos ist der Walter der beste Rallyefahrer aller Zeiten, das beweist sogar eine eigens dafür geschaffene Auszeichnung. Dazu hat sich eine Jury von 100 namhaften Motorsportexperten versammelt, und fleissig Punkte vergeben. Walter landete auf Position 1 mit 81 Punkten – gefolgt von Juha Kankkunen auf Platz 2 mit 60 Punkten. Wenn man sich verinnerlicht dass kein Geringerer als Stig Blomqvist auf Platz 15 rangiert und sich ein Ari Vatanen auf Platz 11 eingefunden hat, der kann die Einzigartigkeit und Ehre dieser Auszeichnung im Ansatz nachvollziehen.
Ach, und dann war da noch eine weitere Auszeichnung mit dem Namen Rallyefahrer des Milleniums – auf Platz 1: Walter Röhrl!

Die positiven Eigenschaften, die für mich einen Sportler zum Vorbild machen: Bodenständigkeit, Ehrlichkeit, Teamplay, unbändiger Kampfgeist und Siegeswille, und nicht zuletzt die ehrlich gelebte Nähe zu seinen Fans. All das verkörpert der Walter seit jeher.

Wer erinnert sich nicht mehr an den berühmten Reifentest vom 21. Dezember 1979, quasi die Einstimmung auf Walters ersten Sieg bei der Rallye Monte Carlo, der sich folgendermaßen zugetragen hat:

Die Story von meinem ersten Monte-Sieg begann am 21. Dezember 1979, als mir Fiat-Rennleiter Daniele Audetto eröffnete: “Wir probieren morgen die neuen Reifen aus.” Ich hatte aber mit meinen Teamkollegen Björn Waldegaard und Markku Alén schon längst ausgemacht, dass wir alle ab dem 22. in den Weihnachtsurlaub gehen. Daraufhin sagte ich: Ob Reifentest oder nicht – ich fahre heim. Die anderen sind alle umgefallen.

Dann habe ich mich zu einer größenwahnsinnigen Aussage verstiegen: ‘Ob ich die Reifen kenn‘ oder nicht: Bei der Rallye geb’ ich euch zehn Minuten mit.’ Das war eine Ansage. Ein bisschen bin ich vor mir selber erschrocken. Dann kam die erste Sonderprüfung der Rallye, der Rundkurs auf Eis in Serre-Chevalier. Ich habe nicht mal den Rennoverall angezogen, sondern bin in der Jeans gefahren. Es lief gut, wir fuhren die Bestzeit. Ich sagte zu meinem Beifahrer Christian Geistdörfer: Wenn das so einfach geht, dann sollten wir uns vielleicht doch mal zusammenreißen. Das war der Schlüsselmoment. (Quelle)

Am Ende betrug Walters Vorsprung übrigens mehr als 10 Minuten! ;-)

Solch unglaubliche Geschichten gibt es von Walter Röhrl Unzählige. Mit die Beeindruckenste war wohl der Husarenritt von Arganil im März 1980. Portugal, Nachtetappe, dichter Nebel. Wer die Story kennt, sollte bereits nach diesen 3 Stichworten wieder eine Gänsehaut haben. Allen anderen schildere ich die Ereignisse dieser Nacht demnächst gerne in einem eigenen Beitrag.

Kurzum: Als sportliches Vorbild kommt an den Walter Röhrl in meinen Augen weder ein Michael Schumacher, noch ein Ayrton Senna, Sebastian Vettel oder Valentino Rossi hin. Danke Walter für die unzähligen lustigen Geschichten, Gänsehautetappen und die vielen schlaflosen Nächte mit viereckigen Augen, in denen ich mich durch zahllose Youtube-Bewegtbilder aus der guten alten Zeit des Gruppe4 bzw. Gruppe-B Rallyesports klicken durfte!

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